Vom Umfeld des Machtzentrums in die Verwahrlosung: Das Drama um den Onkel von Horacio Cartes

Coronel Oviedo: Juan Domingo “Papacho“ Viveros Cartes, der Onkel von Horacio Cartes, wurde erneut in einem Zustand der Verwahrlosung, hilflos und orientierungslos in der Nähe der Rennstrecke VX-Ajos in Coronel Oviedo aufgefunden.

Ricardo Ruiz Diaz berichtete, dass sie ihn im Delirium, mit einer schlammigen Plastiktüte im Mund und bei intensiver Hitze vorfanden. Er beschloss daher, ihn zu seinem Haus zu bringen.

Juan Domingo “Papacho“ Viveros Cartes ist der Onkel des ehemaligen Staatspräsidenten und aktuellen ANR-Vorsitzenden Horacio Cartes. Der Mann wurde von Diaz und weiteren Personen gefunden, die gegen 14:00 Uhr am vergangenen Sonntag zum Training auf die Rennstrecke gekommen waren. Als sie nach etwa zwei Stunden das Gelände verließen, stießen sie direkt am Tor auf Viveros Cartes, der dort am Boden lag, offenbar völlig orientierungslos und in sehr schlechtem Zustand. „Ich schwöre dir, er hat phantasiert. Er hat sich eine Plastiktüte voll Schlamm in den Mund gesteckt“, schilderte Diaz die Situation. Die Plastiktüte habe dort vermutlich schon seit Tagen gelegen, als Viveros Cartes versuchte, sie zu essen.

Diaz berichtete weiter, dass er sofort versuchte, ihm den Gegenstand abzunehmen und ihm aufzuhelfen. Da der Mann große Gehschwierigkeiten hatte und über Hüftschmerzen klagte, musste er ihn tragen, um ihn zu seinem Haus zu bringen.

Dort angekommen, versorgten sie ihn mit Wasser und Obst. Der Mann schien extrem hungrig zu sein. „Es wirkte, als hätte er ewig nichts mehr gegessen“, sagte Diaz, der auch den miserablen Zustand des Hauses beschrieb.

Die Rennstrecke X-Ajos befindet sich direkt gegenüber dem Grundstück, auf dem Viveros Cartes lebt. Um zu seinem Haus zu gelangen, muss man das Areal der Rennstrecke überqueren, da es abgelegen vom städtischen Gebiet liegt. Diaz merkte an, dass der Mann immer wieder an verschiedenen Stellen am Boden liegt und es meist Anwohner oder Besucher der Rennstrecke sind, die ihm schließlich zu Hilfe kommen.

Dies war kein Einzelfall. Diaz erinnerte daran, dass Viveros Cartes bereits in der vergangenen Woche auf dem Gelände der Rennstrecke gefunden wurde – bauchlings im Gras liegend, was bei allen Beteiligten große Sorge auslöste. „Egal was er in der Vergangenheit getan hat, niemand verdient es, sein Leben so zu beenden. Es wird immer schlimmer mit ihm“, betonte Diaz.

Zudem erwähnte er, dass es zahlreiche Gerüchte über die Situation des Mannes gebe, die er jedoch nicht bestätigen könne. Unter anderem bestehe die Sorge, dass gespendete Hilfsgüter später wieder entwendet werden könnten.

Angesichts dieses erneuten Vorfalls beschlossen Diaz und eine Gruppe von Fahrern, eine Hilfsaktion zu organisieren. Über eine Chatgruppe der X-Ajos-Fahrer stimmen sie sich ab; einige bringen bereits regelmäßig Essen mit, wenn sie zum Trainieren kommen.

Für die kommenden Tage planen sie, ihm Kleidung, eine Matratze, Lebensmittel und weitere Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarfs zu bringen. „Wir werden alles tun, um ihm zu helfen und zu sehen, wo wir ihn unterbringen können. Sonst stirbt er ganz allein in diesem alten Haus“, drückte Diaz seine Befürchtungen aus.

Die Situation von Viveros Cartes hatte bereits im vergangenen Juli für Aufsehen gesorgt, als er etwa 18 Stunden lang in einem Waldgebiet von Coronel Oviedo als vermisst galt. Damals starteten Anwohner der Ortsteilgemeinschaft Calle Segunda Ka’aguy Kupé die Suche und konnten ihn schließlich lebend ausfindig machen.

Seit mehreren Jahren wird seine extreme Notlage immer wieder öffentlich angesprochen. Trotz seiner Vergangenheit und der Vorwürfe bezüglich seines früheren Lebensweges lebt er heute praktisch isoliert und ist fast vollständig auf die Hilfe aus der Gemeinschaft angewiesen. Wer ihn unterstützen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0972 966 847 melden.

Wochenblatt / Oviedo Press

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