Asunción: Während der Unternehmerverband die geringere Buspräsenz auf saisonale Faktoren zurückführt, betonen die Nutzer, dass der Service nicht ihrem täglichen Bedarf entspricht.
César Ruiz Díaz, Präsident des Verbandes der Transportunternehmer im Großraum Asunción (Cetrapam), hat bestritten, dass es eine bewusste “Regulada“ (künstliche Takt-Drosselung) im öffentlichen Nahverkehr gibt. Dies geschah trotz wiederholter Beschwerden von Nutzern, die über extrem lange Wartezeiten und eine geringere Busfrequenz an verschiedenen Punkten im Ballungsraum berichten.
Der Verbandschef argumentierte, dass die reduzierte Anzahl der im Umlauf befindlichen Einheiten auf eine saisonal bedingte geringere Nachfrage zurückzuführen sei – hauptsächlich durch die Urlaubszeit im öffentlichen Dienst, in der Justiz und im Bildungssektor. Er erklärte, dass die Unternehmen die Flotte aufgrund der niedrigen Fahrgastzahlen anpassen würden, um Ressourcen zu optimieren.
Ruiz Díaz bekräftigte, dass es keine vorsätzliche Entscheidung zur Verschlechterung des Dienstes gebe und versicherte, dass die mit dem Vizeministerium für Verkehr vereinbarten Intervalle eingehalten würden. Zudem wies er darauf hin, dass die Regierung über Echtzeit-Überwachungssysteme verfüge, um den Umlauf der Busse zu prüfen.
Demgegenüber stehen die Aussagen der Fahrgäste: Sie berichten von Wartezeiten an den Haltestellen zwischen 30 und 50 Minuten – selbst zu Stoßzeiten. Dies schürt die Wahrnehmung einer “verdeckten Takt-Drosselung“.
Die Debatte über die Busfrequenz und die Servicequalität findet vor dem Hintergrund ständiger Bürgerproteste statt. Das Verkehrssystem steht wegen mangelhafter Infrastruktur, ständigen Staus und strukturellen Defiziten massiv in der Kritik. Während die Unternehmer auf saisonale Faktoren verweisen, beharren die Nutzer darauf, dass der Service ihren täglichen Bedürfnissen nicht gerecht wird – insbesondere dann, wenn Arbeiter und Studenten am stärksten auf den ÖPNV angewiesen sind.
Wochenblatt / El Nacional / Beitragsbild Archiv















