Solo durch die Wildnis: Die gefährliche und faszinierende Reise des Steven Martínez

Asunción: Am 2. Januar 2026 startete der paraguayische Motorradfahrer Steven Martínez, bekannt als “Guarani Riders“, sein ehrgeiziges Abenteuer: Die Durchquerung Amerikas. Sein Ziel? Solo von Paraguay nach Alaska zu reisen, Grenzen zu überwinden, verborgene Schätze zu entdecken und in fremde Kulturen einzutauchen.

Von der “Héroes del Chaco“-Brücke aus startete Martínez seine Reise, die er in zwei Etappen plante: Paraguay nach New York und von dort weiter nach Alaska. Am 13. Februar 2026, nach 43 Tagen und 19.000 Kilometern, erreichte er New York und schloss damit die erste Etappe ab. Nach einer geplanten Pause wird er die zweite Etappe in diesem Juli fortsetzen.

Ein kurioser Start

Martínez ist kein typischer Biker. Tatsächlich wird er im Mai 2026 erst seit zwei Jahren im Besitz seiner BMW R 1250 GS sein.

„Nicht viele wissen das, aber ich habe das Motorrad an einem Samstag gekauft und erst am Abend davor gelernt, wie man überhaupt fährt. Ich habe etwa eine Stunde geübt und bin am nächsten Tag los, um diese riesige Maschine zu kaufen“, berichtet er.

19.000 km durch 15 Länder

Die erste Etappe führte ihn durch Paraguay, Argentinien, Chile, Peru, Ecuador, Kolumbien, Panama, Costa Rica, Nicaragua, Honduras, El Salvador, Guatemala, Belize, Mexiko und schließlich die USA. Eine der größten logistischen Hürden war der Darién Gap zwischen Kolumbien und Panama, wo es keine Straßenverbindung gibt. Der Abenteurer musste sein Motorrad in ein Flugzeug verladen, um von Bogotá nach Panama zu gelangen.

Die Gefahren des Alleinreisens

Solo-Reisen bieten Freiheit, bergen aber auch Risiken. In Peru, auf 4.700 Metern Höhe, stürzte Martínez beim Überqueren eines Bachs.

„Ich konnte das Motorrad nicht alleine aufheben; die dünne Luft ließ mich kaum atmen. Ich musste eine Stunde warten, bis mir jemand half. In einer kalten Regennacht ohne Campingausrüstung könnte man dort sterben. Diese Ungewissheit ist beängstigend,“ erinnert er sich.

Unvergessliche Momente: Costa Rica und Guatemala

Zwei Länder blieben ihm besonders in Erinnerung:

-Costa Rica: „Dort scheinen die Menschen im Lebensraum der Tiere zu wohnen. Affen und Leguane sind überall, sogar in Restaurants.“

-Guatemala: „Der Vulkan Fuego war spektakulär. Er bricht ständig aus. Nachts die rote Lava zu sehen und das Grollen zu hören, war eine unglaubliche Erfahrung.“

Ein wahr gewordener Traum

Mit dem Besuch von zwei Weltwundern – Chichén Itzá und Machu Picchu – hat Martínez bereits einen Großteil seines Traums erfüllt. Doch die Reise ist noch nicht zu Ende. Im Juli geht es weiter Richtung Alaska, inklusive einer Fahrt auf der historischen Route 66. Etwa 35 % des Gesamtweges hat er bereits geschafft – vor ihm liegen noch rund 30.000 Kilometer.

Wochenblatt / Asunción Times

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