Paso Yobai: In der Region Guairá verschärfen sich die Spannungen zwischen Anwohnern und Bergbauinteressen. Wie Rechtsanwalt Juan Carlos Decoud kürzlich gegenüber dem Radiosender Guairá erklärte, werfen Anwohner der Kolonie Sudetia einflussreichen Akteuren vor, die Gemeinde systematisch zu isolieren, um den Weg für eine Ausweitung des Bergbaus freizumachen.
Vorwurf der gezielten Abschottung
Im Zentrum der Beschwerde steht der Versuch, eine zentrale Durchgangsstraße in der Region zu sperren. Die Bewohner sehen darin keine verkehrstechnische Maßnahme, sondern eine bewusste Strategie, um das soziale und wirtschaftliche Leben der Kolonie einzuschränken. Ziel sei es laut Decoud, den Widerstand gegen Bergbauprojekte zu brechen, indem man die Gemeinde buchstäblich von der Außenwelt abschneidet.
Institutionelle Korruption am Pranger
Die Vorwürfe der Anwohner richten sich jedoch nicht nur gegen die Bergbauunternehmen selbst. Die Anzeige zeichnet das Bild eines Netzwerks aus Behörden und Institutionen, die gegen das Gemeinwohl agieren:
-Staatsanwaltschaft & Umweltministerium Mades: Den Behörden wird “korruptes und willkürliches Vorgehen“ vorgeworfen. Anstatt Umweltstandards zu prüfen, würden sie als Werkzeuge der Bergbau-Lobby fungieren.
-Akademische Kreise: Besonders brisant ist die Erwähnung der Katholischen Universität (Campus Guairá) und der Nationalen Universität Villarrica (UNVES). Ihnen wird vorgeworfen, sich mit einflussreichen Interessengruppen verbündet zu haben, anstatt als neutrale Instanzen zu agieren.
Die Gemeinschaft der Sudetia-Kolonie fordert nun eine transparente Untersuchung der Vorgänge und den Schutz ihrer Infrastruktur. Während die Goldvorkommen in Paso Yobai seit Jahren für wirtschaftlichen Aufschwung sorgen, zeigt dieser Fall einmal mehr die tiefe Kluft zwischen industrieller Ausbeutung und den Rechten der lokalen Bevölkerung.
Wochenblatt / Radio Guairá 840 AM















