Ciudad del Este: „Ich habe meine Tochter durch die Hände eines Feiglings verloren“, sagte der Vater der in Ciudad del Este ermordeten Brasilianerin. Sie blieb nach der Trennung mit ihrem Ex-Freund befreundet; man geht davon aus, dass er den Femizid beging.
Julia Vitoria Sobierai, eine erst 23-jährige Brasilianerin, wurde am vergangenen Freitag auf brutale Weise ermordet. Der mutmaßliche Täter ist ihr Ex-Freund und Landsmann Vítor Rangel Aguiar (27). Beide studierten Medizin an verschiedenen Privatuniversitäten in Ciudad del Este (CDE).
Der Tatort in einem Gebäude im Viertel Barrio Obrero war erschreckend: In fast allen Räumen der Wohnung befand sich Blut, sogar Spritzer an den Wänden wurden gefunden.
Am Wochenende erhielt der zuständige Staatsanwalt Osvaldo Zaracho den Autopsiebericht. Dieser enthüllte insgesamt 65 Schnittwunden: 58 kleinere Verletzungen und 7 tiefe Stiche, die mit einem Messer zugefügt wurden. Die schwersten Verletzungen befanden sich am Hals. Am Tatort wurden ein Messer und eine Nagelschere sichergestellt.
Eine Freundin des Opfers berichtete, dass Julia und Vítor ihre Beziehung bereits vor über fünf Monaten beendet hatten. Er habe sie jedoch davon überzeugt, „nur Freunde“ zu bleiben, und erschlich sich so erneut Zugang zu ihr. Der Verdächtige ist flüchtig, doch die paraguayische und die brasilianische Polizei sind ihm bereits auf der Spur. Staatsanwalt Zaracho bestätigte, dass bereits Anklage wegen Femizids erhoben wurde.
„Feigling“
„Heute ist ein sehr trauriger Tag für mich. Ich habe meine Tochter durch einen Feigling verloren, der ihr das Leben nahm, ohne ihr auch nur die Chance zu geben, sich zu verteidigen. Aber ich werde die Erinnerung an sie für immer bewahren und weiß, dass sie in den Armen Gottes ist“, äußerte sich Julias Vater gegenüber brasilianischen Medien.
Julia wurde in Chapecó im Bundesstaat Santa Catarina (Brasilien) geboren und war nach Paraguay gezogen, um Medizin zu studieren.
Liebevoll
Eine Kommilitonin beschrieb sie als „süß, liebevoll und intelligent“. Julia studierte an der Universidad de la Integración de las Américas (UNIDA).
„Sie war sehr gläubig und ging regelmäßig zur Kirche. Sie hatte viele Träume und Pläne, vor allem das Medizinstudium. Als sie es endlich geschafft hatte, geschah diese Tragödie. Sie liebte es zu reisen und neue Kulturen kennenzulernen“, erklärte die Freundin gegenüber dem Medium NSC.
Wochenblatt / Extra















