Luxemburg: Der Skandal rund um die ueno bank in Paraguay hat eine internationale Dimension erhalten. Wie Recherchen und Unterlagen belegen, schuf der Inhaftierte und angeklagte Miguel Vázquez ein komplexes Firmengeflecht im Steuerparadies beziehungsweise Finanzzentrum Luxemburg, das als architektonisches Fundament für die Bank und verbundene Gesellschaften diente.
Gründung im Schatten des Machtwechsels
Nur 45 Tage nach dem Amtsantritt des paraguayischen Präsidenten Santiago Peña im Jahr 2023 wurde am 29. September 2023 die Gesellschaft U Holdings S.à r.l. (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach luxemburgischem Recht) im Großherzogtum aus der Taufe gehoben und Anfang Oktober 2023 im Handelsregister eingetragen.
Die Errichtung dieses Offshore-Vehikels diente dem Zweck, im Zuge der Umwandlung der früheren Financiera Ueno in eine Vollbank (ueno bank) sowohl lokales als auch internationales Kapital anzuziehen und sich für den Zugang zu internationalen Kapitalmärkten zu rüsten.
Millionenschwere Kapitalströme und Aktionärsstrukturen
Anfangskapital: Startschuss für die Holding in Luxemburg war ein beträchtliches Startkapital von rund 40,7 Millionen US-Dollar. In den darauffolgenden Jahren (2024–2025) wuchs das gemeldete Kapital der Holding massiv an und erreichte teils über 221 Millionen US-Dollar.
Die Hauptakteure: Ursprünglich hielt die Grupo Vázquez 100 % der Anteile. Miguel Vázquez besaß den Löwenanteil von knapp 76 %, während weitere Anteile auf seine Verwandten (Guillermo und Adriana Vázquez sowie Rebeca Villasanti) entfielen.
Internationale Partner: Bis 2024 stiegen Dutzende Investoren ein. Ein prominenter Name in der Struktur ist unter anderem die ungarische OTP Bank Plc. (die größte ungarische Geschäftsbank), die sich bis Mitte 2026 mit rund 30 Millionen US-Dollar beteiligte. Durch den Kollaps von ueno stehen diese internationalen Millioneninvestitionen nun vor dem Totalverlust.
Verbindungen zur politischen Elite
Besonders brisant beleuchten die Dokumente die Verflechtungen mit dem politischen Umfeld Paraguays:
Präsident Peña als ehemaliger Aktionär: Santiago Peña war laut seinen eigenen Vermögenserklärungen vor seiner Präsidentschaft beziehungsweise in der Anfangsphase eng mit den Unternehmensstrukturen verbunden (unter anderem als Aktionär von Ueno Holding SAECA).
Familiäre Verflechtungen: Auch Verwandte des Staatschefs, wie sein Bruder Francisco Peña Palacios, tauchen in Dokumenten der luxemburgischen Holding für das Jahr 2024 als Beteiligte auf.
Die Struktur im Überblick
Das Geflecht zeigt, wie lokale Bankstrukturen über europäische Holding-Gesellschafter abgesichert wurden:
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An der Spitze steht U Holdings S.à r.l. in Luxemburg.
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Diese hält die Mehrheit an U Paraguay S.A. (welche rund 93 % der Anteile an ueno bank kontrolliert).
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Durch die Intervention der Zentralbank (BCP) und die juristischen Schritte gegen die Verantwortlichen ist dieses globale Firmenkonstrukt nun schwer ins Wanken geraten und dient den Ermittlern als zentraler Ansatzpunkt für die Aufklärung der dubiosen Finanztransfers.
Wochenblatt / Última Hora












