Warum die Kraftstoffpreise schnell steigen, aber nur langsam sinken: Ein Experte bringt Licht ins Dunkel

Asunción: Der fast sofortige Anstieg der Preise für Kraftstoffe angesichts internationaler Preissteigerungen – in diesem Fall aufgrund der Krisen im Nahen Osten – und ihr langsamer Rückgang, wenn die Notierungen sinken, sind ständige Kritikpunkte seitens der Bürger.

Die Entwicklung der Kraftstoffpreise sorgt immer wieder für Unmut in der Bevölkerung: Sie steigen fast sofort, aber wenn sie sinken sollten, geschieht dies nur langsam. Der Ingenieur Miguel Velázquez, Berater in diesem Sektor, erklärte, dass dieses Phänomen auf die Dynamik des internationalen Marktes, die Lagerverwaltung und ein Prinzip zurückzuführen ist, das als „Raketen- und Feder-Effekt“ bekannt ist.

Wie der Ingenieur und Kraftstoffberater Miguel Velázquez erklärte, handelt es sich um eine marktinhärente Logik, die durch internationale Volatilität und die Arbeitsweise der Importeure geprägt ist.

„Das Verhalten ist klar: Wenn der internationale Preis steigt, wird dies schnell an den Verbraucher weitergegeben – das nennen wir den ‚Raketen-Effekt‘. Wenn er jedoch sinkt, geschieht dies langsam – der ‚Feder-Effekt‘“, erklärte er.

Ein Markt, der unterschiedlich schnell reagiert

Velázquez wies darauf hin, dass sich dieser Unterschied hauptsächlich durch die Art und Weise erklärt, wie die Einkäufe und die Kraftstoffvorräte verwaltet werden.

Er versicherte, dass Unternehmen entgegen der landläufigen Meinung den Kraftstoff nicht immer von Anfang an zu einem festen Preis einkaufen. Er erklärte, dass sich das Produkt zwar physisch in den Tanks befinden kann, der Wert jedoch erst später festgelegt wird, abhängig von den Bedingungen auf dem internationalen Markt.

„Wir erhalten das physische Produkt und lagern es in Tanks, aber den Abschluss machen wir erst, wenn der internationale Preis feststeht. Aber bei dieser Volatilität lag der internationale Preis weit über dem lokalen Preis, daher werde ich nicht so dumm sein, den aktuellen internationalen Preis festzuschreiben, wenn ich ihn billiger verkaufen werde. Also warte ich. Ich habe dreißig Tage Zeit, um den Vertrag abzuschließen. Nach dreißig Tagen sage ich: ‚Zu diesem Preis geht das für mich nicht, ich werde noch ein paar Monate warten.‘ Der Lieferant sagt mir: ‚Nein, kein Problem, ich warte auf dich, aber das wird dich nicht umsonst kosten. Zu meiner Provision kommen noch einmal X Dollar pro Liter dazu.‘ Und es wird für mich teurer. Irgendwann muss ich also den Vertrag abschließen, und zwar mit Verlust“, berichtete er.

Er erklärte, dass dies zu einer komplexen Situation führt: Wenn der internationale Preis steigt, müssen sich die Importeure schnell anpassen, um keine Verluste zu machen. Wenn er jedoch sinkt, wirkt sich das nicht sofort aus, da noch frühere Einkäufe zu höheren Preisen bestehen.

Risiko und Volatilität

Der Experte wies zudem darauf hin, dass der Kraftstoffmarkt derzeit starken Schwankungen unterliegt, was die Akteure dazu zwingt, wichtige Entscheidungen innerhalb begrenzter Fristen zu treffen.

„Die Importeure haben Zeitfenster, um Preise festzulegen. Wenn sie zu lange warten, steigen die Finanzierungskosten. Kaufen sie jedoch zum falschen Zeitpunkt, können sie ebenfalls Verluste machen“, erklärte er.

In diesem Zusammenhang entscheiden sich viele Unternehmen dafür, die Kosten über einen längeren Zeitraum zu glätten, was auch dazu führt, dass Preissenkungen für den Endverbraucher schrittweise und nicht sofort erfolgen.

Er führte als Beispiel den Fall eines Importeurs an, der sich gestern zum Kauf entschloss, als er sah, dass der Preis zu sinken begann, doch im Laufe der Stunden sank dieser weiter und er machte letztlich Verluste. „Wir haben offene Bestände (…) Natürlich hat er bei diesem Geschäft verloren. Er hat Bestände, die er schlecht gekauft hat, und solche, die er gut gekauft hat, und das ist das Ergebnis des Geschäfts: Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man“, erklärte er.

Nicht alles hängt vom Ölpreis ab

An anderer Stelle betonte Velázquez, dass es häufig Verwechslungen zwischen dem Rohölpreis und dem Preis für raffinierte Kraftstoffe wie Diesel oder Benzin gibt. „Rohöl ist nur ein Rohstoff. Die Derivate haben ihre eigene internationale Notierung und folgen nicht immer dem gleichen Trend“, erklärte er.

Er wies darauf hin, dass dies bedeute, dass selbst wenn der Ölpreis auf den Weltmärkten sinke, der Kraftstoffpreis nicht unbedingt im gleichen Verhältnis oder im gleichen Tempo nachgeben werde.

Zudem betonte er, dass zum internationalen Preis immer noch die Marge des Importeurs, des Händlers und des Tankstellenbetreibers hinzugerechnet werden müsse.

Es gebe Spekulationen auf internationaler Ebene, behauptet er

Der Experte erklärte, dass Paraguay als Importland angesichts dieser Dynamiken nur wenig Handlungsspielraum habe.
An anderer Stelle bestätigte er, dass es zwar Spekulationen bei den Kraftstoffpreisen gebe, betonte jedoch, dass dies auf internationaler und nicht auf lokaler Ebene geschehe. Er hob hervor, dass in diesem Zusammenhang „vor allem die amerikanischen Raffinerien die großen Nutznießer sind“.

„Wir sind Preisnehmer. Die Kostenbildung hängt von internationalen Faktoren, den Tradern, den Frachtkosten, den Steuern und der gesamten Vertriebskette ab“, erklärte er.

In diesem Zusammenhang wies der Experte darauf hin, dass der „Raketen- und Feder-Effekt“ das Verhalten der Kraftstoffpreise in einem zunehmend unsicheren globalen Markt weiterhin prägen werde.

Wochenblatt / Abc Color

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