San Pedro: Am 21. August findet um 08:45 Uhr die Vorverhandlung für den ehemaligen Angestellten der Abgeordnetenkammer, William Bogarín (Beitragsbild), und weitere Angeklagte wegen schweren Betrugs und Erstellung öffentlicher Dokumente mit falschem Inhalt statt.
Die Opfer in diesem Fall sind Mennoniten aus der Gegend von Río Verde im Departement San Pedro. Neben Bogarín sind die Rechtsanwältin Ilse Paredes und José Ljubetic angeklagt.
Den drei Personen wird vorgeworfen, die Mennoniten unter dem falschen Versprechen, 8.000 Hektar Land im Chaco zu erwerben, um die Summe von 1.600.000 US-Dollar betrogen zu haben. Zudem wird die Auswertung von Daten aus dem Mobiltelefon des Angeklagten Bogarín erwartet – ein Verfahren, das schlüssige Informationen über seine Beteiligung und die weiterer Akteure in diesem Fall liefern könnte.
Die Anklage
Die Anklage der Staatsanwaltschaft führt aus, dass die Taten im Jahr 2017 begannen, als der Angeklagte Ljubetic gegenüber der Familie Friesen als vermeintlicher Anwalt und Experte für Landfragen auftrat. Nachdem er das Vertrauen der Investoren gewonnen hatte, riet er ihnen zunächst vom rechtmäßigen Kauf bestimmter, von Dritten angebotener Grundstücke ab – mit der Begründung, sie könnten Betrügern zum Opfer fallen. Nachdem er seine Glaubwürdigkeit gefestigt hatte, bot er an, den Erwerb von zwei Parzellen zu je 4.000 Hektar zu vermitteln, die angeblich dem Landentwicklungsinstitut Indert gehörten und sich in der Kolonie Ñande Mba’e im Bezirk Mariscal Estigarribia befanden.
Ljubetic versicherte, über ein “Juristenteam“ zu verfügen, dem die Anwälte Bogarín und Paredes angehörten. Diese beteiligten sich tatsächlich an der Ausarbeitung gerichtlicher und administrativer Schriftsätze mit falschem Inhalt, die zur Aufrechterhaltung der Täuschung dienten. Der Staatsanwaltschaft zufolge wurden Besitzstörungsklagen auf der Grundlage frei erfundener Tatsachen angestrengt. Dabei wurde behauptet, dass den Friesens die Immobilien gewaltsam entzogen worden seien, obwohl sie diese in Wahrheit nie in Besitz hatten.
Die von den Angeklagten vorgelegten Dokumente – darunter Pläne, Fotografien, WhatsApp-Nachrichten, an das Indert gerichtete Schriftsätze und angebliche Gerichtsentscheidungen – hielten die Opfer in einer ständigen Erwartungshaltung. Um das Betrugssystem aufrechtzuerhalten, wurden fiktive Reisen in den Chaco, nicht existierende Vermessungen, gefälschte Dienstreisen von Beamten und sogar Sprachnachrichten übermittelt, in denen Ljubetic behauptete, die Inbesitznahme der Grundstücke sei bereits angeordnet worden.
Wochenblatt / La Nación














