Asunción: Einem Bericht der paraguayischen Zentralbank zufolge spielte das Unternehmen itti S.A.E.C.A. eine zentrale operative, strategische und finanzielle Rolle in dem mutmaßlichen Betrugs- und Geldkreislaufsystem rund um die ueno bank. Die Staatsanwaltschaft stuft das Firmennetzwerk, das hinter den Transaktionen steht, als Geflecht von Scheinfirmen ein.
Das System der Mittelumleitung
Die Dokumente des BCP belegen, dass Kredite und Überziehungskredite (Sobregiros), die ueno bank an verschiedene verbundene Gesellschaften vergeben hatte, direkt oder zeitnah an itti sowie an die Firmen Redisa und Redipro weitergeleitet wurden.
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h3>Zu den auffälligsten Mustern gehörte:
Konten- und Systemsharing: Die Prüfung des Bankitti-Systems ergab, dass zwölf Home-Banking-Operateure von Unternehmen wie MOWI S.A., Grupo Hendy S.A., Grupo M S.A., TUIU S.A., Franede S.A. und Aime S.A. zugleich aktive Mitarbeiter von itti S.A.E.C.A. waren. Laut der Bankenaufsicht ist dies ein klarer Indikator für eine einheitliche Steuerung und Kontrolle.
Tilgung von Altlasten: Die Gelder der Kredite flossen teils in itti, um dort Überziehungskredite auszugleichen oder Verbindlichkeiten anderer Firmen des Netzwerks zu tilgen, ohne dass diesen nennenswerte eigene operative Einnahmen gegenüberstanden.
Millionenflüsse und Anleihen-Geschäfte
Ein konkretes Beispiel aus dem BCP-Bericht vom Juni 2026 verdeutlicht die Dimensionen:
Millionen-Anleihen: Technoma S.A.E.C.A. erhielt ein Darlehen von 10 Millionen US-Dollar von der ueno bank. Mit diesem Geld kaufte das Unternehmen Anleihen von itti S.A.E.C.A. (im Wert von rund 4,2 Millionen US-Dollar) und von der ueno bank selbst (im Wert von rund 5,7 Millionen US-Dollar). Die Erlöse flossen nahezu vollständig an itti, wodurch dieses über 10 Millionen US-Dollar vereinnahmte.
Schuldenabbau über Umwege: Ein Teil dieser Mittel wurde genutzt, um ein massives Minus auf den Konten anderer verbundener Unternehmen bei der ueno bank zu decken. So flossen unter anderem über 6,3 Millionen US-Dollar an die Grupo M S.A., um dortige Überziehungen auszugleichen.
Der Kauf von Problemkrediten
Um notleidende Kredite aus den Büchern von ueno bank zu nehmen, ohne offene Verluste ausweisen zu müssen, wurde ein komplexes Finanzierungsmodell angewandt:
Ueno verlieh Geld an Drittgesellschaften (wie Satec oder HD Invest).
Diese leiteten die Mittel an die Firma Vinanzas S.A. weiter.
itti steuerte ebenfalls Millionenbeträge (darunter ein Darlehen von rund 4,67 Millionen US-Dollar sowie erhebliche Guaraní-Beträge) zu Vinanzas bei.
Mit diesen zusammengelegten Mitteln (insgesamt über 76 Millionen US-Dollar) kaufte Vinanzas im Juni 2026 eine problembehaftete Kreditportfolio-Tranche im Wert von rund 74,4 Millionen US-Dollar von der ueno bank auf.
Die Raten für diese Kredite wurden nach Angaben der Aufsicht nicht durch reale Geschäftstätigkeiten der Endkunden gedeckt, sondern durch die ständige Zirkulation von Geldern innerhalb des Netzwerks (itti, Redisa, Redipro und Vinanzas).
Auswirkungen und drastische Folgen
Die Krise rund um das ueno-Ökosystem und die Enthüllungen der Zentralbank hatten schwerwiegende Konsequenzen:
Arbeitsplätze vernichtet: Durch den Zusammenbruch kam der Betrieb von itti zum Erliegen. Mehr als 1.000 Mitarbeiter verloren abrupt ihren Arbeitsplatz, nachdem die Führungsebenen die Kommunikation abbrachen, den Betrieb einstellten und ausstehende Gehälter sowie Abfindungen schuldig blieben.
Wirtschaftlicher Druck: Die Skandale führten in Paraguay zu breiter Verunsicherung, Protesten, Kursanstiegen bei Fremdwährungen sowie heftigen politischen Nachbeben.
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