Rio Verde: Die Vorverhandlung gegen drei Angeklagte im Fall eines Millionenbetrugs an Mennoniten-Kolonisten aus der Region Rio Verde (Departement San Pedro) wurde ausgesetzt.
Dieses Mal wurde der Gerichtstermin verschoben, weil der Angeklagte José Ljubetic (li. im Beitragsbild) nur wenige Minuten vor Beginn der Verhandlung seinen Anwalt wechselte. Dies wurde als Prozessverschleppung gewertet, die lediglich darauf abzielt, den Fortgang des Strafverfahrens zu verzögern.
Angesichts der erneuten Aussetzung beantragte die Nebenklage, vertreten durch die Rechtsanwältin Gessy Ruiz Díaz, beim Ermittlungsrichter Vicente Coronel eine Disziplinarsanktion gegen den Angeklagten Ljubetic wegen unzulässiger Prozessverzögerung. Dieser Antrag muss nun von dem Richter geprüft werden.
Ebenfalls in diesem Fall angeklagt sind William Bogarin (re. im Beitragsbild), ein Angestellter der Abgeordnetenkammer und mutmaßlicher Kopf des Mega-Betrugs, sowie die Rechtsanwältin Ilse Paredes.
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben und gefordert, den Fall in einer mündlichen und öffentlichen Hauptverhandlung zu verhandeln. Sie betonte, über ausreichend Beweismittel zu verfügen, um vor Gericht eine Verurteilung zu erwirken.
Auslesen von Handydaten steht noch aus
In der Vorverhandlung müssen zudem die Gutachter vereidigt werden, die das Mobiltelefon des Angeklagten Bogarin auslesen sollen. Diese technische Untersuchung wird von der Abteilung für Entführungs- und Erpressungsbekämpfung durchgeführt, die die Ergebnisse anschließend dem Ermittlungsgericht mitteilen muss.
Den drei Beschuldigten wird vorgeworfen, die Mennoniten um eine Summe von 1.600.000 US-Dollar betrogen zu haben – unter dem falschen Versprechen, 8.000 Hektar Land im Chaco zu erwerben. Es wird erwartet, dass die Forensik des Telefons von Bogarin Schlüsselinformationen über seine Beteiligung und die weiterer möglicher Verstrickter im Betrugssystem liefert.
Wochenblatt / La Nación














