Asunción: Die Mutter der zweijährigen Magnolia, die die Entführung durch den Vater und die Großeltern vor der Kindertagesstätte anzeigte und die darauffolgende Festhalten der Großmutter am Flughafen sowie die Festnahme des Vaters in Argentinien sorgten für viel Gesprächsstoff. In den paraguayischen Medien war es eine Entführung durch den Vater. Medien aus Chile vermelden jedoch eine andere Version, die man auch kennen sollte, um sich ein Urteil bilden zu können.
Paraguay: Ehefrau des chilenischen Botschafters in der Dominikanischen Republik wurde am Einsteigen in einen Flug gehindert
Die Ehefrau des kürzlich ernannten chilenischen Botschafters in der Dominikanischen Republik, Germán Becker Alvear – sie wurde als Patricia Nieto Ibaceta identifiziert – wurde gestern (für Samstag) am Flughafen von Asunción daran gehindert, einen Flug nach Santiago de Chile anzutreten. Hintergrund ist eine Anzeige wegen der Entführung ihrer Enkelin Magnolia Bustos Rojas. Wie die Zeitung ABC Color aus Asunción berichtete, ereignete sich der Vorfall, als Nieto sich zum Einsteigen bereitmachte; die Polizei informierte daraufhin den Staatsanwalt Aldo Cantero.
Der Kommissar Hugo Blanco erklärte gegenüber der des Mediums Hoy: „Wenn sie das Land verlässt, wird die Ermittlung erheblich schwieriger. Deshalb wurde als vorbeugende Maßnahme entschieden, die Reise zu verhindern.“ Auf verschiedenen Aufnahmen ist zu sehen, wie sie von mehreren Polizisten zu einem Fahrzeug begleitet und zu Staatsanwalt Cantero gebracht wurde. Nach Informationen von ABC Color ermittelt dieser im Rahmen einer Anzeige der Paraguayerin Diana Rojas. Diese behauptet, ihre zweijährige Tochter sei von Nieto aus einem Kindergarten abgeholt worden.
Nach ihrer Vernehmung wurde Nieto wieder freigelassen. Sie erklärte: „Magnolia ist ein chilenisches Kind, sie war nie paraguayisch. Ihr gewöhnlicher Aufenthaltsort war stets Chile.“ Weiter fügte sie hinzu, die Mutter des Kindes verfüge über „eine internationale Rückgabeanordnung. In Chile wurde bereits ein Urteil wegen internationaler Entführung erlassen.“ Zudem sei die Mutter berechtigt gewesen, das Kind über die Jahreswende – vom 21. Dezember 2025 bis zum 5. Januar 2026 – bei sich zu haben. „Doch danach blieb sie lange Zeit verborgen. Dank der chilenischen Ermittlungspolizei konnte ihr Aufenthaltsort schließlich ermittelt werden. Der Fall wurde die ganze Zeit verhandelt; das endgültige Urteil sollte eigentlich am Mittwoch oder Donnerstag verkündet werden – es ist aber nicht erfolgt und wird auch nicht erfolgen.“ Sie fügte hinzu, sowohl sie selbst als auch ihr Sohn seien bedroht worden: „Das ist hier wirklich verkehrte Welt: Die Täterin gibt sich als Opfer aus – und die Leute glauben es.“
Auf die Frage nach dem Verbleib ihres Sohnes Francisco Javier Bustos, der vermutlich gemeinsam mit dem kleinen Mädchen unterwegs ist, antwortete sie: „Ich kenne seinen Aufenthaltsort nicht, deshalb arbeite ich bei der Klärung mit. Ich habe ihn zuletzt gesehen, als wir uns in der chilenischen Botschaft aufhielten. Meine Enkelin ist nicht verschwunden.“
Die Darstellung von Diana Rojas hingegen lautet anders. Wie sie selbst gegenüber der Zeitung El Observador mitteilte, befand sich das Kind bei seinem Vater und sollte ihr am Mittwoch, den 9. Juli, übergeben werden. Stattdessen behauptet sie: „Der Vater verstößt fortwährend gegen alle behördlichen Auflagen und ignoriert die Behörden dieses Landes. Meine Anrufe und Nachrichten beantwortet er seitdem nicht mehr – weder er noch seine Familie.“
Wochenblatt / El Mostrador















