Mariano Roque Alonso: Das „Pum, Pum, Pum!“ der Musik dröhnt den Bewohnern des Stadtteils San Blas in Kopf und Brust. Sie wissen schon gar nicht mehr, zu welchem Heiligen sie noch beten sollen, um ein wenig Ruhe zu finden und schlafen zu können.
Hauptbeschuldigte für das Tag und Nacht herrschende Guyryry (Guaraní für „Chaos“ oder „Riesenzoff“) sind brasilianische Studenten, die Medizin studieren. Den Betroffenen zufolge verwechseln diese das Wohnviertel mit einer Diskothek, die 24 Stunden am Tag geöffnet hat.
Raquel Villasanti ist eine der am stärksten betroffenen Nachbarinnen, da sie direkt Wand an Wand mit den Studenten wohnt. Sie schilderte das Martyrium, das sie durchmacht, seit sie vor sechs Monaten in die Gegend gezogen ist.
„Ich arbeite im Gesundheitswesen, mache Doppelschichten und muss mich ausruhen, aber mit diesen Studenten ist das unmöglich. Zu jeder Tages- und Nachtzeit spielen sie elektronische Musik, Funky und dieses ‚Pum, Pum‘, das dir direkt in den Kopf geht“, erzählte sie empört.
Sie hätten versucht, mit den Studenten zu sprechen, sagte sie, aber diese täten so, als würden sie nichts hören, und machten einfach weiter mit ihrer Musik. Die Party beginnt manchmal morgens und geht bis in den späten Abend, ein anderes Mal von nachts bis in die frühen Morgenstunden.
Sie verlassen ihr Zuhause
„Um uns auszuruhen, mussten wir zum Schlafen in das Haus eines anderen Verwandten ziehen. Wir mussten unser eigenes Zuhause verlassen, um etwas Frieden zu haben“, beklagte die Nachbarin.
Sie haben sich bereits an die Polizei gewendet. Manchmal reagiert diese auch und kommt vorbei, aber laut den Nachbarn wird nichts unternommen oder den Studenten gesagt. Die Anwohner fordern nun die Namen der Mieter, um sie offiziell anzeigen zu können.
„Mein 12-jähriger Sohn sagt schon zu mir: ‚Mama, ich werde noch verrückt‘. Das sprengt alle Grenzen, es belastet einen physisch, emotional und psychisch“, fügte sie hinzu.
Video: Raquel hat von ihrem Haus aus Aufnahmen gemacht, um zu beweisen, dass die Wohnung als Diskothek genutzt wird.
„Wir wissen nicht mehr, an wen wir uns wenden sollen, niemand hört uns zu. Ich weiß gar nicht, wann diese Studenten überhaupt lernen, sie machen den ganzen Tag so weiter. Wenn ein Paraguayer nach Brasilien gehen und sich so verhalten würde, würden sie ihm sofort die Anlage zertrümmern. Aber hier unternehmen unsere Behörden einfach nichts“, beklagte sie.
Wochenblatt / Extra















