Asunción: Während die Großen der Weltpolitik am fernen Verhandlungstisch pokern oder den Finger am Abzug haben, zahlt der paraguayische Bürger die Zeche. Die Logik ist simpel wie grausam: Ein “Irrer“ am anderen Ende der Welt löst eine Kettenreaktion aus, die direkt im Portemonnaie der Menschen in Asunción, Luque und Ciudad del Este landet.
Die Preise für fossile Brennstoffe sind in Paraguay längst keine Frage von Angebot und Nachfrage mehr, sondern ein Spielball politischer Psychosen. Wenn im Nahen Osten oder in Osteuropa die Säbel rasseln, bebt in Paraguay die Anzeige an der Tankstelle. Experten warnen: Wir steuern auf eine Situation zu, in der Treibstoff zum Luxusgut wird.
Die logistische Erstickung
Paraguay, als Binnenland ohne eigenen Zugang zum Meer und ohne eigene Ölquellen, ist extrem anfällig. Der Spritpreis ist der “Herzschlag“ unserer Wirtschaft. Steigt der Diesel, steigen die Kosten für den Transport von Soja, Fleisch und – was den einfachen Bürger am härtesten trifft – für Lebensmittel. Die “Sicherheit an der Zapfsäule“ ist genauso instabil wie die Weltlage.
Das Schweigen der Verantwortlichen
Während die Rohölpreise an der Börse in Chicago und London Kapriolen schlagen, scheint die heimische Politik gelähmt. Man investiert in symbolische Sicherheit und neue Dienstwagen, doch eine Strategie gegen die drohende Treibstoff-Inflation fehlt. Der Bürger steht allein an der Zapfsäule, während die Welt von Egozentrikern in den Abgrund gesteuert wird.
Wochenblatt / Beitragsbild Archiv
















Hermann2
Mutiger Artikel. Gratulation!
Land Of Confusion
Was der Mann auf dem Beitragsbild zurzeit abzieht ist vollkommen geisteskrank. Der dreht nun völlig am Rad.
Man kann nur hoffen, dass ein Amtsenthebungsverfahren so schnell wie möglich in den USA angestrebt wird. Frage ist nur, ob eine Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht wird. Viele Republikaner wenden sich von Trump ab, aber es gibt halt nicht wenige die ihm (und Israel) die Treue halten. Die Bevölkerung steht definitiv nicht mehr hinter diesem völlig unberechnbaren Mann.
Und so auch Cartes und seine Schergen.
Die Regierungen Paraguays haben sich natürlich NIE auf so ein Szenario vorbereitet, dass man ein elektifiziertes Schienennetz zum Gütertransport baut – alles geht nur über Diesel. Muss dann wieder der Ochsenkarren zurückkommen.
Aber lieber nicht davon reden, so wie die Transantlantiker in Deutschland, die meinen, dieser Krieg sei nunmal notwendig. Bald gibt es wieder Spiele (Weltmeisterschaft) und viele Paraguayer mit Geld werden sich das nicht entgehen lassen wollen. Und die kleinen Leute, die aufgrund erwarteter Preisexplosionen in Zukunft dann zu 100 % Maniok fressen müssen, interessiert keinen.
Ein bestimmter Wochenblatt-Leser kanzelt das alles ab und wiederholt, dass die Armen ja schließlich selber Schuld sind.