Warnung: Immer mehr junge Menschen erleiden Herzinfarkte vor dem 40. Lebensjahr

Asunción: Ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und bestimmte Vorerkrankungen sind schon seit jeher die Faktoren, die das Herz-Kreislauf-System belasten und Risiken mit sich bringen. Bei Männern ist der akute Herzinfarkt ab dem 45. Lebensjahr die häufigste Todesursache.

Todesfälle aufgrund dieser Ursachen zählen zu den häufigsten im Land, erläutert Dr. Graciela González, Leiterin des Nationalen Programms zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beim Gesundheitsministerium.

Wie die Medizinerin berichtet, waren Übergewicht und Fettleibigkeit in der Vergangenheit die Hauptrisikofaktoren für das Auftreten von Herzinfarkten.

Hinzu kamen zudem eine unausgewogene Ernährung und fehlende körperliche Aktivität – Faktoren, die sich negativ auf die Gesundheit auswirkten, vor allem bei Erwachsenen und älteren Menschen. In den letzten Jahren ist das Erkrankungsalter jedoch deutlich gesunken.

Das liegt an neuen Ursachen, die sich aus der heutigen Lebensweise ergeben: Herzinfarkte und Bluthochdruck treten damit immer früher im Leben auf.

Zu den bei jungen Menschen festgestellten Auslösern zählen der unkontrollierte Konsum von Energydrinks, anregenden Substanzen und anderen Stoffen sowie ein übermäßiger Alkoholkonsum. In den letzten Jahren sind zudem E-Zigaretten hinzugekommen – vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Auch die übermäßige Nutzung von Bildschirmen gehört zu diesen neuen Risikofaktoren, da sie bei Kindern und Jugendlichen zu Bewegungsmangel führt.

„Heute erleiden Menschen deutlich häufiger bereits vor dem 40. Lebensjahr einen Herzinfarkt. Bluthochdruck stellen wir bereits vor dem 30. Lebensjahr fest. Der gesamte Prozess setzt sich also um mindestens zehn Jahre früher ein – das ist sehr besorgniserregend“, beschreibt sie mit Sorge.

Besonders hervorhebt Dr. González die Verwendung von Anabolika, die junge Menschen in Fitnessstudios oft ohne ärztliche Kontrolle einnehmen – entweder aus eigenem Entschluss oder auf Empfehlung von Freunden.

Sie weist zudem darauf hin, dass es zwar erlaubte Nahrungsergänzungsmittel gibt, andere Mittel jedoch nicht empfohlen werden. Letztere sorgen für einen starken Muskelaufbau und wirken ähnlich wie Testosteron. Da diese Wirkung sehr schnell eintritt, steigt das Risiko für Bluthochdruck.

„Dadurch erhöht sich vor allem das Risiko für Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen. Das wiederum kann zu einem höheren Risiko für einen Herzinfarkt oder einen plötzlichen Herztod führen“, erläutert die Leiterin des Präventionsprogramms.

Die Medizinerin nennt zudem die Warnzeichen, auf die man achten sollte und die auf eine Belastung des Herz-Kreislauf-Systems hindeuten können (siehe Hinweise).

Das Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass eine frühzeitige Erkennung es ermöglicht, Probleme rechtzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln. Betroffene werden an die Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens weitergeleitet, um eine geeignete Therapie zu erhalten.

Häufigste Todesursachen bei Männern und Frauen

Nach statistischen Angaben erläutert Dr. Graciela González, dass sieben von zehn Paraguayern übergewichtig oder fettleibig sind. In der Altersgruppe ab 60 Jahren leiden 70 % der älteren Bevölkerung an Bluthochdruck. Bei Männern ist der akute Herzinfarkt ab dem 45. Lebensjahr die häufigste Todesursache; vor diesem Alter sind es Unfälle.
Bei Frauen ist der Herzinfarkt erst ab dem 55. Lebensjahr die häufigste Todesursache. Bei Männern tritt er jedoch zunehmend bereits vor dem 40. Lebensjahr auf, so Dr. González.

Sie erinnert daran, dass das Programm die weltweite Aktion „MMM 2026 – Mai als Monat der Blutdruckmessung“ unterstützt.

Ziel dieser globalen Initiative ist es, die Bevölkerung für die Bedeutung der Blutdruckmessung zu sensibilisieren – schließlich ist Bluthochdruck die Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Blutdruck nur durch eine Messung festgestellt werden kann; dies ist eine einfache und für jedermann zugängliche Untersuchungsmethode.

Fast 10.300 Todesfälle im Jahr 2023

Dr. Graciela González berichtet, dass im Jahr 2023 insgesamt 10.295 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen starben. Die beiden häufigsten Todesursachen waren der akute Herzinfarkt und der Schlaganfall. Als wichtigster Risikofaktor erwies sich Bluthochdruck, gefolgt von Übergewicht an zweiter und Fettleibigkeit an dritter Stelle.

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