Anleitung zum eigenen Ferrari

Italienische Sportwagen, wie der Ferrari 458 Spider, sind teuer und beliebt. Wie mit Hilfe des Zolls Einfuhrzölle in verschwindend geringer Form möglich sind, und damit das Auto günstig bleibt, zeigt dieser Artikel.

Eine Untersuchung des Fernsehprogramms „La Caja Negra“, welches in Unicanal ausgestrahlt wird, zeigt auf wie Angestellte des Zolls halfen Zölle zu umgehen. Beim Import eines Ferraris, deklariert als Auktionsangebot, kam es zu einer Ersparnis von mehr als 200 Millionen Guaranies.

Das Fahrzeug wurde im Privathafen Terport ausgeladen. Ein Privathafen läuft immer nur so gut, wie das Team vom Zoll ist. Demnach ist es für Importeure wichtig, dass die Zollmitarbeiter nicht übermäßig prüfen und die Hand aufhalten aber ebenso wenig Knüppel zwischen die Räder werfen. Der zuständige Administrator im Hafen Terport ist derzeit Marcelo Agüero. Als Despachant bei der Verzollung trat Víctor Guillén Barúa auf. Als Eigentümer kam Derlis Gill Acosta, ein simpler Namensgeber, ins Spiel, um die Identität des wahren Besitzers zu verschleiern.

Das Fahrzeug aus italienischer Herkunft wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika gekauft und mit dem Wert von 105.850 US-Dollar verschifft. Dies ist jedoch nicht der eigentliche Wert sondern der einer mutmaßlichen Auktion. Die RoRo Fracht schlug mit 1.500 US-Dollar und die Versicherung mit 1.058 US-Dollar zu Buche. Ein Gesamtwert von 108.408 US-Dollar ergibt sich daraus. Der Einfuhrzoll beträgt 33% dieses Wertes, inklusive der 10% Mehrwertsteuer. Die übrigen 23% sind selektive Steuern sowie die Bewertung. Obwohl bei einer Motorgröße von über 3 Liter Hubraum eine anderer Steuersatz notwendig gewesen wäre, kam der nicht zur Anwendung.

Der 570 PS starke Ferrari 458 Spider kostet neu 335.000 US-Dollar. Das importierte Modell ist aus dem Jahr 2014. Laut Adam Modell-Liste, an den sich der Zoll hätte halten müssen, würde das Fahrzeug noch einen Wert von 257.000 Euro bzw. fast 300.000 US-Dollar haben.

Für die Verzollung fielen bei dem Modell jedoch nur 101.777.000 Guaranies an anstatt 320.000.000 Guaranies. Damit nahm der Zoll 218 Millionen Guaranies, oder rund 30.000 Euro weniger ein, als es per Gesetz verlangt ist.

Obwohl das Auto als Ganzes angeliefert wurde, erschien es als Unfallwagen oder Ersatzteilsammlung auf. Für den Zoll hätte nach einer visuellen Überprüfung sowie einem Blick in die Cadam Liste klar sein müssen, dass es sich um einen Schwindel handelt. Die Person von paraguayischen Zoll, die für die Bewertung zuständig ist heißt Mirna Isabel Cañete und ist die Schwester des Chefs der Sektion Wirtschaftsverbrechen der Nationalpolizei, Abel Cañete.

Wer sich jetzt noch fragt, warum die Steuereinnahmen rückläufig sind, hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Quelle: Hoy

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