Ärzte sind Mangelware

Paso Yobai: Ärzte im Land sind oft wenig oder überhaupt nicht vorhanden. Ein Gesundheitszentrum in Curuzú, Departement Guairá, ist nur eines von vielen Beispielen. Seit vier Monaten ist kein Mediziner für die Bevölkerung der Gegend im Einsatz.

Noch dazu beklagen die Angestellten eine Verzögerung bei der Bezahlung ihrer Gehälter. Das dient kaum der Motivation. Einzig und allein Impfungen, vorbeugende Gespräche über einen Gesundheitsschutz sowie Erziehungsberatungen können in Curuzú stattfinden. Wer einen Arzt benötigt muss nach Villarrica fahren und eine Reise von rund 40 bis 70 Kilometern auf sich nehmen. Die Bewohner klagen ebenfalls über fehlende Medikamente.

David Obregon ist der Direktor von dem regionalen Programm “Atención de la Salud“ (APS) und zuständig für die Gemeinde in Curuzú. Er sagte, dass nun im Februar alle notwendigen Unterlagen beim Gesundheitsministerium eingereicht worden wären, sodass ein Arzt zum Einsatz käme. Obregon räumte ein, es sei bei den Gehaltszahlungen zu Verzögerungen gekommen, aber diese hätte sich nur um ein paar Tage verschoben.

Normalerweise besuchten rund 500 Patienten monatlich das Gesundheitszentrum, nun sind es nur noch etwa 200 Personen. Lucia Martinez, eine Bewohnerin der Zone, erklärte, die Leistungen seien extrem begrenzt worden. „Anscheinend will kein Doktor hier arbeiten weil es wenig profitabel ist“, sagte sie.

Der Zahnarzt Ariel González ist ebenfalls vor Ort im Einsatz und erklärte, dass es schwierig sei, eine Behandlung durchzuführen, denn es fehlen die geeigneten Apparate sowie weitere Einrichtungsgegenstände.

Quelle: ABC Color

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12 Kommentare zu “Ärzte sind Mangelware

  1. Liebes Wochenblatt, haben Sie nicht die Direktiven der obersten Colorados vernommen, mehr Positives aus dem Lande und über die offensichtlichen Glanzleistungen der Regierung zu berichten? Und nun so etwas!

  2. Auch in Europa ist die ärztliche Versorgung der Landbevölkerung eher bescheiden. Der finanzielle Anreiz in den Städten ist größer, als die Bereitschaft zu helfen. Aber so ist es ja auch in anderen Bereichen. Ein angenehmes Wochenende!

    1. Von welchem Zipfel in Europa sprechen Sie? Der Staat ist dafür verantwortlich, daß seine Bürger überall im Land ordentlich medizinisch versorgt werden können. Wenn das nicht möglich ist, weil für die Ärzte nicht attraktiv genug, muß der Staat regulierend eingreifen – egal ob in Europa oder in Paraguay. So jedenfalls sähe verantwortungsvolle Politik aus. Betrachten wir das mennonitische Modell dazu: Wer von den Mennoniten Medizin studieren möchte bekommt dies voll umfänglich finanziert. Allerdings muß sich der dann spätere Arzt dazu verpflichten das Darlehen in Form von Niederlassungs-Leistungen zurück zu bezahlen. Konkret bedeutet dies, sich auf die Dauer von 20 Jahren zu verpflichten mindestens …… Tage im Monat kostenlos, z.B. im Chaco, als Arzt zu arbeiten. Das könnte als Modell dienen, nicht nur in Paraguay. Doch wo Unfähigkeit und Ignoranz regieren gibt es keine Besserung.

    2. Stimmt vollkommen. An meinem ehemaligen Wohnort in Unterfranken gab es ein Hautarzt, der in Rente ging. Obwohl er dazu nicht verpflichtet ist, suchte er auf eigene Faust einen Nachfolger – keine Chance. Die laendliche Region schreckte viele ab. In Ostdeutschland ist das noch viel gravierender. Ein Grund koennte sein, dass immer mehr Frauen in den Medizinischen Studiengaengen draengen und diese ueberhaupt keine Interesse haben auf dem Land zu arbeiten. Oder wenn, dann wenn nur eine groessere Stadt in der Naehe ist.

      Auf Paraguay bezogen wuerde mich sehr interessieren, wie hoch die Studierendenzahlen in Medizin ist. Ich habe auch in Asuncion nicht den Eindruck, dass es genuegend Aerzte gaebe. Und auf dem Land herrscht ja sowieso riesiges Defizit. Die Municipalidades im Landesinneren muessten mit dem Bildungs- und/oder Gesundheitsministerium arbeiten und Foerderprogramme anbieten, fuer junge Menschen ein Studium der Medizin zu ermoeglichen. Ich denke, da gaebe es genug Interessierte auf dem Land, welches auch ein Selektionsverfahren erforderlich macht (es kann nicht schliesslich jeder Pfosten Arzt werden).

      Die hiesige Qualitaet des Medizinstudiums ist natuerlich ein anderes Thema – aber eventuell ist Halbwissen besser als gar kein Wissen.

  3. Verantwortungsvolle Polikik, ernsthaft Manni? Wo bitteschön in der Welt gibts denn sowas aktuell? Welcher Politiker weltweit macht denn tatsächlich etwas fürs Volk? Politiker sind das Unnützeste was ein Bürger wählen kann, da diese nur einen Platz an der Futtertrögen der Macht suchen und meist von ihrem Job null Ahnung haben! Wenn Wahlen was für den Bürgen bringen würden, wären sie längst verboten!

    1. In der Tat sind weite Teile der ländlichen Region in Italien, Frankreich und Deutschland medizinisch unterversorgt. Dagegen kann auch ein Laienprediger nicht anschreiben. Fakten sind nunmal Fakten.

      1. NDUGU können Sie außer nutzloser Polemik auch mehr für eine sachliche Diskussion beitragen? Doch nicht einmal richtig den Inhalt meines Kommentares können Sie offensichtlich verstehen. In meinem Kommentar habe ich absolut NICHT angezweifelt, daß es in Europa medizinisch unterversorgte Regionen gäbe, ich wollte lediglich wissen, in „welchem Zipfel Europas“ das sein soll. Im Artikel ist davon die Rede, daß in PY so mancher Patient 40-70 km bis zum nächsten Arzt fahren müsse. Nennen Sie doch mal konkrete Beispiele, wo das in Deutschland, Österreiche oder der Schweiz der Fall sein soll! Nun ist es Ihnen Fakten zu benennen. Wir sind schon mal gespannt.

        1. Meine Erfahrung ist, dass man mit Laienpredigern keine sachlichen und logischen Diskussionen führen kann.
          Ist es nicht traurig, wenn man den ganzen Tag vor dem PC hockt und nur darauf wartet, dass auf der Websiter des Wochenblatts neue Artikel erscheinen um diese und die Kommentare anderer zu kommentieren? Klar, jeder kann machen, worauf er Lust hat. Jedem das Seine.

        2. Hallo Ndugu. Ich habe mir einen embedded Microcontroller mit GMS-Anschluss programmiert, inkl. RFID-Chip ins Gehirn einpflanzen lassen. Damit kriege ich 2 Nanosekunden nach der Veröffentlichung eines neuen Kommentar auf Wochenblatt.cc sofort eine SMS zum Hypothalamus gesendet.

      2. Manni hat Recht. Ndugu das stimmt nicht für DACH. Im Schnitt hast du selbst am anos mundi in Bergland von Unterfranken alle 10-15km (Straße keine Erdstraße) einen Arzt, Fachärzte, Krankenhäuser alle 15.-30km z.B der in der Röhnn. Es gibt Orte wo kein Handy empfang ist und Bussverkehr ein Frendwort ist .Alte Menschen haben mit den öffentlichen Nahverkehr ihr Pl´roblem, wenn sie kein Auto haben
        Bei Wirbelbrüchen,künstlichen Gelenken,härtere Operationen musst du schon mal 40-70Km und mehr fahren.Es gibt aber einen gewissen mangel im ländlichen Breich bei der Grundversorgung.
        Selbst fleissige Brügermeister haben ihre leiben Not einen zu verpflichten.Von Einrichtung der Praxis angefangen usw.einiges geboten.
        Lieber Ndugu es sind viele Hausärzte kurz vior der Rente! Zur Zeit bemüht man sich was auf die Beine zu stellen.Es bilden sich verstärkt Medizinische Versorgungszentrums/MVZ, Spektrum von Hausarzen bis zu verschiedenen Facharzte, das ist Wiedergeburt der Ostpoliklinken, eine Nr. kleiner. Es gibt einen Notdienst (Anrufen) oder Hausbesuche auch vom Hausarzt.
        1953 sagt es kurz schmerzlos,du findest nur noch Discounter Aldi,Netto,Edeka teilweise mit Metzgerei
        in der Stadt. Der Rest wurde von großen mit den Preis kapput gespielt Es gibt es auch Selbstvermarkter die haben ihren Preis.Es haben ein paar kleine Bäcker, Metzger,Frisöre Überlebt viele sind es nicht!.
        Was 1953 über die Landflucht in Deutschland schreibt stimmt, es gibt Orte viele Häuser lehr stehen.Die Preise sind im Keller!

  4. Erschrockene Feststellung des wissenschaftlichen Institutes der AOK „Lebenserwartung sinkt proportional mit Zunahme der Arztdichte“….war eine Meldung welche vor ein paar Jahren durchs Netz geisterte. Sollte man mal überprüfen…

    Was bringt den Doktor um sein Brot?
    a) die Gesundheit, b) der Tod.
    Drum hält der Arzt, auf dass ER lebe,
    Uns zwischen beiden in der Schwebe.
    (Eugen Roth)

  5. Es gibt in NRW, Rheinland Pfalz und im Osten ohnehin viele viele Orte bis 3000 Einwohner, die nicht nur keine ärztliche Versorgung haben, sondern es gibt auch keinen Bäcker, Metzger oder Frisör mehr. Auch in der Bundesrepublik gibt es eine deutliche Landflucht, weil es auf dem Lande kaum Arbeit gibt. Natürlich werden 40 bis 70 Kilometer Entfernung eher die Ausnahme, wenn es so etwas überhaupt gibt. Aber dafür reden wir auch von Europa.

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