Ausländische Investitionen in Paraguay

Eine neue Studie mit dem Titel „Direkte ausländische Investitionen in Lateinamerika und der Karibik“ herausgegeben von der „Wirtschaftlichen Komission für Lateinamerika und die Karibik“ (Cepal), die zu den Vereinten Nationen gehört, besagt, Paraguay konnte dreimal mehr fremde Gelder in 2014 anziehen als im Vorjahr.

Dies kann als ein Erfolg des Gesetzes zur Öffentlich-Privaten-Allianz (APP) gewertet werden, welches die Privatisierung zuvor staatliche Domänen erlaubt, ohne dass die Gesetzgeber hier mitsprechen müssten.

Auf der anderen Seite erreichen die betrachteten Aktivitäten auch im Jahr 2014 noch nicht das Volumen aus den Jahren 2011 und 2012 und ein Absacken des Engagements in 2013 kann auch als Folge einer Phase politischer Unsicherheit aufgefasst werden, provoziert durch die Absetzung des Staatspräsidenten Mitte 2012 und die von manchen Ländern auch als Staatsstreich aufgefasst wurde, sowie die anschließende Führung des Landes durch eine Übergangsregierung.

Im Jahr 2013 wurden aus anderen Ländern, laut der Studie, 72 Millionen USD in Paraguay untergebracht und in 2014 waren es 236 Millionen US-Dollar. Die Regierung sucht mit ihrer Politik vorrangig neue Investoren in Paraguay, aber auch eine Diversifizierung der wirtschaftlichen Aktivitäten über die traditionellen Bereiche der Landwirtschaft und Infrastruktur hinaus.

Hohe Investitionen wurden vornehmlich im Bereich der Autozulieferer getätigt, hier lockt das Gesetz über „Maquila“, bei der Vorprodukte, die für die Endmontage in Paraguay eingeführt werden und die dabei entstandenen Fertigprodukte, steuerfrei ein- bzw. ausgeführt werden dürfen. Zielmärkte sind vornehmlich Brasilien und Argentinien, wo die in Paraguay entstanden Teile in die Fahrzeugendmontage eingehen. Allein der Bereich Reifenexport generiert jährlich 17 Millionen USD.

Der größte ansässige Autozulieferer ist die japanische Firma Fujikura, die japanische Firma Sumitomo zeigt Interesse 15 Millionen USD in ein Werk im Land zu investieren und die Koreaner THN Corporation sprechen von 40 Millionen USD für einen Standortaufbau, Gerüchte zufolge ist auch der italienische Reifenhersteller Pirelli an einem Werk in Paraguay interessiert.

Im Vorjahr hat der brasilianische Plastikhersteller X Plat eine Fabrikation in Paraguay angekündigt, für deren Aufbau 25 Millionen US$ bereitgestellt werden sollen. Die brasilianische JBS will 100 Millionen USD in einen neuen Schlachthof stecken.

Trotz aller Aufbrüche ist Paraguay, gemäß der eingangs zitierten Studie, immer noch mit großem Abstand das Land, welches die wenigsten ausländischen Investitionen anlockt.

Quelle: Paraguay.com, Foto: Última Hora

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