Asunción: Kirchen haben damit begonnen, digitale Überweisungen für Kollekten einzuführen, und passen sich so dem Wachstum des elektronischen Zahlungsverkehrs im Land an.
Mehrere Pfarreien in Asunción und im Departement Central haben damit begonnen, Zahlungssysteme mittels QR-Codes einzuführen, um Kollekten und den Zehnten während der religiösen Feiern entgegenzunehmen. Diese Methode soll Spenden erleichtern und sich dem Wachstum elektronischer Zahlungen anpassen.
Das traditionelle “Körbchen“, das während der Messen verwendet wird, existiert nun neben digitalen Werkzeugen, die es den Gläubigen ermöglichen, Geld von ihren Mobiltelefonen aus zu überweisen. Über Bank-Apps oder elektronische Geldbörsen (E-Wallets) können die Anwesenden sofort und ohne Bargeldbedarf Beiträge leisten.
Die Einführung von QR-Zahlungen erfolgt in einem Kontext, in dem digitale Transaktionen im Alltag der Paraguayer immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Pfarreien sind der Ansicht, dass diese Modalität mehr Komfort bietet und auf neue Finanzgewohnheiten reagiert, insbesondere bei jungen Menschen und Nutzern, die an digitale Abläufe gewöhnt sind.
Das Thema gewann an Dynamik, nachdem Bilder von religiösen Feiern im Vatikan viral gingen, wo ebenfalls damit begonnen wurde, elektronische Zahlungsmethoden für Kollekten zu nutzen. Die Situation löste in den sozialen Netzwerken Kommentare und Debatten aus, vor allem über die Modernisierung der Praktiken innerhalb der Kirchen.
In Paraguay nutzten mehrere Pfarreien bereits seit einiger Zeit ähnliche Systeme. Die Verbreitung der internationalen Bilder kurbelte jedoch die Diskussion über den Einsatz von Technologie in religiösen Räumen und den Fortschritt digitaler Werkzeuge in verschiedenen Bereichen erneut an.
Die Einführung von QR-Codes erinnerte auch an eine Episode aus dem Jahr 2014 während der Feierlichkeiten von Caacupé. Damals hatte der damalige Präsident Horacio Cartes Schwierigkeiten, sich an der Kollekte zu beteiligen, weil er kein Bargeld oder Kleingeld zur Hand hatte, als das Körbchen vorbeigebracht wurde.
Kirchenvertreter betonen, dass die Einführung elektronischer Zahlungen die spirituelle Bedeutung der Opfergaben oder des Zehnten nicht verändert. Wie sie erklären, besteht das Ziel darin, die Beiträge zu erleichtern und sich an die aktuellen Formen des Finanzmanagements der Gläubigen anzupassen.
Darüber hinaus sind sie der Meinung, dass die Kirchen die technologischen und sozialen Veränderungen der Bürger begleiten müssen. In diesem Zusammenhang betonen sie, dass immer weniger Menschen Bargeld für ihre täglichen Einkäufe und Zahlungen nutzen – eine Situation, die sich auch auf die Kollekten während der Messen auswirkt.
Wochenblatt / El Nacional















