Asunción: Es war ein starkes Bild, das Präsident Santiago Peña im Juli 2025 zeichnete: Er wollte nicht, dass die Paraguayer ihre Lebensqualität einschränken oder sich mit “Puchero“ (Knochenfleisch) begnügen müssen. Sein erklärtes Ziel war es, dass die Mittelschicht Fleisch in Exportqualität konsumiert. Doch sieben Monate später, im Februar 2026, zeigt die Realität: Die Preise sind nicht nur stabil hoch, sie sind in den letzten Wochen sogar erneut gestiegen.
Das Versprechen vs. Die Realität 2026
Im Januar und Februar 2026 verzeichnete Paraguay laut Berichten des Banco Central del Paraguay (BCP) einen erneuten Preisanstieg bei Rindfleisch um etwa 2 %. Während die allgemeine Inflation moderat wirkt, treiben ausgerechnet die Lebensmittelpreise – allen voran das Fleisch – die Lebenshaltungskosten für Familien nach oben.
Der aktuelle Statusbericht:
Keine Entlastung: Die Preise für erstklassige Teilstücke liegen weiterhin auf Rekordniveau (oft über 200.000 Guaranies pro Kilo für Premium-Cortes wie Rinderfilet).
Export-Dilemma: Die Fleischindustrie feierte 2025 Rekordexporte und Einnahmen von über 2 Milliarden USD. Dieser Erfolg ist jedoch zweischneidig: Da der internationale Markt mehr zahlt, sinkt das Angebot für den lokalen Markt, was die Preise in den paraguayischen Supermärkten nach oben treibt.
Importe als Notlösung: Die Regierung versucht nun sogar, die Einfuhr von Fleisch aus Brasilien und Argentinien zu erleichtern, um das lokale Angebot zu erhöhen – ein Paradox für ein Land, das sich selbst als “Weltklasse-Fleischexporteur“ rühmt.
Warum das Versprechen bisher scheiterte
Das Hauptproblem bleibt die Marktmechanik. Wie die Fleischkammer (CPC) erst kürzlich im Februar 2026 betonte, ist Paraguay ein “Preisnehmer“. Da 66 % der Produktion in den Export gehen, bestimmen die Weltmarktpreise den Wert des Fleisches.
Präsident Peña traf sich zwar Anfang 2026 erneut mit Vertretern der Fleischindustrie und versprach “Aktionen zur Preissenkung“, doch die bisherigen Maßnahmen (wie punktuelle Sonderangebote in Supermärkten) werden von der Bevölkerung eher als “Tropfen auf den heißen Stein“ wahrgenommen.
Fazit: Die “Käsekuchen-Politik“ geht weiter
Während Senatorin Rocío Abed 2025 noch spottete, der Konsum von Käsekuchen sei ein Zeichen für Wohlstand, fühlen sich viele Bürger heute eher an die bittere Realität erinnert: Wer Fleisch in Exportqualität essen will, muss weiterhin tief in die Tasche greifen oder darauf verzichten. Das Geld in der Tasche, das Peña für 2026 versprochen hat, wird durch die Fleischpreise direkt wieder aufgefressen.
Wochenblatt / Beitragsbild Archiv















