Erico Galeano nutzte Gelder aus dem Drogenhandel für den Club Capiatá, so das Urteil

Asunción: Der Colorado-Senator Erico Galeano Segovia investierte mehr als 10 Milliarden Guaraní in den Sportverein Deportivo Capiatá. Dieses Geld erhielt er für seine Unterstützung eines Drogenhandelsnetzwerks, das im Rahmen der „Operation A Ultranza Py“ zerschlagen wurde. Dieser Sachverhalt wurde von der Staatsanwaltschaft im am Mittwoch abgeschlossenen Prozess bewiesen, der mit einer 13-jährigen Haftstrafe für den ehemaligen Sportfunktionär endete, wie das Strafgericht hervorhob.

Für das spezialisierte Strafgericht für organisiertes Verbrechen, das den Senator Erico Galeano (ANR) wegen Geldwäsche aus dem Drogenhandel und krimineller Vereinigung zu 13 Jahren Gefängnis verurteilte, steht fest, dass der Abgeordnete Gelder von der im Februar 2022 ausgehobenen kriminellen Organisation erhielt.

Richter Pablino Barreto, Vorsitzender des Gerichts, betonte, dass Galeano das Geld unter anderem in den Club Deportivo Capiatá investierte – konkret eine Summe von 10,379 Milliarden G. (ca. 1,3 Mio. Euro). Diesen Betrag gab der Angeklagte selbst in seiner eidesstattlichen Vermögenserklärung bei seinem Amtsantritt als Senator an.

In früheren Erklärungen hatte er für denselben Zweck lediglich 1,1 Milliarden G. angegeben, was eine unerklärliche Differenz von über 9 Milliarden G. im Vergleich zu den Vorjahren ergibt.

Erico Galeano, Marset und der Club Capiatá

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Galeano bis 2022 Mitglied des Vorstands von Deportivo Capiatá war und zeitweise als Präsident fungierte – genau in dem Zeitraum, in dem der Uruguayer Sebastián Enrique Marset Cabrera (ein heute flüchtiger Drogenboss) für den Verein spielte. Laut Richter Barreto stand Galeano zwischen 2020 und 2021 im Dienst der kriminellen Organisation, die mutmaßlich von Marset und Miguel Ángel Insfrán (alias „Tío Rico“) angeführt wurde.

Marset zahlte 300.000 Dollar, um bei Capiatá zu spielen

Sebastián Marset kam am 6. April 2021 als Fußballer zum Club Deportivo Capiatá. Er bestritt vier offizielle Spiele, die sogar im Fernsehen übertragen wurden.

Abhörprotokolle der Nationalpolizei und der Staatsanwaltschaft im Fall „Nexus“ deuten darauf hin, dass Marset – heute der meistgesuchte Drogenhändler Südamerikas – 300.000 US-Dollar zahlte, um 2021 bei Deportivo Capiatá unter Vertrag genommen zu werden. Zudem soll er weitere 20.000 US-Dollar an den Spieler Julio Irrazabal gezahlt haben, um dessen Trikotnummer 10 übernehmen zu dürfen.

Wochenblatt / Abc Color

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