Asunción: Der Start ins Jahr 2026 zeigt ein gespaltenes Bild für paraguayische Haushalte. Laut der Zentralbank (BCP) stieg der Konsumklimaindex zwar leicht auf 55,34 %, doch die nackten Zahlen der Haushaltskassen sprechen eine andere Sprache: Über 73 % der Menschen können derzeit absolut nichts zur Seite legen.
Während die Erwartungen an die Zukunft moderat steigen, bleibt die aktuelle Lage prekär. Nur etwa 26,7 % der Befragten gaben an, überhaupt sparen zu können. Diese finanzielle Enge spiegelt sich auch im Kaufverhalten wider: Die Anschaffung langlebiger Güter (wie Autos oder Möbel) ist rückläufig – lediglich bei Elektrogroßgeräten gab es ein kleines Plus.
Das Fleisch-Dilemma
Obwohl die allgemeine Inflation im Januar auf 0,8 % sank (im Vorjahr waren es noch 1,3 %), spüren die Bürger davon wenig an der Supermarktkasse. Der Grund: Die Preise konzentrieren sich massiv auf Lebensmittel, allen voran Rindfleisch.
Obwohl die Regierung versuchte, den Preisanstieg durch Importe aus Brasilien und Argentinien zu dämpfen, blieben die Preise für populäre Teilstücke hoch. Die Fleischindustrie rechtfertigt dies mit der starken Nachfrage auf dem Weltmarkt – was gut für die Exportwirtschaft ist, verteuert das Steak auf dem heimischen Teller massiv. Da Rindfleisch teurer wurde, zogen auch Schweinefleisch und Wurstwaren als Ersatzprodukte im Preis nach.
Fazit der Experten
Paraguay erlebt derzeit eine “Zwei-Klassen-Wirtschaft“: Die Makroökonomie ist stabil, die Währung hält sich gut und die Inflation sinkt auf dem Papier. Doch die Mikroökonomie der Familien wird vom Preisdruck bei Grundnahrungsmitteln und dem fehlenden finanziellen Puffer (Sparrate) erdrückt.
Wochenblatt / LPO














