Asunción: Manchmal muss man die moderne Finanzwelt einfach bewundern. Da erfinden kluge Köpfe Methoden, von denen Albert Einstein nur träumen konnte: Ein geschlossenes System, in dem man sich das Geld einfach selbst leiht, um sich dann zu verkaufen, was man ohnehin schon hat. Genial, oder?
Laut Recherchen und Berichten wie denen von Última Hora hat die inzwischen insolvente und geschlossene Ueno Bank in Paraguay ein wahres Meisterwerk der kreativen Buchhaltung abgeliefert: Die Bank soll schlicht ihr eigenes Geld genutzt haben, um die Schein-Verkaufsabwicklung von faulen Krediten zu finanzieren.
Der Meistertrick: Sich selbst bezahlen und glücklich sein
Wer braucht schon langweilige, traditionelle Bankgeschäfte mit echten Sicherheiten und Bonitätsprüfungen, wenn man sich im Kreis drehen kann? Der von der Staatsanwaltschaft und dem Zentralbank (BCP) aufgedeckte Mechanismus liest sich wie ein Handbuch für fortgeschrittene Finanzakrobatik:
Das Karussell der Scheinfirmen: Anstatt uneinbringliche Kredite von verbundenen Unternehmen offen einzugestehen, wurde eine clevere Fassade errichtet. Firmen wie Vinanzas S.A. wurden als angebliche Käufer ins Spiel gebracht – nur um später festzustellen, dass man sich im selben Dunstkreis bewegte.
Geld her, Geld hin: Das Geniale an der Transaktion war die Autarkie. Das Geld für den „Kauf“ der Kreditportfolios floss über Umwege und verbundene Gesellschaften im Eiltempo zurück an den Absender. Im Grunde kaufte sich die Bank mit den eigenen Mitteln selbst ab, was ohnehin niemand mehr haben wollte.
Bilanzkosmetik deluxe: Sinn der Übung war es, die Bilanzen so zu frisieren, dass alles glänzend aussah, während im Maschinenraum längst das Wasser stand. Die Behörden sprechen von schwerwiegenden Delikten wie unerlaubtem Handeln in Krisenzeiten, versuchtem Betrug und Verletzung der Buchführungspflichten.
Autsch statt Einhorn
Während man in den Chefetagen offenbar davon träumte, die digitale Zukunft im Handumdrehen zu erobern, endete das Experiment im juristischen Scheinwerferlicht. Statt des angepeilten Fabelwesens (Unicorn) steht am Ende eine imposante Anklagesliste mit sattsam bekannten Namen und einem Netzwerk aus rund 27 Beschuldigten.
Man muss den Akteuren fast schon zynischen Einfallsreichtum attestieren: Wer schafft es schon, Millionenbeträge im Kreis zu schubsen und dabei ernsthaft zu glauben, dass es niemand merkt? Zumindest eines hat die Übung gezeigt: Im kreativen Umgang mit fremdem Geld macht ihnen so schnell niemand etwas vor.
Wochenblatt / Última Hora












