Zum Gedenken an Andres Miguel Huber: Eine Ikone der Kolonie Independencia geht von uns

Kolonie Independencia: Mit tiefem Respekt und großer Anteilnahme nimmt die Gemeinschaft der Kolonie Independencia Abschied von Andres Miguel Huber. Am Montag, dem 24. August 2026, verstarb im Alter von 89 Jahren ein Mann, dessen Name untrennbar mit der Geschichte, dem wirtschaftlichen Aufbau und dem gesellschaftlichen Leben der Kolonie verbunden bleibt.

Mit ihm verliert die Region eine ihrer prägendsten Gestalten, ein echtes Urgestein und ein Vorbild an Pflichtbewusstsein und Integrität.

Pioniergeist und wirtschaftliches Fundament

Andres Miguel Huber gehörte zu jener Generation, die nicht nur den Wandel miterlebte, sondern ihn aktiv gestaltete. Als Gründungsmitglied der Kooperative Carlos Pfannl legte er den Grundstein für eine Institution, die bis heute das Rückgrat der lokalen Landwirtschaft und Wirtschaft bildet. Über mehrere Jahrzehnte hinweg stellte er seine hohe Fachkompetenz, seine unerschütterliche Verlässlichkeit und seine akribische Genauigkeit in den Dienst der Genossenschaft – unter anderem in seiner langjährigen Funktion als Schatzmeister sowie als Mitglied des Aufsichtsrates. Im Agrar- und Handelssektor erarbeitete er sich vor allem im Handel mit Baumwolle und Sojabohnen durch Weitblick, kaufmännische Anständigkeit und fairen Umgang einen hervorragenden Ruf als seriöser Geschäftsmann.

Diplomatisches Geschick und gesellschaftliche Verantwortung

Über seine wirtschaftlichen Verdienste hinaus übernahm Miguel Huber gesellschaftliche Verantwortung in einem Maße, das weit über das Gewohnte hinausging. Über viele Jahre hinweg fungierte er als offizieller Vertrauensmann der Deutschen Botschaft in Asunción. In dieser Schlüsselrolle diente er als geschätzter Verbindungsmann und vertrauensvolles Bindeglied zwischen den deutschen Behörden und der deutschstämmigen Bevölkerung in Independencia. Ob in Verwaltungsfragen, bei konsularischen Angelegenheiten oder in persönlichen Notlagen: Andres Miguel Huber hatte stets ein offenes Ohr, handelte diskret und setzte sich uneigennützig für die Belange seiner Mitbürger ein.

Ein Mann der Gemeinschaft, der Musik und des Geistes

Nach außen hin schätzte man Andres Miguel Huber als einen ernsten, bedachten und zutiefst seriösen Mann, der stets das Wohl des Ganzen im Blick behielt. Auch die Bildung lag ihm am Herzen. Von 1983 bis 1984 war er Präsident der Deutschen Schule in Independencia. Gleichzeitig schlug in ihm ein Herz für das kulturelle und gesellige Miteinander. Seine Liebe zur Musik zeigte sich in seinem jahrzehntelangen, engagierten Mitwirken im örtlichen Chor, mit dem er viele Feste und Gottesdienste musikalisch bereicherte.

Auch im sportlichen und Vereinsleben bewies er Scharfsinn und Einsatzfreude: Als leidenschaftlicher und herausragender Skatspieler vertrat er unsere Region regelmäßig bei internationalen Turnieren, wo er nicht nur Siege feierte, sondern auch weltweite Freundschaften pflegte. Darüber hinaus brachte er sich über viele Jahre hinweg als aktives Mitglied und geschätzter Funktionär auf dem Deutschen Sportplatz Independencia ein.

Ein bleibendes Vermächtnis

Gestern erwies die Gemeinschaft der Kolonie Independencia Andres Miguel Huber die letzte Ehre. Sein Wirken, sein unermüdlicher Einsatz für das Gemeinwohl und seine aufrechte Haltung haben Spuren hinterlassen, die die Zeiten überdauern werden.

In Gedenken an sein erfülltes Leben tröstet uns die Zusage aus dem 1. Brief an die Thessalonicher (Kapitel 4, Vers 17), die auch seine Traueranzeige ziert: „Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein.“

Unser tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen, seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Die Kolonie Independencia wird Andres Miguel Huber stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Wochenblatt

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