Asunción: Obwohl das Land Fortschritte bei der Einrichtung von Stillräumen und Unterstützungskommissionen verzeichnet, gehört die Stillquote weiterhin zu den niedrigsten in der Region. Experten fordern den Abbau beruflicher und kultureller Barrieren, um dieses Recht zu schützen.
Im Rahmen der Weltstillwoche offenbart die Situation in Paraguay ein Bild der Kontraste: Einerseits gibt es wichtige institutionelle Fortschritte, andererseits Zahlen, die die Dringlichkeit verdeutlichen, die Unterstützungsangebote für Mütter zu vertiefen.
Nach Daten von Dr. Talavera, einer Spezialistin auf diesem Gebiet, erhalten im Land nur 31,3 % der Kinder unter sechs Monaten ausschließliche Muttermilchnahrung. Das bedeutet, dass knapp drei von zehn Säuglingen in ihrer ersten Entwicklungsphase ausschließlich diese Nahrung bekommen.
In diesem Zusammenhang warnt Dr. Sonia Ávalos, Beauftragte für Gesundheit und Ernährung bei Unicef Paraguay, dass die Stillquote auf nationalem Boden eine der niedrigsten in der Region ist, was eine vorrangige Herausforderung für die öffentliche Gesundheit darstellt.
Der stufenweise Abbruch
Auch die Kontinuität des Stillens mit zunehmendem Alter des Kindes zeigt einen deutlichen Rückgang. Gemäß den Daten der MICS-Studie (Multiple Indicator Cluster Survey) von Unicef liegt die Stillquote im ersten Lebensjahr des Babys bei 48,2 %, während sie mit zwei Jahren drastisch auf 21 % fällt.
Die Schwierigkeiten, das Stillen aufrechtzuerhalten, nehmen gewöhnlich mit der Rückkehr der Mutter in das Berufsleben zu. Hinzukommen der Mangel an geeigneten Räumen zum Abpumpen und Aufbewahren von Muttermilch sowie das Fortbestehen gesellschaftlicher Mythen.
Im Juni 2024 gründete das Ministerium für Volksgesundheit mit technischer Unterstützung von Unicef die Nationale Kommission zur Förderung und Unterstützung des Stillens.
Es gelang die Einrichtung von mehr als 100 Stillräumen in öffentlichen sowie privaten Unternehmen und Institutionen gemäß den geltenden Vorschriften. Hinzu kommt die kontinuierliche Stärkung des paraguayischen Muttermilchbanken-Netzwerks – eine strategische Ressource zur Sicherstellung der Ernährung von Neugeborenen in geschwächten Situationen oder bei Frühgeburten.
Die Herausforderung der Gegenwart besteht nicht nur darin, über die biologischen Vorteile der Muttermilch zu informieren, sondern wirksame Auffangnetze zu knüpfen, die es Frauen ermöglichen, ihre Mutterschaft auszuüben, ohne auf ihre berufliche Entwicklung oder die Gesundheit ihrer Kinder verzichten zu müssen.
Wochenblatt / Hoy / Beitragsbild Archiv















