Machtloses Penicillin: Wissenschaftler schlagen Alarm wegen mutierter Krankenhauskeime

Asunción: Eine in Paraguay durchgeführte wissenschaftliche Studie hat in der öffentlichen Gesundheitsvorsorge Alarm ausgelöst. Sie bestätigt das Vorkommen und die genetischen Eigenschaften des Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) – eines der sogenannten “Superbakterien“, die mit schweren und schwer behandelbaren Infektionen in Verbindung gebracht werden.

Die Untersuchung wurde von Rosa Guillén, Claudia Salinas und ihren Mitarbeitern am Institut für biomedizinische Forschung (Instituto de Investigaciones en Ciencias de la Salud) der Nationalen Universität von Asunción (IICS-UNA) durchgeführt. Sie ermöglichte die Erstellung der ersten Genomkarte von MRSA bei pädiatrischen Patienten (Kindern) im Land, was einen Meilenstein für die epidemiologische Überwachung darstellt.

Der bedeutendste Befund war die Identifizierung von drei vorherrschenden Klonkomplexen: CC30, CC5 und CC8. Dabei handelt es sich um genetische Familien, die eine hohe Anpassungsfähigkeit und Resistenz gegen mehrere Antibiotika aufweisen.

Der Studie zufolge sind diese Stämme resistent gegen Penicillin, während die Resistenz gegen andere antimikrobielle Mittel weiter zunimmt. Dies schränkt die verfügbaren therapeutischen Optionen schrittweise ein. Derzeit sind Medikamente wie Vancomycin in schweren Fällen zwar noch wirksam, Experten warnen jedoch, dass der Handlungsspielraum immer kleiner wird.

Die Forschungsarbeit hebt hervor, dass diese Art von Infektionen zu schweren Krankheitsbildern wie Lungenentzündungen (Pneumonie), Knochenmarksentzündungen (Osteomyelitis) und Blutvergiftungen (Sepsis) führen kann, wovon besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, darunter Kinder, betroffen sind.

Diese wissenschaftliche Arbeit ist die erste Genomstudie zu MRSA in Paraguay. Sie gilt als grundlegender Schritt, um die Überwachungssysteme und die Früherkennung von Antibiotikaresistenzen sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene zu stärken.

Seitens des Instituts IICS-UNA – einer 1980 gegründeten Pioniereinrichtung der biomedizinischen Forschung – wurde betont, dass die detaillierte Kenntnis des genetischen Verhaltens des Bakteriums der Schlüssel ist, um dessen Evolution vorherzusehen und wirksamere Gesundheitsstrategien zu entwickeln.

In einem globalen Szenario, in dem Antibiotikaresistenzen zu den größten gesundheitlichen Bedrohungen des 21. Jahrhunderts zählen, unterstreicht dieser Befund die Notwendigkeit einer nachhaltigen Forschungs- und Präventionspolitik sowie des rationalen Einsatzes von Antibiotika.

Wochenblatt / La Nación / Instagram

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