Asunción: Das Vizeministerium für Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (Mipymes) treibt in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor ein Pilotprojekt voran, um rund 25.000 Recycler in Paraguay zu formalisieren. Ziel ist es, sie in das Finanzsystem zu integrieren, ihre Produktivität zu steigern und sie als offizielle Akteure in der Kreislaufwirtschaft zu festigen, wie das Ministerium für Industrie und Handel (MIC) mitteilte.
Das Programm richtet sich gegen die hohe Informalität, in der tausende von Wertstoffsammlern – im Volksmund oft als “Gancheros“ bezeichnet – arbeiten. Durch einen Strukturwandel sollen sie Zugang zu professionellen Werkzeugen, Finanzierungen und nachhaltigen Entwicklungschancen erhalten.
Konkrete Unterstützung: Motorräder, Uniformen und soziale Absicherung
Das Projekt sieht die Bereitstellung von Produktionsmitteln vor, darunter motorisierte Lastendreiräder (Motocarros), Uniformen sowie Schutzausrüstung und technische Schulungen. Zudem ist ein schrittweiser Zugang zu Bankdienstleistungen, Krankenversicherung und Rentenvorsorge geplant, um eine umfassende wirtschaftliche Inklusion zu erreichen.
Darüber hinaus umfasst der Plan auch kleine und mittlere Unternehmen innerhalb der Recyclingkette. Diese sollen Kredite erhalten, um ihre Infrastruktur zu stärken, Maschinen zu kaufen und ihre Logistikprozesse zu optimieren.
Ein Sektor mit Millionen-Investitionen
Laut Daten der Kammer der nachhaltigen Industrien Paraguays (Cispy) hat die Branche bereits Investitionen von über 200 Millionen US-Dollar generiert. Bisher konnten mehr als 7.000 Personen formalisiert werden, doch es gibt landesweit noch immer über 25.000 Familien, die unter informellen Bedingungen im Recyclingsektor arbeiten.
Vizeminister Gustavo Giménez betonte, dass die Formalisierung der Recycler einen strukturellen Wandel darstelle, der sich direkt auf die Wirtschaft und die Lebensqualität der betroffenen Familien auswirke.
Wochenblatt / adn digital















