Anklage wegen Vereitelung von Strafverfolgung und -vollstreckung

Asunción: Die Staatsanwaltschaft hat Óscar Boidanich, den ehemaligen Leiter des Sekretariats zur Vorbeugung von Geldwäsche (Seprelad) unter Horacio Cartes, wegen Vereitelung der Strafverfolgung und -vollstreckung gegen Darío Messer sowie wegen Geldwäsche angeklagt.

Boidanich bekam nach Ende der Cartes-Regierung einen hoch-dotierten Posten in der Cartes Bank Basa. Der Ex-Präsident selbst bezeichnete Darío Messer als seinen Seelenbruder.

Die Ermittlungen weisen darauf hin, dass der ehemalige Beamte die Beschlagnahmung des Vermögens von Darío Messer vereitelt hat.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass Óscar Boidanich in seiner Eigenschaft als Minister des Sekretariats für die Verhinderung und Vorbeugung von Geldwäsche oder Vermögenswerten (Seprelad) die Beschlagnahmung von Darío Messer vereitelt hat, der wegen Geldwäsche angeklagt und ein Freund des ehemaligen Präsidenten Horacio Cartes ist, berichtet Radio Monumental.

Die Staatsanwälte Alma Zayas, Diego Arzamendia, Deny Yoon Pak, Jorge Arce und Francisco Cabrera erhoben außerdem Anklage gegen Raquel Concepción Cuevas Arzamendia und Melissa María del Mar Parodi wegen Geldwäsche und Behinderung der Strafverfolgung und -vollstreckung.

Laut der Anklageschrift hatte Banco Continental am 30. September 2016 eine Verdachtsmeldung (ROS) gegen die Firma Chai SA beim Sekretariat für die Verhinderung von Geldwäsche (Seprelad) eingereicht, weil die zulässige Betriebsgrenze überschritten wurde und die Dokumentation unzureichend war. Darüber hinaus wurde Darío Messer als eine mit der juristischen Person verbundene Person erwähnt.

Bei Seprelad ging die Meldung angeblich in der Abteilung für Analyse und Datenverarbeitung der DGAF (Generaldirektion für Finanzanalyse) ein, die von Melissa Parodi geleitet wird.

Offenbar waren Messer und seine Unternehmen bereits Gegenstand zweier früherer STRs, einer im Jahr 2012 (Sudameris Bank) und einer im Jahr 2015 (Banco Nacional de Fomento), was dazu geführt hätte, dass die STR von 2016 als hohes Risiko eingestuft und der Fall Chasa 605530091 eingeleitet worden wäre, mit der Zusammenstellung von Informationen und der Ernennung eines Finanzanalysten (Fidel Oviedo) zur Untersuchung der Daten.

Alle diese Situationen waren Óscar Boidanich, Raquel Cuevas und Melissa Parodi bereits bekannt.

In diesem Zusammenhang soll Messer am 14. Oktober 2016 ein Schreiben an die Seprelad gesandt haben, in dem er darum bat, dass alle Einträge gegen ihn zurückgezogen werden, was am 31. Oktober 2016 mit einem Schreiben des Seprelad-Ministers Óscar Boidanich beantwortet wurde.

Daraufhin erhielt die Seprelad am 23. November 2016 einen Bericht der brasilianischen Financial Intelligence Unit, aus dem hervorging, dass Messer mit Ermittlungen wegen Geldwäsche, Finanzkriminalität, Korruption und organisierter Kriminalität im Nachbarland in Verbindung stand.

Am 27. Juni 2017 leitete der Finanzanalyst Fidel Oviedo den vorläufigen Bericht der Chasa-Finanzfahndung an Parodi zur Überprüfung weiter.

Wochenblatt / Última Hora

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3 Kommentare zu “Anklage wegen Vereitelung von Strafverfolgung und -vollstreckung

  1. Man sehe den Realitäten in´s Auge: Der Seelenbruder des übelsten Geldwäschers in Südamerika, Cartes, ist Parteivorsitzender der größten und überall mitmischenden Partei der Colorados, fühlt sich und ist es tatsächlich, als eigentlicher Präsident des Landes, gewährte dem offenkundigen, strafvereitelnden Leiter der Seprelad Hilfe durch eine hoch dotierte Anstellung in seiner Bank. Auch die ehemalige Generalstaatsanwältin von Cartes Gnaden wurde wegen offensichtlicher Klagevereitelungen, mindestens Klageverschleppungen, in die Wüste geschickt. Gegen sie laufen ja die Ermittlungen. Solche Figuren sind es, die das indirekte Rückgrat der Colorados bilden. Und da gibt es Zeitgenossen unter uns die es sich nicht verkneifen können Partei für diese Partei und ihre Führer zu ergreifen. Ein Hoch auf den neuen Generalstaatsanwalt der den Mut hat gegen Korruption, Unrecht und organisiertem Banditentum weiterhin vorzugehen. Dieser Mann ist wie ein Licht in der Dunkelheit der Hölle. Hoffentlich hält er durch! GOTT SCHÜTZE IHN!

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    1. Nichts Neues von Eulenspiegel Zum Glück ist DerEulenspiegel nicht Generalstaatsanwalt. Er würde alle, die er nicht mag, sofort standrechtlich erschießen. Zum Glück ist er auch kein Rechtsanwalt. Er würde wahrscheinlich seine Mandanten an die Justiz verraten

  2. Vielleicht kann der Generalstaatsanwalt es zum Prozess führen lassen, aber da kommt dann ein von Cartes gekaufter Richter, der den Mann freispricht – kommt halt drauf an ob dieser Geldwäsche-Direktor noch einen Nutzen für Al Cartes hat.

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