Asunción: Es ist nicht mehr angesagt, mit verpackten Geschenken zur Hochzeit aufzukreuzen. Früher war es üblich, Klassiker wie Töpfe, Sandwichmaker oder Gläsersets mitzubringen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Der neuste Schrei: Den Brautleuten wird direkt Geld überwiesen.
Mittlerweile enthalten Hochzeitseinladungen bereits die Bankdaten des Brautpaars für eine Überweisung oder kündigen einen “Umschlag-Regen“ an. Vergiss also die Idee, Tage vorher ein Tassenset zu schicken oder mit einem verpackten Sandwichmaker auf der Feier zu erscheinen.
Schon Tage vor dem Fest sollte die Überweisung getätigt werden. Ein Video der Knigge- und Etikette-Expertin Andra Etiqueta gibt Orientierung bezüglich der Geldsumme: „Es gibt keinen exakten Betrag und keine universelle Regel. Aber man sollte Gespür zeigen. Die Idee ist, dass der Beitrag angemessen ist und zum Rahmen der Feier sowie dem Veranstaltungsort passt“, erklärte sie.
Die Expertin rechnet mit ca. 250.000 Guaranies pro Person. Das bedeutet, dass ein Paar 500.000 Guaranies überweisen sollte.
„Es geht nicht darum, den ’Eintritt’ für eine Hochzeit zu bezahlen. Es geht um Wertschätzung gegenüber den Gastgebern und darum, ein Geschenk zu machen, das in dieser neuen Lebensphase wirklich nützlich ist, anstatt als weiterer Haushaltsgegenstand herumzustehen“, fügte sie hinzu. Wer seine Teilnahme fest zugesagt hat, sollte die Überweisung also auf keinen Fall vergessen.
Manche heißen diesen Trend willkommen: So wird das Brautpaar nicht mit Gläsersets überhäuft und kann das Geld stattdessen für die Flitterwochen nutzen. Andere hingegen beschweren sich und sehen die Entwicklung kritisch. In den sozialen Netzwerken liest man Kommentare wie: „Warum heiraten sie überhaupt, wenn sie es sich nicht leisten können?“, „Ich finde das unmöglich, jeder sollte schenken, was er kann“ oder „Für 500.000 Guaranies bleibe ich lieber gleich zu Hause“.
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