Asunción: Die Staatsanwältin Marlene González bestätigte, dass sie die Rückverfolgbarkeit der Gelder untersucht, die über die Banco do Brasil und die Banco Continental abgewickelt wurden, welche in den FIFAGate-Skandal verwickelt sind. Im Visier steht ein komplexes System aus internationalen Überweisungen und Treuhandfonds, während die Conmebol unter dem Vorsitz von Alejandro Domínguez bei diesen Bewegungen auffallend passiv bleibt.
„Es ist ein ziemlich komplexer Fall, aber wir führen die notwendigen Ermittlungsschritte durch“, erklärte Staatsanwältin Marlene González auf Anfrage zum Fortschritt der Fallakte N° 47/2021. In diesem Verfahren wird gegen die Banco do Brasil und die Banco Continental ermittelt. Beide Institute tauchen in Berichten des Sekretariats für Geldwäscheprävention (Seprelad) sowie in einer 2017 durchgeführten forensischen Prüfung der Südamerikanischen Fußball-Konföderation (Conmebol) auf. Auffallenderweise scheint der Fall das Interesse des von Alejandro Domínguez geleiteten Sportverbandes jedoch kaum zu wecken. Sogar als im Jahr 2021 Durchsuchungen bei beiden Banken stattfanden, äußerte die Konföderation keinerlei Besorgnis.
Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft erklärte, dass die Komplexität des Falls darin liege, dass die verdächtigen Gelder auf ausländischen Bankkonten landeten und von dort aus wieder nach Paraguay zurückgeführt wurden.
„Alle Berichte werden im Ausland angefordert, um zu prüfen, ob das Geld, das von hier abgeflossen ist, dasselbe ist, das wieder reinkommt (…) Sobald es unsere Grenzen überschreitet, sind wir stark von den Berichten abhängig, die uns die ausländischen Banken liefern müssen. Vor etwa einem Jahr ist eine enorme Menge an Dokumenten eingetroffen, die von den Bahamas übermittelt wurden (…) dieser Fall ist ziemlich kompliziert“, führte sie aus.
González fügte hinzu, dass kürzlich eine letzte Anfrage gestellt wurde, um Präzisierungen zu beantworten, die von den Banken in New York und den Bahamas gefordert worden waren. „Wir hängen stark von ihnen ab. Es gibt eine ganze Reihe von Situationen, die hier untersucht werden. Deshalb ist diese Rückverfolgbarkeit für uns so wichtig, um zu beweisen, ob es sich um dasselbe Geld handelte“, sagte sie.
Schließlich räumte die Staatsanwältin ein, dass die ersten aus dem Ausland erhaltenen Berichte sehr vage waren. Sie erklärte, dass zwar ein riesiger Berg an Dokumenten vorliege, der Fokus der Ermittlungen sich nun jedoch darauf konzentriere, die Bewegungen der Banco do Brasil genauestens zu überprüfen.
Das Ziel ist der Nachweis, dass das von dieser Bank abgeflossene Geld nicht auf deren Konten zurückgekehrt ist, sondern zur Einrichtung von Treuhandfonds an die Banco Continental umgeleitet wurde, wie es in den Berichten der forensischen Prüfung und der Seprelad beschrieben wird.
Soll sich einen Teil eingesteckt haben
Die Unklarheit der Conmebol und ihr mangelndes Interesse an diesem Fall – obwohl beide Banken von Anfang an in den Berichten der Seprelad und ihrer eigenen forensischen Prüfung auftauchen – lassen nach den jüngsten Enthüllungen der US-Zeitung The New York Times die Alarmglocken schrillen.
Eine Veröffentlichung des besagten Mediums brachte eine Anzeige vor der FIFA-Ethikkommission gegen Alejandro Domínguez und einen weiteren hochrangigen Funktionär der Konföderation ans Licht. Beiden wird vorgeworfen, einen Teil der aus dem FIFAGate-Skandal zurückgewonnenen Gelder einbehalten zu haben. Sie sollen angeblich mehr als 5 Millionen US-Dollar als geheime „Prämie“ oder Provision erhalten haben, nachdem sie die Rückzahlung der in den Korruptionsnetzwerken veruntreuten Gelder in die Wege geleitet hatten.
Wochenblatt / ABC Color














