Alle wollen ein Stück Land, aber haben sie es auch verdient?

Asunción: “Ein Stück Land mit Wasser, Elektrizität, Anbindung an öffentliche Verkehrsräume und Nähe zum Stadtgebiet“ sind Bedingungen, die oft von Campesinos, landlosen Bauern, gefordert werden.

Erst vor kurzem besetzten 1.200 Familien das Gebiet “Cuartel de la Victoria“, ein 90 ha großes Gebiet das 1940 von der Regierung erworben wurde und einen Soldatenfriedhof beinhaltet. Die Landlosen baten das Sekretariat für Soziales (SAS) um die Beurteilung ihrer Situation und forderten Land.

Vor dieser Invasion bot das SAS den Campesinos Land in der Umgebung von Tobatí, Villeta und Itauguá an. Leider lehnten die landlosen Menschen diese Orte ab, weil sie darüber klagten, dass die Grundstücke sehr weit entfernt sind und es an öffentlichen Verkehrsmitteln mangelt. Als eine Form des Protests drangen sie in den Ort ein, wo die Überreste von Ex-Kriegsveteranen ruhen. Nachdem sie eine Einigung erzielt hatten, beschlossen sie, den Platz zu verlassen und sofort zur Plaza de Armas vor dem Kongress zu gehen.

Menschen, die einen Platz zum Leben beanspruchen, setzen Bedingungen in Bezug auf das Land, in dem sie sesshaft werden wollen, zum Beispiel, dass das Gebiet in der Nähe des Stadtgebiets liegt und Wasser, Elektrizität sowie öffentliche Verkehrsmittel bietet.

Die meisten, die sich auf den Plätzen und an anderen Orten niederlassen, führen die Aktion als eine Form von Druck auf die Behörden aus und machen so ihre Forderungen hörbar. Aber streben sie wirklich danach, ein eigenes Stück Land zu verdienen?

Der Satz “wenn man Hunger hat, gibt es kein hartes Brot“ passt perfekt zu den Ländereien, die von dem Sekretariat SAS angeboten werden, aber Familien in Not ablehnen, weil sie angeblich “unbewohnbar“ sind. Wenn man darüber nachdenkt, können die Campesinos aber die angebotenen Grundstücke akzeptieren, bei null anfangen und nach und nach den Komfort haben, den man braucht, um in Würde zu leben.

Die meisten Paraguayer arbeiten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, um Essen auf den Tisch zu bringen, andere um ihr eigenes Heim zu bauen und für die Bildung ihrer Kinder zu bezahlen. Aber einige Landsleute liegen auf den Plätzen und warten darauf, alles auf einem Silbertablett präsentiert zu bekommen, und dass Dinge vom Himmel fallen, ohne einen Finger zu bewegen.

Hoffentlich, wenn das Problem zumindest gelöst ist, lassen Sie die Plätze sauber zurück und nicht so, wie sie die Zone Cuartel de la Victoria verlassen haben, mit großen Müllbergen und gefällten Bäumen für Feuerholz.

Wochenblatt / ABC Color

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3 Kommentare zu “Alle wollen ein Stück Land, aber haben sie es auch verdient?

  1. Klar fordern die Wasser, Stromanschluss und Stadtnaehe. Nur so kommen die zu einem Grundstueck wo sie sobalb sie es haben zu einem guten Preis verkaufen koennen.

  2. ja da muss ich Hans recht geben. es geht nur noch um die „wirtschaftlichkeit“ der grundstücke, land am arsch der welt will keiner, auchwenngleich diese mir lieber wären weil größer und besser allein vom wirtschaftlichen nutzen bzgl. anbau, etc. … aber man kann diese campesions ja politisch verfolgen, dann gibts asyl in Deutschland, dort bekommen alle diese „warzen“ dann alles am goldtablet (silbertablet ist ja out) angeboten und arbeiten müssens auch nicht. das wäre das schlaraffenland für die campesinos. also ab in den flieger, rüber und fertig, merkel machts schon …

  3. Es ist vollkommen verkehrt, diesen Leuten Eigentum an Land zu übertragen.
    Ein Nutzungsrecht für die Familien auf Lebenszeit wäre wohl sinnvoller.

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