Großes regionales Gefälle: Warum Afrikas Jugend optimistischer ist als die im Westen

Asunción: Anlässlich des Weltbevölkerungstages veröffentlicht der UNFPA (Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen) die Ergebnisse der “Demografischen Zukunftsumfrage“, für die mehr als 100.000 internetaktive Menschen im Alter zwischen 18 und 39 Jahren in 73 Ländern befragt wurden.

Dieser Bericht mit dem Titel “Entscheidungen, Leben und Zukunft: Was die Beschlüsse junger Erwachsener über Beziehungen, Elternschaft und Zukunft bestimmt“ liefert eine der bisher umfassendsten Datengrundlagen darüber, wie reproduktive Entscheidungen getroffen werden.

Zudem bekräftigt die Studie frühere Erkenntnisse: Die Mehrheit der jungen Menschen lehnt das Familienleben nicht grundsätzlich ab, sondern reagiert vielmehr auf wirtschaftliche, soziale und kulturelle Einschränkungen.

Die Umfrage identifiziert dabei bedeutende Hürden: 88 % der Befragten betrachten wirtschaftliche Stabilität als die wichtigste Voraussetzung für das Bekommen von Kindern, gefolgt von einem sicheren Arbeitsplatz (87 %) und emotionaler Reife (85 %).

Dennoch behalten zwei von drei jungen Menschen eine positive Sicht auf ihre Zukunft bei. Der Anteil derer, die sich “sehr positiv“ äußerten, variierte jedoch erheblich zwischen den Regionen: Er reichte von 62 % in West- und Zentralafrika sowie 48 % im östlichen und südlichen Afrika bis hin zu mageren 19 % in Westeuropa, Australien, Kanada und den USA.

Rund 90 % der fast 109.000 befragten, internetaktiven jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 39 Jahren in 73 Ländern stuften finanzielle Absicherung sowie körperliche Fitness und Gesundheit als wichtige Lebensziele ein.

Die finanzielle Sicherheit ist auch der am höchsten bewertete Faktor bei der Partnersuche und wurde von 81 % der Befragten als wichtig eingestuft. Wirtschaftliche Zwänge und Wohnungsnot bilden die am häufigsten genannte Barriere für das Eingehen einer Partnerschaft; 57 % der Teilnehmer bewerteten diesen Punkt als bedeutendes Hindernis.

Jugendguthaben trifft auf wirtschaftliche Hürden

Obwohl Paraguay in dieser weltweiten Statistik nicht gesondert aufgeführt ist, spiegeln die Ergebnisse des UNFPA die paraguayische Realität in hohem Maße wider. Paraguay verfügt im regionalen Vergleich über eine der jüngsten Bevölkerungsstrukturen Südamerikas – ein sogenanntes “demografisches Zeitfenster“. Lokale Erhebungen zeigen, dass auch hier der Wunsch nach Familiengründung und sozialem Aufstieg stark verankert ist. Allerdings kollidieren diese Pläne, genau wie in der globalen Studie beschrieben, oft mit der wirtschaftlichen Realität: Informelle Arbeit, der schwierige Zugang zu bezahlbarem Wohnraum in den Ballungsräumen wie Asunción und das Fehlen stabiler sozialer Absicherungen zwingen viele junge Paraguayer dazu, den Kinderwunsch aufzuschieben. Der in Schwellenländern ausgeprägte Grundoptimismus deckt sich dabei mit den hohen Werten, die der Bericht für Entwicklungsregionen ausweist, fordert aber gleichzeitig die paraguayische Politik heraus, bessere Rahmenbedingungen für die Jugend zu schaffen.

Wochenblatt / Hoy / Beitragsbild Archiv

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