Auswandern während Corona: Auf und davon, aber mit Perspektive

Kolonie Independencia: Zuhauf wollen viele Menschen aus Europa in Corona Zeiten auswandern. Jedoch braucht es dazu auch einen Plan und eine Perspektive.

Zumindest für diejenigen, die noch keine Rente beziehen und arbeiten müssen, heißt es Arbeit suchen. Wer fleißig ist und die richtige Idee hat, dürfte es schaffen, wenn er den Schwerpunkt auf das Auswandern gesetzt hat.

Kerstin und Hubert Heigenhauser haben sich schon vor Jahren in der Kolonie Independencia niedergelassen. Angefangen haben sie mit der Käseherstellung, dann auch Quark und nun hat sich ihre Bäckerei in der Zone etabliert, sodass die Produkte eigentlich immer schnell ausverkauft sind.

„Wenn man in Paraguay Geld verdienen will, muss man auch arbeiten. Die Bäckerei, so wie sie jetzt da steht, hat viele Investitionen gekostet, aber das spiegelt sich auch im Verkauf wider“, berichtete Hubert Heigenhauser.

Er fügte an, dass er seine Produkte in die örtlichen Supermärkte bringe und zwei Mal in der Woche, Dienstag- und Freitagvormittag, der Hofladen geöffnet sei. „Ich habe etwas umgebaut, um Semmeln, Brezen, Brot und Gebäck direkt frisch aus der Backstube verkaufen zu können. Zudem ist dies auch umweltgerecht mit Papiertüten, ohne Plastik zum Verpacken nutzen zu müssen“, erklärte Heigenhauser weiter.

Seine Wurzeln für die Liebe zum Brot stammen aus der Familie. Er selbst sammelte Erfahrung in anderen Bereichen der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln.

Viele Auswanderer haben Angst, dass der Markt für sie als Deutsche, Österreicher oder andere Europäer zu klein wäre und sie sich mehr auf die paraguayische Kundschaft konzentrieren sollten. Bei Heigenhauser ist das aber nicht der Fall. „Wenn die Bäckerei geöffnet ist, sind die Kunden zu 80% eingewanderte Europäer oder Kolonisten und der Rest Paraguayer. In den Supermärkten dürfte es ähnlich sein, aber das kann ich nicht immer persönlich beobachten“, berichtete Heigenhauser weiter.

Er beschäftigt mehrere Angestellte, darunter Gitti, die als “Zuckerbäckerin“ für die süßen Sachen zuständig ist.

„Im November kommt ein neuer Mann in die Backstube, der mich unterstützen wird. Er soll in Zukunft ‘das Spiegelbild‘ von mir werden, sodass ich auch einmal zwei oder drei Wochen Urlaub machen kann“, erklärte Heigenhauser weiter.

Er ist einer der wenigen Einwanderer, der es geschafft hat, mit Fleiß und Ehrgeiz seinen Lebensunterhalt zu verdienen, so wie auch einige Paraguayer sich auf dem Weg nach oben befinden, wie wir ebenfalls erst vor kurzem über so einen Fall berichtet hatten.

Wochenblatt

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4 Kommentare zu “Auswandern während Corona: Auf und davon, aber mit Perspektive

  1. Wer ein Handwerk beherrscht und möglichst die Meister Qualifikation hat kann sich auf dem Markt behaupten. Diejenigen, die in ihter Heimat scheitern, die scheitern auch hier.

  2. Und der Baron von Habenichts und Istnichtviel muss natürlich wieder seinen Senf dazu geben.
    Natürlich – wie sollte es auch anders sein – schlecht machen, schlecht machen, schlecht machen.
    Sollte, müsste, könnte………….
    Keine Ahnung, aber schon mal darüber herziehen.
    Ich wünsche den Beiden weiterhin viel Erfolg und viele Kunden.
    Auch wenn der berühmte Baron nich unter ihnen sein dürfte, müssen sie deswegen sicherlich nicht traurig sein.

  3. Das Gute ist natürlich, dass der Herr und die Frau keine Eingeborenen sind: Beide haben Hirn und können die Grundrechenarten. Wäre nur einer der Beiden eine(r) von hier, so kann der/die Europäer(in) alle Produktionsmittel bezahlen und der/die Eingeborene verkauft das Produkt dann schon. Dazu bräuchte es keine betriebswirtschaftliche Kalkulation, Europäer(in) kauft ein, Eingeborene(r) verkauft und dieser Verkaufspreis ist dann auch der Gewinn des Verkäufers/der Verkäuferin.
    Wer jetzt denkt, dass für den Europäer nur der Einstandspreis ans Bein gestrichen werden kann, der denkt falsch, er/sie kann sich auch die Gemeinkosten wie Strom, Gas, Wasser, ScheiBe, Steuern, Mobilität ans Bein streichen. Wenn der Eingeborenenteil gleich mit der Sippschaft eingezogen ist, etwa 14 Kinder, kann sich Europäer dann auch sicher sein, das der größte Teil der Ware gar nicht verkauft werden kann, da für Eigenbedarf aufgewendet.
    Da am Anfang natürlich viele Landsleute und Eingeborene den Betrieb besuchen, um zu zeigen, dass sie auch bezahlen können (Eingeborene machen das auch tatsächlich die ersten Besuche), kommt viel Geld nei. Das ist dann für den Eingeborenenteil ein Grund um ne riesen Fiesta zu veranstalten. Darauf haben auch alle Eingeborenen gewartet und kommen dann auch gerne zum Baile el Indio.
    So nah dis nah kommen dann die Landleute nicht mehr. Zu weit der Weg, ist doch viel billiger im Supermarkt, man hat noch Plata, aber noch kein Einkommen zu generieren geschafft. Also ein- zweimal sich blicken lassen dann fertig.
    Die Eingeborenen kommen auch, auch wenn schon von weitem sichtbar, dass zu teuer. Wollen auch richtig gerne bezahlen, damit man sieht, dass sie Plata haben. Obwohl sie zufällig grad einen Job suchen und im Laden doch bestimmt noch jemand gebraucht werden kann? Oder will der Laden noch eine Deliveryabteilung schaffen, da bietet sich der Eingeborene gerne an. Oder hat es noch etwas Fackelbares, was der Europäer wegwerfen will? Oder der Europäo braucht zufällig noch ein Mecanico, Maurer, Maler, Klempner, Elektriker, Hausfrau (alles in einer Person).
    Nach der zweiten Barzahlung ist zufällig gerade das Meerschweinchen des Eingeborenen krank, will Ware, hat aber keine Plata (wegen Meerschweinchen krank), hat ja immer bezahlt bisher, wird auch ganz bestimmt bezahlen kommen. Ok, gibt ihm guterzogener Europäo mit schöner christlicher Jugend was und siehe da, der will tatsächlich bezahlen kommen. Und gleich wieder etwas mitnehmen, denn seine Plata reicht nur, um den Kredit zu bezahlen, jetzt ist auch noch die Schwester des Meerschweinchens krank geworden, Opi hat seinen Job verloren, Streichhölzl um Müll abzufackeln, Billigpolarbier für Baile el Indio und Schwuddi Iglesias 120 dB Raubkopie-CiDis schon wieder teuerer geworden. Ok, kommt noch ein paar mal betteln, bezahlt nicht mal mehr die sich angehäuften Kredite, bekommens nix kommens eh nicht wieder, was sie auch nie vor hatten, der Europäo hat ja unendlichen Geldfluss aus Alemamia und alle Eingeborenen sind froh den Alemam de M. um ein paar US-Dollar gelinkt zu haben und hocken und bailen wieder mit einem gscheit Grinsen auf dem Diente de Palu(o) bis hinter die Ohren auf ihrem Stühlchen bzw. rum um ihr Müllabfackelfeuerchen.

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