Carmelo Peralta: Die brasilianische Polizei fahndet nach einem Piloten, der gefährliche Manöver über und unter der Brücke der Ruta Bioceánica durchgeführt hat, die sich an der Grenze zu Paraguay befindet. Ein TikTok-Video von Cándido Silva sorgte für großes Aufsehen. Es verbreitete sich rasant im Netz und alarmierte die brasilianischen Behörden.
Ein Kleinflugzeug wurde dabei gefilmt, wie es in der Zone der Brücke der Ruta Bioceánica – an der Grenze zwischen Carmelo Peralta (Paraguay) und Porto Murtinho (Brasilien) über dem Rio Paraguay – waghalsige Manöver vollführte.
Die Maschine flog im Tiefflug und streifte beinahe die noch im Bau befindliche Konstruktion; laut dem viralen Video flog sie sogar unter der Brücke hindurch. Laut brasilianischen Behörden hätte diese Aktion in einer Tragödie enden können und stellt zudem eine Straftat dar. Eine Anwohnerin bestätigte gegenüber der Zeitung EXTRA, dass sie zum Zeitpunkt der gefährlichen Eskapaden vor Ort war und das Flugzeug wiederholt unter der Brücke hindurchfliegen sah.
Ermittlungen wegen Gefährdung des Luftverkehrs
Die Zivilpolizei von Mato Grosso do Sul (Brasilien) hat bereits tiefgreifende Ermittlungen eingeleitet. Die Abteilung zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens (DRACCO) analysiert Videos und Tonaufnahmen, um den genauen Zeitpunkt festzustellen – alles deutet jedoch auf das vergangene Wochenende hin.
In den Aufnahmen sieht man das Flugzeug im extremen Tiefflug („voando baixo“). Ein weiteres Video, das aus dem Cockpit heraus aufgenommen wurde, lässt Frauenstimmen hören, die „Schau, die Brücke!“ rufen, während sie diese wie bei einem touristischen Rundflug passieren.
Gefahr für Arbeiter und Bauwerk
Der paraguayische Ingenieur René Gómez, Koordinator der Baustelle, betonte, dass dort täglich etwa 100 Menschen mit schweren Maschinen und komplexen Strukturen arbeiten, die von oben nicht leicht zu erkennen sind. Ein einziger Fehler hätte dazu führen können, dass das Flugzeug die Brücke rammt, das Bauwerk beschädigt oder – schlimmer noch – Arbeiter mitreißt oder abstürzt.
Die Kommissarin Ana Claudia Medina wies darauf hin, dass dies im Falle einer Bestätigung als Attentat auf die Flugsicherheit gewertet würde – ein Delikt, das in Brasilien mit zwei bis fünf Jahren Gefängnis bestraft wird.
Der Bau der Brücke, der von Itaipú finanziert wird, befindet sich in der Endphase. Der sogenannte „Kuss“ der Segmente (wenn sich die beiden Brückenteile in der Mitte verbinden) ist für Ende Mai vorgesehen. Aus diesem Grund herrscht dort reger Betrieb mit vielen Arbeitern und Maschinen. Bisher ist weder die Identität des Piloten noch die der Maschine (die vermutlich ein brasilianisches Kennzeichen beginnend mit „PT“ hat) bekannt. Es ist zudem unklar, ob eine Sondergenehmigung für diese „Show“ vorlag.
Wochenblatt / Extra















