Asunción: Der Anwalt Rubén Paredes, Vertreter der Familie Jacquet, hat dargelegt, wie es der Verteidigung des Angeklagten gelang, den Vater eines der Opfer rechtlich auszuschließen, um ein exklusives finanzielles Abkommen mit der deutschen Familie zu besiegeln, die Vormund der einzigen minderjährigen Überlebenden ist.
Die Entscheidung des Richters für das Strafverfahren (Garantiegericht) von Cordillera, Augusto Acuña Rojas, mit der Eugenio Sanabria Vierci nach dem tragischen Unfall, der auf der Ruta Ecovía vier Menschen das Leben kostete, endgültig freigesprochen (sobreseimiento definitivo) und seine Freiheit wiederhergestellt wurde, geht auf einen in die Kritik geratenen Verfahrensmechanismus zurück.
Anwalt Rubén Paredes erklärte im Radio, dass gemäß der paraguayischen Strafprozessordnung bei Straftaten mit Todesfolge der Ehegatte, die Kinder, die gesetzlichen Vertreter und sogar die Eltern (Verwandte bis zum vierten Grad der Abstammung) als Opfer mit dem Recht auf Nebenklage anerkannt werden.
„In dieser Eigenschaft als Opfer hat Herr Osvaldo Jacquet, der Vater des verstorbenen jungen Mannes, die Nebenklage eingereicht, um Gerechtigkeit zu fordern, und diese Klage wurde seinerzeit vom Richter zugelassen. Die Verteidigung von Sanabria Vierci erhob jedoch eine Einrede wegen Fehlens der Klagebefugnis (excepción de falta de acción) mit der Begründung, dass die Existenz einer überlebenden Tochter die Eigenschaft des väterlichen Großvaters als Opfer ausschließe“, präzisierte der Jurist.
Der Fehler des Berufungsgerichts
Obwohl das Garantiegericht in erster Instanz das Manöver der Verteidigung mit der korrekten Begründung abwies, dass das Recht des Vaters, als Nebenkläger im Strafverfahren aufzutreten, intakt bleibe, führte die von den Anwälten von Sanabria Vierci eingelegte Berufung schließlich zu einer Wendung des Verfahrens.
Das Berufungsgericht beschloss, den Beschluss des erstinstanzlichen Richters aufzuheben, und schloss den Vater des getöteten Opfers aus dem Verfahren aus. „Das Gericht hat das Erbrecht falsch angewendet, welches im Strafverfahren völlig unanwendbar ist. Mit dieser Entscheidung haben sie den väterlichen Großvater außen vor gelassen“, kritisierte er.
Die Härte des Gesetzes erfährt nur der, der nicht zahlen kann
Da der Familie Jacquet somit ihre Parteistellung innerhalb der Akte entzogen worden war, war der Weg für die Verteidigung des angeklagten Fahrers frei, um ausschließlich mit den Angehörigen deutscher Staatsangehörigkeit zu verhandeln, die die gesetzliche Vormundschaft über die kleine Waise innehaben.
Nach dem Ausschluss des väterlichen Großvaters legte die Verteidigung von Sanabria Vierci die Vereinbarung über den Schadensersatz vor, die nur mit den Vormündern der Minderjährigen unterzeichnet worden war, und erwirkte damit die Einstellung des Strafverfahrens wegen fahrlässiger Tötung (homicidio culposo). Dies führte zur sofortigen Aufhebung des Hausarrests des Angeklagten.
Nancy Jacquet, die Schwester des Verstorbenen Osvaldo Darío Jacquet, bekräftigte gestern gegenüber Radio 1000 AM, dass ihre Familie niemals finanzielle Einigungen im Austausch für die Straffreiheit des Verantwortlichen für den Tod ihres Bruders, ihrer Schwägerung Kristin Maria Blumenrother, ihres einjährigen Neffen und des weiteren Opfers, Nancy Angeluz Chena, akzeptiert hat oder akzeptieren wird.
„Die Familie Jacquet verhandelt nicht über das Leben ihrer Lieben. Mein Vater wurde aus dem Verfahren entfernt, weil sie wussten, dass wir uns diesem Abkommen entschieden widersetzen“, sagte sie.
Wochenblatt / Hoy














