Asunción: Die Krise um die abgewickelte ueno bank zieht immer größere Kreise und offenbart alarmierende Details über die Verstrickung staatlicher und institutioneller Pensionskassen. Die Rentenkasse der Itaipú-Kraftwerksmitarbeiter (Cajubi) hat offiziell mitgeteilt, dass sie rund 100.,7 Milliarden Guaraníes (umgerechnet über 15 Millionen US-Dollar) bei der insolventen Bank angelegt hat.
Besonders brisant: Diese Summe entspricht mehr als dem Doppelten dessen, was die Institution in ihrem offiziellen Jahresbericht (Memoria 2025) zum Stichtag Ende Dezember 2025 noch ausgewiesen hatte (damals ca. 41,3 Milliarden Guaraníes).
Fragen über Fragen und vage Beteuerungen
In ihrem offiziellen Kommuniqué (Nr. 32/2026) beschwichtigt die unter Leitung von Robert Osvaldo Noguera Palacios stehende Cajubi, dass diese Investition lediglich rund 2,8 % der gesamten Finanz- und Nichtfinanzvermögenswerte ausmache und die Exposition somit „überschaubar“ sei. Man habe rein nach technischen Kriterien, offiziellen Regulierungsindikatoren und einer damals noch guten Risikobewertung (AA-py) gehandelt.
Kritiker und Betroffene zeigen sich jedoch alarmiert:
Verdopplung der Einlagen: Es bleibt völlig unklar, wann und warum die Investitionen nach dem Jahreswechsel 2025/2026 massiv aufgestockt wurden – insbesondere zu einem Zeitpunkt, als im Markt und bei den Aufsichtsbehörden bereits erste Warnsignale über die Finanzlage von ueno kursierten.
Keine Deckung durch Einlagensicherung: Der gesetzliche Einlagensicherungsfonds in Paraguay deckt maximal rund 228 Millionen Guaraníes pro Einleger ab. Die Summe der Cajubi übersteigt diesen Betrag um ein Vielfaches (ca. das 441-Fache).
Träger des Verlusts: Da es sich teilweise um bestimmte beitragsbezogene Pläne handelt, droht die Gefahr, dass die Verluste am Ende direkt auf die aktiven Mitglieder und Rentner zurückfallen.
Ein dunkles Déjà-vu: Die historische Plünderung der Cajubi
Diese neue Hiobsbotschaft reißt in Paraguay alte Wunden auf, denn die Cajubi blickt auf eine schwere historische Krise zurück, die das Vertrauen in die Institution nachhaltig erschüttert hatte.
In der Vergangenheit wurde die Cajubi in einem skandalösen Korruptions- und Betrugsfall buchstäblich „geplündert“. Durch dubiose, hochriskante Auslandsinvestitionen und missbräuchliche Finanzgeschäfte (unter anderem in fragwürdige Immobilienprojekte und Scheinfinanzierungen in Kanada, Europa und Offshore-Strukturen) versickerten damals Millionenbeträge der Rentner. Dieser historische Skandal führte zu langjährigen juristischen Verfahren,internationalen Haftbefehlen und Verurteilungen von Verantwortlichen, während die Rentenkasse einen verheerenden Vermögensverlust erlitt.
Dass nun – Jahre nach diesem beispiellosen Raubzug an den Ersparnissen der Itaipú-Mitarbeiter – erneut zweistellige Millionenbeträge in einem kollabierten, von intransparenten Machenschaften und mutmaßlichen Scheinfirmen umgebenen Finanzinstitut wie der ueno bank versinken, sorgt in der Öffentlichkeit für helle Empörung und den dringenden Ruf nach lückenloser Aufklärung.
Wochenblatt / Abc Color











