“Bestechung ist kein Verbrechen“

Asunción: Zwei Jahre wird über die Auslieferung von dem Ex-Präsidenten der Conmebol, Nicolas Leoz, an die amerikanische Justiz verhandelt. Es geht in die Endphase, jedoch sein Verteidiger ist zuversichtlich, das Vorhaben niederschmettern zu können.

Der Richter Humberto Otazú hat der Auslieferung von Leoz zugestimmt. Sein Verteidiger, Ricardo Preda, sagte, sein Mandant habe das Urteil in aller Ruhe aufgenommen, weil das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. Es kommt nun zu einer Berufungsverhandlung vor dem Obersten Gerichtshof.

Preda erklärte, die amerikanische Justiz würde die nationale Rechtshoheit nicht berücksichtigen, denn Bestechung sei in Paraguay kein Verbrechen.

„Alle Anklagepunkte basieren auf privater Bestechung. Diese wird fallen gelassen und somit gibt es keine Anklage mehr“, sagte Preda. Er fügte an, die Vereinigten Staaten hätten gute Argumente aber er hoffe, dass die paraguayische Justiz die Rechtshoheit respektiere.

„Es ist eine Vermutung von mir, dass es so kommen wird. Wenn der Richter anders entscheidet, hat er versagt. Die Vereinigten Staaten werden deswegen keinen Krieg erklären und nicht böse sein. Es gibt zudem kein negatives Werturteil, wenn die Auslieferung abgelehnt wird. Laut unserer Gesetzgebung liegt in dem Fall kein Verbrechen vor“, sagte Preda.

Wochenblatt / ABC Color

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3 Kommentare zu ““Bestechung ist kein Verbrechen“

  1. Da haben wir es doch aus „berufenem Munde“ eines Ehrenmannes aus Paraguay: „… Bestechung ist in Paraguay kein Verbrechen“. Wenn angesehenen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens eine solche verkommene Moral zum Maßstab ihrer Handlungen machen und das noch öffentlich bekunden – na, dann muß man sich wirklich über nichts mehr wundern!

  2. Der Richter Humberto Otazu hat der Auslieferung zugestimmt….. und das ist wohl gar nichts wert, wenn das zum Obersten Gerichtshof kommt, da dort die dicken Fische sitzen und wirklich bestimmen. Das weiss jeder und wendet jeder an, sobald die „Mittel“ vorhanden sind.

    Aber die Argumentationsweise dieses Verteidigers ist ja wirklich abenteuerlich. Erinnert mich ein wenig an die Superanwaelte von Cartes wegen seines gefaelschten Grundstueckstitel im Chaco. Man hat den Eindruck, die haben irgendwas geraucht was starke Halluzination vorruft.