Asunción: Nachdem gestern rund 90 % des Landes trotz strahlendem Sonnenschein schlagartig ohne Strom dastanden, gibt der Präsident des staatlichen Energieversorgers ANDE, Félix Sosa, eine alarmierende Einschätzung ab: Dem paraguayischen System fehlt die nötige Sicherheit. Erst in 18 Monaten soll eine Lösung bereitstehen, die einen solchen Totalausfall verhindern kann.
Ein technischer Defekt an der 500-kV-Leitung zwischen dem binationalen Wasserkraftwerk Itaipú und der Substation Villa Hayes sorgte gestern für einen beispiellosen Stillstand. Mitten am Tag gingen in Haushalten, Fabriken und Büros die Lichter und Klimaanlagen aus. Laut Sosa löste sich ein mechanisches Verbindungsstück an einer der Hauptleitungen des “Energiegiganten“. Sabotage oder Wetterereignisse wurden ausgeschlossen; die Experten untersuchen nun, ob Materialermüdung oder gefährliche Überhitzungen an den Kontaktpunkten zum Kollaps führten.
Das Hauptproblem: Ein Netz ohne Netz
Sosa gab offen zu, dass das paraguayische Übertragungsnetz aktuell keine “Redundanz“ besitzt. Das bedeutet im Klartext: Es gibt kein Backup. Wenn eine der großen Lebensadern von Itaipú den Dienst versagt, bricht das System in sich zusammen, da keine alternative Leitung vorhanden ist, die die Last automatisch abfangen könnte. „Leider haben wir diese Redundanz in Paraguay noch nicht“, gestand Sosa ein.
Sicherheit erst ab 2027 greifbar
Die Rettung ist zwar in Arbeit, aber weit entfernt: Die neue Verbindung zwischen den Umspannwerken Yguazú und Valenzuela soll künftig als Sicherheitsnetz fungieren. Hätte diese Leitung gestern bereits unter Spannung gestanden, wäre der landesweite Blackout ausgeblieben. Die Fertigstellung wird jedoch noch etwa eineinhalb Jahre dauern. Rund 310 Millionen US-Dollar fließen in diese dringend benötigte Infrastruktur.
Skandal im OP-Saal: Operationen bei Handylicht
Besonders dramatisch war die Lage in den Krankenhäusern. Da die Stromversorgung am Tag abriss, wurden fensterlose OP-Säle schlagartig zur Falle. Im Krankenhaus von Capiatá mussten Chirurgen Eingriffe mit Handy-Taschenlampen zu Ende führen, weil die Notstromgeneratoren versagten. Sosa kritisierte dies scharf und betonte, dass kritische Einrichtungen ihre Backup-Systeme zwingend warten müssen, da das staatliche Netz vorerst weiter ohne “doppelten Boden“ arbeiten muss.
Wochenblatt / ABC Color / Beitragsbild Archiv
















ZweiUndVierzig
„310 Millionen Dollar fliessen….“ zu 90% in die Taschen diverser Amigos und ihrer Mätressen, so wie bisher auch.
Seit Jahren wird gelabert wie PY sich für ausländische Investoren attraktiv positionieren will – aber bei kritischer Infrastruktur wie der Stromversorgung tut sich so gut wie nix, ausser das unfassbare Summen versickern.
Sollte internationalen Investoren mehr ins Bewusstsein gebracht werden, dass ohne eigene Solarfarm oder privatem AKW im Keller hier GAR nix geht.