Arbeitszeit-Debatte zeigt einen deutlichen Trend: Absage an die 40-Stunden-Woche

Asunción: Während andere Länder der Region Fortschritte bei der Senkung der Wochenarbeitszeit von 48 auf 40 Stunden machen, scheiterte im Land im vergangenen Jahr ein entsprechender Gesetzesentwurf. Arbeitsministerin Mónica Recalde äußerte sich zu diesem Thema in der Sendung “Letras Chicas“.

Der Debatte über die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 48 auf 40 Stunden wurde letztes Jahr im Nationalkongress angestoßen. Der Ende 2024 vom Senator José Oviedo vorgelegte Gesetzesentwurf kam jedoch aufgrund des Widerstands aus Unternehmerkreisen nicht voran. Während Länder wie Mexiko und Chile bei der Verringerung der Arbeitsbelastung voranschreiten, verbleibt Paraguay bei 48 Stunden pro Woche.

Arbeitsministerin Recalde vertritt die Ansicht, dass das Land noch nicht bereit für eine Arbeitszeitverkürzung ist. Ihre Position tendiert stattdessen eher dahin, die Anzahl der jährlichen Urlaubstage zu erhöhen.

„Wir sind noch nicht so weit, um nicht zu sagen, wir sind noch weit davon entfernt. Wir sind dieser Debatte noch nicht nahe. Ich denke, wir müssen grundlegendere Probleme lösen. Wenn wir über die Erholung der Arbeitnehmer sprechen, würde ich mich beispielsweise dafür entscheiden, den Urlaub ein wenig zu erhöhen“, sagte Recalde während der Sendung.

Mehr Urlaub statt weniger Arbeitsstunden?

Der aktuelle Gesetzesentwurf, der eine Erhöhung des Urlaubs von 12 auf 30 Werktage vorsieht, wurde Ende 2025 ebenfalls von Senator José Oviedo im Senat eingebracht.

Der Plan sieht vor, dass der Urlaub 30 zusammenhängende Tage (rund 22 Werktage) beträgt und bereits ab dem ersten Arbeitsjahr gewährt wird. Danach soll sich der Anspruch jedes Jahr um einen Werktag erhöhen, sodass nach 10 Jahren Betriebszugehörigkeit insgesamt 45 Tage erreicht werden (was 30 Werktagen entspricht, da die Wochenenden nicht mitgezählt werden).

Derzeit schreibt das Arbeitsgesetzbuch nach dem ersten Jahr 12 Werktage Urlaub vor, 18 Werktage nach fünf Jahren und 30 Werktage nach Erreichen von 10 Jahren Betriebszugehörigkeit.

Der Entwurf zielt darauf ab, das Gesetz Nr. 496/1995 (welches das Arbeitsgesetzbuch modifiziert) zu ändern, um die 30 Urlaubstage ab dem ersten Jahr umzusetzen. Er wurde am 10. Februar dieses Jahres an die Kommissionen für Verfassungsfragen, Gesetzgebung, Justiz und Arbeit sowie Menschenrechte und Gleichstellung weitergeleitet.

„Wir haben das Thema vor zwei Jahren auf den Tisch gebracht. Ich weiß, dass es wieder ein zäher Kampf und eine sehr breite Front sein wird“, gab der Senator hinsichtlich der Urlaubserhöhung zu.

Fokus auf Formalisierung und Arbeitsschutz

Für Arbeitsministerin Recalde sollte sich die Debatte im Land vielmehr auf Fragen des Arbeitsschutzes, der Formalisierung des Arbeitsmarktes sowie der sozialen Sicherheit konzentrieren.

„Paraguay muss beim Thema Arbeit vorankommen, insbesondere beim Schutz der Arbeitnehmer sowie bei der Formalisierung von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Extrem wichtig sind auch Pflegemodelle sowie die Regulierung von Digital-Plattformen, mit deren Prüfung wir nun beginnen werden. Auch beim Thema Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz haben wir eine neue Regelung, da wir kürzlich das IAO-Übereinkommen 190 ratifiziert haben. Wir haben noch viele Herausforderungen vor uns. Wir haben zwar schon große Fortschritte gemacht – vor allem bei Inspektionen und Kontrollen –, aber in Sachen Gesetzgebung und Regulierung werden wir in dieser zweiten Regierungsperiode ansetzen“, so die Ministerin abschließend.

Wochenblatt / Ultima Hora

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