Asunción: Der Colorado-Abgeordnete Mauricio Espínola äußerte Zweifel an der Kohärenz der von der Ueno Bank veröffentlichten Informationen im Vergleich zu deren offiziellen Bilanzen. Er forderte eine Intervention der paraguayischen Zentralbank (BCP). Dies dürfte jedoch schwierig werden, da der BCP-Präsident, Carlos Carvallo, der Ex-Präsident der Ueno Bank ist.
Über seinen Account auf X veröffentlichte der Abgeordnete Mauricio Espínola, was er als „berechtigten Zweifel“ bezeichnet: Er hinterfragt, ob die Ueno Bank Unregelmäßigkeiten begeht, indem sie in den Medien ein anderes Bild vermittelt als in ihren offiziellen Bilanzen.
„Achtung, Zentralbank von Paraguay (BCP), angesichts dieses berechtigten Zweifels: Lügt die Ueno Bank die Öffentlichkeit und den Finanzmarkt systematisch an? Die Kluft zwischen ihren Pressemitteilungen und den offiziellen Jahresabschlüssen erfordert eine sofortige Erklärung“, so sein Posting.
Der Parlamentarier bezog sich insbesondere auf Aussagen der Bankleitung und wies auf einen direkten Widerspruch zwischen den Kapitalisierungsversprechen und den Protokollen der Aktionärsversammlungen hin. Er behauptet, dass das öffentliche Versprechen, keine Dividenden auszuschütten, um das Kapital zu stärken, offenbar nur eine „Nebelkerze“ gewesen sei.
Diskrepanzen bei Dividendenzahlungen
Espínola zitierte offizielle Dokumente, um zu argumentieren, dass das Finanzinstitut hinsichtlich der Gewinnverteilung im vergangenen Geschäftsjahr die Unwahrheit gesagt habe.
„Bei der Prüfung der Jahresabschlüsse zum Ende des Jahres 2025 kommt die Wahrheit ans Licht: Es sind gezahlte Dividenden verzeichnet, die auf der ordentlichen Versammlung Nr. 95 am 26. März 2025 genehmigt wurden. Die offiziellen Dokumente widerlegen kategorisch die Erzählweise der Bank“, bekräftigte er.
Der Abgeordnete betonte, dass die technischen Beweise – wie die Aufstellung über die Veränderung des Eigenkapitals und die Kapitalflussrechnung – unumstößlich seien. „Zahlen lassen keinen Interpretationsspielraum zu, wenn ein direkter Widerspruch besteht.“
Bezugnahme auf Vorwürfe von Leite und Nicanor
In seiner Stellungnahme verknüpfte Espínola diese mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten mit der Kritik aus dem Lager des „Cartismo“. Er erwähnte Korruptionsvorwürfe, die das nähere Umfeld von Präsident Santiago Peña betreffen.
„Angesichts von Regulierungsbehörden, die völlig eingeschlafen zu sein scheinen, gewinnen die Vorwürfe des Botschafters Gustavo Leite und des Ex-Präsidenten Nicanor über mutmaßliche Geschäfte und Schmiergelder im Unternehmerumfeld von Präsident Santiago Peña an Kraft. Ist das die Transparenz, die versprochen wurde?“, fragte er.
Forderung nach einer BCP-Intervention
Vor diesem Hintergrund forderte der Abgeordnete die Zentralbank auf, eine Prüfung einzuleiten, um die Glaubwürdigkeit des nationalen Finanzsystems zu schützen.
„Eine Intervention und tiefgreifende Überprüfung durch die BCP ist angesichts der Tatsachen, die wir mit Dokumenten in der Hand anprangern, dringend erforderlich. Die Stabilität des Finanzsystems darf nicht auf der Grundlage von Falschinformationen an den Markt beruhen“, unterstrich er.
Die Bank, an der Santi Peña Anteile hielt
Die Ueno Bank gehört zum Wirtschaftskonglomerat Grupo Vázquez, das bis vor etwas mehr als einem Jahr ein Geschäftspartner von Santiago Peña bei der Ueno Holding war. Ob die Familie Vazquez die wirklichen Eigentümer sind, kann bei oft eingesetzten Strohmännern nicht bestätigt werden. Anscheinend sind Personen aus dem nahen Umkreis der Regierung in Entscheidungen eingebunden.
Am 4. April 2025 gab der Präsident öffentlich bekannt, dass er sich entschieden habe, seine Aktien zu verkaufen und aus der Gesellschaft auszuscheiden, um das zu vermeiden, was er als „mediale Manipulation“ bezeichnete.
Wochenblatt / Abc Color














