Die dramatische Rettung eines 16-Jährigen aus den Händen eines Priesters

San Juan Bautista: In der Ortschaft im Department Misiones herrschte große Bestürzung, nachdem ein 16-jähriger Jugendlicher um Hilfe gebettelt hatte, um aus den Händen eines Priesters gerettet zu werden, der ihn erst alkoholisiert und dann missbraucht hatte.

Was den Fall noch schwerwiegender macht, ist, dass schreckliche Videos von dem Moment kursieren, in denen er missbraucht wurde.

Bei dem Beschuldigten handelt es sich um den Priester der Kirche Nuestra Señora de la Asunción, Ismael Obregón Olmedo (47). Die Taten ereigneten sich am Freitag um 23:00 Uhr im Pfarrhaus des Ortes. Er hatte dem Jugendlichen Wein zu trinken gegeben, es gab mehrere leere Flaschen.

Kommissar Ramón Bacigalupo, der Leiter der 1. Polizeidienststelle des Ortes, erzählte, wie die Rettung des Minderjährigen ablief.

„Zuerst bat er seine engsten Verwandten um Hilfe (es gelang ihm, das Handy des Priesters an sich zu nehmen und sich im Bad einzuschließen). Er rief sie an und schickte ihnen Nachrichten über WhatsApp, Fotos und Videos von dem, was der Pfarrer ihm angetan hatte, die nun in den sozialen Netzwerken kursieren“, schilderte er. Außerdem schickte er die Videos an den Bischof von Misiones, Osmar López, und rief dann den Notruf 911 an.

„Als er anrief, war nur ein Flüstern zu hören. Daraufhin wurde die Warnung und der Standort an unsere Dienststelle weitergeleitet. Als wir ankamen, stand der Bischof bereits an der Tür und wies uns den Weg hinein“, fuhr er fort.

Unter Schock

Beim Betreten trafen sie den Geistlichen auf dem Sofa sitzend an, während sich der Minderjährige noch im Badezimmer befand. Er stand unter Schock und wollte nicht einmal der Polizei die Tür öffnen. Der Jugendliche wurde zur medizinischen Untersuchung ins Krankenhaus gebracht, und der Priester wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft auf der Polizeiwache festgenommen. Die Situation hat den Ort sehr erschüttert. „Die Stadt ist bestürzt, weil alle ihre Kinder zum Katechismus schicken. Der Pfarrer war sehr beliebt“, beklagte der Kommissar.

Von seinem Amt entbunden

Nach den Geschehnissen veröffentlichte das Bistum San Juan Bautista de las Misiones eine Erklärung, in der es mitteilt, dass der Priester von seinem Amt entbunden wurde und sich der Justiz zur Verfügung stellt, um dem Fall auf den Grund zu gehen.

„Das entsprechende kanonische Verfahren (ein internes Verfahren der katholischen Kirche) wird eingeleitet“, heißt es darin.

Außerdem wird erwähnt, dass dem Betroffenen und seiner Familie professionelle psychologische Hilfe und Begleitung angeboten wird.

Der Bischof, Monsignore Osmar López, erklärte gegenüber einem lokalen Medium, dass „sich der Priester im Falle einer Beweisführung im kanonischen Verfahren der Entlassung aus dem klerikalen Stand aussetzt, da die Kirche eine Null-Toleranz-Politik in Bezug auf Missbrauch verfolgt“.

Die zuständige Staatsanwältin Mirtha Valle erklärte, dass es sich bei dem Fall um eine mutmaßliche Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung handeln dürfte, und betonte, dass man noch ermittle und die Anklageschrift vorbereite. Mittlerweile wurde er wegen sexuellen Übergriffs angeklagt.

Wochenblatt / Extra

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