Arnaldo Giuzzio: „Es ist sehr schwer gegen die Korruption anzukämpfen“.

Asunción: Der Staatsanwalt Arnaldo Giuzzio, der ausschließlich Fälle von Korruption bearbeitet und somit im Visier vieler steht, erklärt wie schwer seine Aufgabe in einem Haifischbecken ist.

Nachdem das Ex Stadtratsmitglied von Asunción, Francisco Yore, freigesprochen wurde kommentiert Arnaldo Guizzio die Schwierigkeiten beim Kampf gegen die vorherrschende Korruption.

Gestern Nachmittag erhielt Francisco Yore, der wegen Bestechungsgeldannahme angeklagt war die Absolution von dem Richtertrio, Eva de Whitte, Elio Ovelar und Víctor Medina. Yore, der sich mit 50 Millionen Guaranies von einem Gastronom der Stadt hat schmieren lassen wurde freigesprochen.

Der Staatsanwalt Arnaldo Giuzzio erkennt in der Begründung des Urteils keinen wahren Sinn. Diese sagt aus, dass die Zeugenaussagen im Allgemeinen nicht glaubwürdig erschienen. Auf die Audio Aufnahme, die den Richtern zur Verfügung stand auf den die Verhandlungen aufgezeichnet waren, nahm keiner der drei Rücksicht. Eine der Aufnahmen war ohne Erlaubnis vom Gericht gemacht wurden weswegen gleich alle drei außer Acht gelassen wurden, erklärt Guizzio.

Guizzio ist vollkommen gegen die Haltung, die die drei Richter einnehmen. „Für uns waren die Zeugenaussagen des Denunzianten sowie alle anderen zusammenhängend, in sich schlüssig und absolut glaubwürdig“, erklärt er.

„Die Richter beklagten sich ebenfalls über die Beweismittelsicherung, da es eine Zusammenarbeit mit der Tageszeitung Abc Color war, die zum Aufdecken der Schmiergeldaffäre geführt hat. Sie zweifelten die Arbeitsweise der Presse an“, so Guizzio.

Eine Berufung werden wir auf jeden Fall fordern, inwiefern wir damit Erfolg haben wird sich herausstellen.

Dieses eine Beispiel zeigt schon ausreichend auf, wie hier der Kampf gegen die Korruption ausgefochten wird, nämlich mit noch mehr Geld.

„Morgen werden Bankräuber die Überwachungsvideos der Geldinstitute als beweismittel ausklammern, weil diese keine richterliche Anordnung hatten, während des Überfalls aufzunehmen? Die Überwachungskameras in der Stadt, sollen wir alle demontieren weil sie keine gültige Beweismittellast darstellen?“, fragt sich Guizzio.

Im Fall des Ex Stadtrat Mitglieds Yore ging es um eine „Geldspende“ die getätigt wurde, damit ein städtischer Befehl umgeändert wird nachdem in der Nähe einer Kirche keine großen Restaurants eröffnen dürfen. Der Inhaber des Lokales „Prime“ wollte expandieren, der komplette Verhandlungsprozess wurde aufgezeichnet.

(Wochenblatt / Abc)

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8 Kommentare zu “Arnaldo Giuzzio: „Es ist sehr schwer gegen die Korruption anzukämpfen“.

  1. Lugos Kampf gegen die Korruption. Ernennung von Staatsanwalt gegen den Willen der Politiker. ALLE Politiker jeder Coleur stopfen sich die Taschen voll. Da stoert ein Antikorruptionsstaatsanwalt nur.
    Aber die drei Richter konnten dadurch auch kassieren.
    Joe

  2. @ Joe,
    was zu bewesien wäre.^^
    Da diese 3 aber die Beweisaufnahme erst genemigen müssten.^^
    (Damit sie sie hinterher auch anerkennen würden…^^)

    lol.
    VERGISS ES…^^

    ANTIKORRUPTIONSANWALT ist ein JOB wie es viele hier in PY bei Zement, Strom Wasser gibt.^^
    Wird bezahlt, aber ist eigentlich nicht nötig.^^

  3. Bedenken wir eine jahrhundertealte zur Gewohnheit gewordene Korruption oder besser gesagt „Amigowirtschaft“ ist so schnell nicht zu nivellieren. Die Korruptionsberge, wie soll man sie so schnell abtragen? Wenn viele Menschen in Paraguay davon angesteckt sind.
    Die Korruption ist doch auch eine versteckte Gehaltserhöhung
    oder extra Zulage, deshalb urteilen wir nicht zu hart.
    Jeder Zugewanderte mache das Beste daraus, wie sauerer Wein zu werden lohnt sich nicht!
    Besser ist dann schon zurückzukehren nach Old Germany und hier wird man kaputtgemacht durch die Hektik und ständiges unzufrieden sein.
    Wir lieben doch unser Paraguay? Wenn ich mal sauer bin höre ich mir die Musik im folgenden Link an und erinnere mich an die Jesuiten aus Österreich die es vor über 350 Jahren nach Paraguay brachten. —-Also adelante amigo!
    http://www.youtube.com/watch?v=rMOSKknNrJg

    1. Vielen Dank für die wunderschönen Klänge und Impressionen.
      Hier die Koruption in kurzer Zeit abschaffen zu wollen, ist als wenn man versuchen würde, eine undichte Wasserleitung mit Tesafilm zu reparieren. Es würde schon einer Grundsanierung bedürfen. Aber DAS ist nicht Sache der Europäer, die hier ein „neues“ Leben angefangen haben. Aber viele, die hier über alles herummeckern und am lautesten protestieren, haben nur einen Ortswechsel vorgenommen. Sie wollen ihr altes Leben und ihre alte „Ordnung“ in einen neuen Land.
      WIR sind hier eingewandert und sollten uns doch mit den hiesigen Gepflogenheiten arangieren. Das erwarten speziell die Deutschen doch auch von ihren Einwanderern.
      Wer damit nicht klar kommt, sollte sich schnellstens zum Flughafen begeben – und ab ins „Gute alte Deutschland“, wo alles so schön geordnet ist.

      1. Da ich, so glaube ich wenigstens schon etwas länger in Paraguay lebe und praktisch ausschließlich unter Paraguayern,weiss ich nur zu gut wie hier der Hase läuft. Das hindert mich aber nicht Schmiergelder, Unterschlagung im Amt, Nepotismus usw. zu kritisieren. Solche Verhaltungsweisen werden nach dem internationalen Standard als Vergehen gewertet und keineswegs nur aus spezifisch deutscher Sicht oder sind dies für sie nur folkloristische Beigaben? Was soll ihre agressive-love it or leave it-Mentalität? Bleibt für sie nur zu hoffen, dass sie von ihren eigenen Worten nicht einmal eingeholt werden.

        1. @ der bayer
          es kann gut sein, dass meine Worte ein wenig agressiv klingen – sollen sie auch.
          Sicherlich sind Sie schon länger hier als wir, bei uns sind es erst knapp 3 Jahre und 4 Jahre Vorbereitungszeit.
          Bstimmt wissen Sie auch viel mehr als ich über das Land.
          Aber wie „sukowsky“ bin eben auch ich der Meinung, dass man Dinge, die Jahrhunderte lang auf eine bestimmte Weise funktioniert haben, nicht auf die Schnelle ändern kann.
          Ausserdem, wenn es überhaupt jemand ändern kann, dann sind es die Paraguayer selbst und nicht wir. Bis dahin müssen wir das hinnnehmen und damit leben.
          Abgesehen davon, hat Paraguay ja kein Patent auf Bestechung, Unterschlagung im Amt und Vetternwirtschaft.
          Das geschieht auf der ganzen Welt – nur halt nicht so offen und für ganz andere Summen. Beispiel? Man kauft sich seine Doktorarbeit und spielt für einige Zeit Politiker.
          Hier ist es halt so: Jeder weiß es – jeder macht es –
          fast jeder meckert darüber.
          Meine „love it or leave it-Mentalität bezieht sich im Übrigen auf die gesamten Lebensumstände hier in Paraguay. Und wer er nicht mag, wie es ist, ist nunmal in Europa besser aufgehoben.
          Mensch Leute, nehmt doch das Land und seine Leute so wie sie sind und meckert nicht dauernd daran herum.

  4. Zu @Bayer
    Auch in Deutschland haben wir eine versteckte Korruption diese nennt sich dann Lobbyismus. Politiker unter Adenauer, Kohl, Straus bekamen regelmäßige Geld-Zuwendungen von der deutschen Industrie. Gesetzesvorlagen wurden von den Lobbyisten zugunsten der Unternehmer geändert.
    Konstanter Sozialabbau Staat raus aus seine Verpflichtungen und Private rein.
    Der ehemalige Ministerpräsident Koch von Hessen hat durch Helfershelfer ermittelnde hessische Finanzbeamte für verrückt erklären lassen, weil Kochs Freund 200 Millionen Steuer nachzahlen mussten. Nicht zu glauben.
    Oder seiner Zeit der ehemalige bayrische Ministerpräsident Strauß verfolgte ebenfalls bayrische ermittelnde Finanzbeamte. Herr Strauß hinterließ seine Erben 350 Millionen DM. Das kann er ja wohl schwerlich mit seinem Geld verdient haben.

    In Deutschland gehen jährlich ca. 1 Billionen Euro an Steuergelder verloren, weil die Superreichen die Gesetze beeinflussen.
    Also was da im Kleinen in Paraguay geschieht ist zwar blöd und ärgerlich aber immerhin haben wir auch sehr viel Dreck am Stecken.

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