Ihr Exmann verbarg jahrelang seine HIV-Infektion, steckte sie an – und verschwand

Asunción: Heute kämpft sie nicht nur mit ihrer Gesundheit, sondern allein um den Unterhalt ihrer zwei Kinder und fordert eine Untersuchung durch die Justiz. Der Expartner habe ihr gestanden, bereits seit zehn Jahren mit dem Virus zu leben; zudem habe sie herausgefunden, dass er heimlich Beziehungen zu Frauen, Männern und sogar Minderjährigen unterhielt, berichtet sie.

Eine 45-jährige Frau brach ihr Schweigen und erhob öffentlich in der Sendung „Al Estilo Pelusa“ schwere Vorwürfe: Ihr Expartner habe ihr jahrelang verschwiegen, dass er HIV-positiv ist. Dadurch habe sie sich während der Schwangerschaft mit ihrem zweiten Kind angesteckt. Neben der Bewältigung ihrer Erkrankung müsse sie heute allein für die zwei minderjährigen Kinder sorgen – eines leidet an einer angeborenen Erkrankung, das andere an Epilepsie.

Die Frau berichtete, sie habe den Mann 2019 nach ihrer ersten Scheidung kennengelernt. Nach mehrjähriger Gemeinsamkeit und der Geburt ihres ersten gemeinsamen Kindes wurde sie erneut schwanger. Erst bei den vorgeburtlichen Untersuchungen erfuhr sie von ihrer HIV-Diagnose.

„Ich glaubte, er sei gesund. Außer meinem früheren Ehemann und ihm hatte ich nie einen anderen Partner“, schilderte sie. Später habe eine Anwältin bestätigen können, dass der Mann bereits seit etwa zehn Jahren von seiner Infektion wusste – und es ihr niemals mitgeteilt hatte.

Als sie ihn damit konfrontierte, habe er zugegeben, seinen Zustand verheimlicht zu haben, weil er befürchtete, sie würde ihn verlassen. Außerdem habe sie Nachrichten gefunden, die Treffen mit anderen Personen belegten – darunter auch Männer und eine minderjährige Person. Damit war die Beziehung endgültig beendet.

Ihre Kinder sind nicht infiziert

Trotz der schweren Diagnose betonte die Frau: Ihre zwei Kinder haben sich nicht mit dem Virus angesteckt.

Das ältere Kind sei geboren worden, bevor sie von ihrer Infektion wusste; bei der zweiten Schwangerschaft habe sie sich streng an die medizinischen Vorgaben gehalten: Kaiserschnitt, antiretrovirale Behandlung und Verzicht auf das Stillen. Heute werden beide Kinder regelmäßig untersucht – alle Ergebnisse sind bislang negativ. Bei ihr selbst ist die Viruslast durch die tägliche Therapie nicht mehr nachweisbar.

Sie fordert Unterstützung und Aufklärung

Zudem klagt sie darüber, dass der Kindsvater seit fast drei Jahren keinen Unterhalt mehr zahlt und auch keinen Kontakt zu den Kindern hält. Sie habe bereits rechtliche Schritte eingeleitet, doch das Verfahren bleibe zwischen verschiedenen Behörden stecken – sogar Teile der Akte seien verschwunden.

Sie lebt vom Verkauf von Handarbeiten

Heute bestreitet sie ihren Lebensunterhalt damit, gehäkelte Geschirrtücher und andere Waren auf der Straße zu verkaufen. Rund 100.000 Guarani Einnahmen pro Tag brauche sie mindestens, um die Kinder zu versorgen – an vielen Tagen gelinge es ihr aber nicht einmal, ein einziges Stück zu verkaufen.

Eines ihrer Kinder leidet an einer angeborenen Darmerkrankung, die bereits drei Operationen erforderlich machte; das jüngere Kind wird wegen Epilepsie behandelt. Hinzu kommen eigene gesundheitliche Probleme: Muskelschmerzen und noch ausstehende Untersuchungen an Lymphknoten.

Sie betonte, es gehe ihr nicht um Geldzahlungen, sondern um eine Chance, sich selbstständig zu machen. Früher habe sie selbst zubereitete Speisen verkauft, doch als ihr Ofen kaputtging, musste sie damit aufhören. Ihr größter Wunsch sei ein kleines Geschäft, mit dem sie ihre Kinder versorgen könne – ohne auf Hilfe anderer angewiesen zu sein.

Wochenblatt / Extra

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