Chaco-Chancen 2026: Warum Boquerón der neue Maßstab für Paraguays Viehzucht ist

Asunción: Boquerón wurde laut der Nationalen Agrarumfrage des Chaco 2026 (ENA) als das Departement mit dem stärksten Viehwirtschaftsmanagement in Paraguay identifiziert. Die Erhebung ergab außerdem, dass der Ackerbau im Chaco mittlerweile rund 350.000 Hektar umfasst, was ein stetiges Wachstum neben dem dominierenden Viehzuchtsektor der Region widerspiegelt.

Die Ergebnisse wurden von Anselmo Maciel präsentiert, dem Direktor für Agrarzensus und -statistiken im Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht (MAG). Er erklärte, dass die Daten öffentliche Maßnahmen unterstützen werden, die darauf abzielen, die nachhaltige landwirtschaftliche und viehwirtschaftliche Produktion in der Region Occidental von Paraguay zu stärken.

Umfrage deckt fünf Millionen Hektar ab

Die ENA untersuchte die landwirtschaftliche Aktivität in den Departements Boquerón, Alto Paraguay und Presidente Hayes und umfasste eine Stichprobe von fünf Millionen Hektar. Nach Angaben des Ministeriums findet die land- und viehwirtschaftliche Produktion derzeit auf rund 18 Millionen der insgesamt 24 Millionen Hektar des Chaco statt.

Die Feldarbeit wurde im März und April 2026 durchgeführt. Die Umfrage nutzte den Produktionszyklus 2024/2025 als Referenzperiode für die Viehwirtschaft und den Zyklus 2025/2026 für den Pflanzenbau. Maciel führt aus, dass die Viehzucht weiterhin die Hauptproduktionsaktivität des Chaco bleibt, obwohl sich die Landwirtschaft durch die Ausweitung kommerzieller Anbauprodukte weiter diversifiziert.

Boquerón übertrifft andere Departements

Der Erhebung zufolge verzeichnete Boquerón die besten Indikatoren beim Viehwirtschaftsmanagement – sowohl für die Zucht als auch für die Rinderproduktion. Alto Paraguay belegte den zweiten Platz; das Departement ist hauptsächlich auf die Rinderproduktion spezialisiert, zeigt jedoch größere Unterschiede zwischen den einzelnen Produzenten. Presidente Hayes wies etwas schwächere Leistungsindikatoren auf als die beiden anderen Departements.

Die Umfrage hob auch die anhaltende Expansion des Ackerbaus im gesamten Chaco hervor. Derzeit stehen rund 350.000 Hektar unter Anbau, wobei der Pflanzenbau die Viehzucht zunehmend ergänzt, anstatt sie zu ersetzen.

Weitere Anbauprodukte

Zu den bemerkenswertesten Ergebnissen gehörte das anhaltende Wachstum des Sojaanbaus. Die Erhebungsdaten identifizierten ungefähr 150.000 Hektar Soja, wobei sich die Produktion von Versuchsflächen und Futtermittelzwecken hin zum kommerziellen Verkauf verlagert hat. Alto Paraguay verzeichnete Erträge, die mit denen in der Region Oriental von Paraguay vergleichbar sind, während die Sojaproduktion auch im zentralen Chaco an Bedeutung gewonnen hat.

Der Maisanbau umfasst mittlerweile rund 50.000 Hektar, die zu gleichen Teilen auf die Getreideproduktion und die Viehfütterung entfallen. Baumwolle nimmt etwa 30.000 Hektar ein, was einen Rückgang von 50 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Auf Sorghum entfallen weitere 20.000 Hektar, hauptsächlich für Viehfutter, während Erdnüsse und Bohnen weiterhin wichtige landwirtschaftliche Nutzpflanzen bleiben.

Im Rahmen der Umfrage wurden mehr als 1.200 Viehzuchtbetriebe besucht. Rund 950 Produzenten verfügten über ausreichende Aufzeichnungen, um detaillierte Informationen über einen elektronischen Fragebogen mit knapp 600 Variablen bereitzustellen. Die Befragungsteams nutzten mobile Geräte, um landwirtschaftliche Parzellen georeferenzieren und kartieren zu können, was die Genauigkeit und Konsistenz der erhobenen Daten verbesserte. An der Aktion waren rund 130 Feldmitarbeiter beteiligt, darunter Interviewer, Supervisor, technisches Unterstützungspersonal und Koordinatoren.

Wochenblatt / Asunción Times

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