Cartes besucht Lugo

Lambaré: Am gestrigen Nachmittag besuchte der gewählte Präsident Paraguays, Horacio Cartes, den Ex Präsidenten und gewählten Senator Fernando Lugo in seinem Haus. Nach etwas mehr als zwei Stunden beantworteten beide nur kurz die Fragen der Presse. Dabei wurde unterstrichen, dass keine Ämter ausgehandelt wurden.

Von Seiten der Abgeordneten und gewählten Senatorin Desireé Masi hieß es jedoch dass es bei dem Treffen für die Frente Guasu darum ging, dass Emilio Camacho ins Wahlgericht einzieht und die linke Parteigruppe den Posten des Vizepräsidenten im Senat stellen darf. Für die Colorado Partei ging es wohl um das Erreichen der Regierungsfähigkeit durch die Mehrheit im Senat wozu Verbündete gesucht werden.

Miguel Angel López Perito, ehemaliger Vertrauter Lugos und gewählter Senator der Bewegung Avanza País war regelrecht überrascht von dem Treffen, welches noch eher stattfand als eine Zusammenkunft der linken Kräfte. Ihm kommt die Annährung der Frente Guasu an die Colorados nicht unheimlich vor. Verhandlungen sind in der Politik an der Tagesordnung.

Wieder andere begrüßen die neue Offenheit der Colorados gegenüber ein diskriminierten Minderheiten. Jedoch ist die Suche nach einem Bündnis notwendiger und nicht fakultativer Natur.

(Wochenblatt / Abc / Última Hora / Foto: Twitter)

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14 Kommentare zu “Cartes besucht Lugo

  1. also hat cartes den ex-bischof besucht und sie haben ueber die politische zukunft von paraguay gesprochen.
    hatten nicht lugo und seine freunde vor der wahl „getoent“, „keinerlei machenschaften mit golpistas“ ?
    da gab es doch eine these, die auch im wochenblatt
    verbreitung fand, dass dieser parlamentarische putsch
    geschickt von horacio cartes eingefaedelt wurde und die
    liberalen in seine falle liefen.nach dieser these waren
    horacio cartes und die colorados die eigentlichen gewinner.horacio cartes verhinderte so ein erneutes buendnis der liberalen mit den linken und konnte daher
    leichter die wahl gewinnen.haben lugo und seine freunde schon ihre boesen worte gegen die „golpistas“vergessen?
    und ihre beschwerden auf internationalen ebene?
    wie es jetzt aussieht,haben nur die liberalen,unace und
    patria querida geputscht.die colorado partei hatte sowohl im senat wie im abgeordnetenhaus die meisten
    parlamentarier und deshalb auch die meisten „PRO STIMMEN“ fuer die amtsenthebung.das ist doch sonderbar.
    jetzt sollen die colorados offensichtlich keine „boesen
    golpistas“ gewesen sein.ein paar fruehere anschuldigungen der lugofreunde gegen cartes und die
    colorado partei. CHEF DER DROGENMAFIA IN PARAGUAY,
    HORACIO CARTEL,ausbeuter des volkes, hauptschuldige
    fuer die korruption und armut im land usw.
    und die anschuldigungen der colorado seite. lugo ist
    unfaehig das land zu fuehren,lugo ist ein foerderer des
    klassenkampfes,lugo ist der eigentliche chef der land-
    bestzer, lugo fuehrt das land in den abgrund usw.
    oder war alles ein abge“c“artetes spiel? lugo,ferreiro
    &co haben bewusst den sieg von alegre verhindert.
    absichtlich haben sie bei ihren anhaengern siegeszuversicht verbreitet,obwohl sie genau wussten,
    dass eine spaltung PLRA-LINKE ganz sicher zur wahl von
    horacio cartes fuehren wird.
    solche politischen „kehrtwendungen“ sind aber in der
    paraguayischen politik nichts neues.so propagierte
    domingo laino kurz nach seiner wahlniederlage gegen
    wasmosy den „pacto de gobernabilidad“ anstatt zusammen
    mit „encuentro nacional“ eine frontale opposition
    gegen wasmosy und den colorados zu machen.
    fuer mich zeigt es jedenfalls,dass sowohl cartes als
    auch lugo „politische oportunisten“ sind ohne jeden
    ideologischen standpunkt.

    1. sehr interessante Überlegungen Herr Bayer. Aber die Realität der Koalition aus Liberalen und „Linken“ war, dass Franco vom ersten Tag den gemeinsamen Präsidenten Lugo nicht anerkannte. Er war der Meinung aufgrund der Mehrheitsverhältnisse sei er der eigentliche Präsident. Dies hat er dann kurz vor Toresschluss durch einen Putsch, den Cartes selbstverständlich unterstützt hat, erreicht. Er hat aber auch erreicht, dass eine neuerliche Koalition unmöglich wird. Er hat damit die historische Chance der Liberalen auf eine nicht nur kurze Regierungstätigkeit zerstört. Es war klar, dass Cartes die Wahlen gewinnen würde. Sie hatten bereits an anderer Stelle auf die Unsinnigkeit der Wahlbündnisse der Liberalen z.B. mit der UNACE hingewiesen. Das waren alles nur krampfhafte Versuche zu retten, was zu retten ist. Aber die Wähler quittieren Meuchelmord mit Ablehnung und genau das ist geschehen. Herr Franco hat die Liberalen für Jahrzehnte ins politische Aus befördert. Es müsste ihm ein Parteiordnungsverfahren bereitet und er danach aus der Partei dauerhaft ausgeschlossen werden.
      Herr Nicanor war stolz darauf im vorletzten Wahlkampf berichten zu können, dass die Colorados aufgrund der Inhalte ihres Wahlprogramms, eine sozialistische Partei seien. Wenn dem so wäre, dann wären Lugo und Cartes politisch nicht weit auseinander und eine Zusammenarbeit sinnvoller als mit den Liberalen. Warten wir also ab, was die Herren Politiker daraus machen. Vor allem sollten möglichst viele Forumsteilnehmer verstehen lernen, dass „links“ und „rechts“ nur Spielarten sind um eine Spaltung der Wähler zu erreichen und die Macht der Elite (den Drahtziehern)zu gewährleisten. Das was wir derzeit „Demokratie“ nennen dient nicht dem Volk sondern nur den (Super)Reichen. Sie „kaufen“ sich durch Wahlspenden ihre Präsidenten und die Mehrheit der Politiker. Das Zitat von Kaiser Wilhelm II. (der übrigens im Gegensatz zur offiziellen Geschichtsschreibung kein Militarist war!) sagt es ganz deutlich (siehe Kommentar Rodolfo). Wir brauchen keine Spaltung sondern Einigkeit des Volkes denn schon die alten Römer wussten: „Dividere et impera“ : teile und herrsche)

      1. wahrscheinlich haben einige „linke“ auf grund des
        „meuchelmordes“????auf die niederlage der liberalen
        gesetzt.die „co-meuchelmoerder“ haben aber ganz sicher
        davon profitiert.wenn ich mich richtig erinnere, waren
        doch sie einer von denen der schrieb, dass die liberalen
        in die falle von cartes liefen.jetzt ist aber der
        „FALLENSTELLER“ offenbar ein freund des „FALLENOPFERS“.
        so einfach den „spiess umzudrehen“zeugt von wenig
        ideologischer standfestigkeit.glauben sie weil sich
        nicanor einmal eine baskenmuetze aufgesetzt hat,ist die
        colorado partei eine sozialistische partei ? wie steht in der bibel „an den fruechten werdet ihr sie erkennen“.
        gestatten sie mir einen „rundschlag“.ausgerechnet die
        laendereien, wo die amtsenthebung von lugo ihren anfang
        nahm,gehoerten dem ehemaligen vorsitzenden und 4-maligen senator der colorado partei BLAS N: RIQUELME
        da gaebe es dutzende von beispielen wie sich mitglieder
        der colorado partei seit 1947 staatliche laendereien
        „unter den nagel gerissen „haben. ganz zu schweigen
        was der „obercolorado „bernardino caballero waehrend
        seiner amtszeit getan hat. millionen von ha land hat er
        an CARLOS CASADO,INDUSTRIAL PARAGUAYA und weiteren
        auslaendischen „investoren“ verkauft und damit einen
        der grundsteine fuer voellig ungerechte landverteilung
        in paraguay gelegt. oder liege ich da historisch falsch
        wer verfolgte auf grausame weise die kommunistische
        partei?waren das nicht die colorados?fragen sie einmal
        den praesidentschaftskandidaten anibal carillo iramain
        wer ihn und seine familie verfolgt hat?
        zum schluss noch eine frage.warum wurde der „meuchel-
        moerder“ rafael filizzola dadurch “ abgestraft“. dass seine partei PDP nun statt 1 sitz 3 sitze im senat hat?
        meine meinung. sowohl cartes als auch lugo verarschen
        ihre waehler.politischer oportunismus in grossformat.

        1. das ist doch alles richtig, was Sie sagen. Was aber ändert diese Erkenntnis, wenn die Partei, die alleine in der Lage wäre den Colorados Einhalt zu gebieten, die eigenen Wahlchancen wegen der Karrieresucht eines Mannes aufs Spiel setzt? Die Liberalen hätten Lugo stützen müssen, nicht Cartes und die Colorados. Die waren Opposition und haben die Machtlust von Franco schamlos genutzt um die Koalition zu zerstören und damit den eigenen Wahlsieg sicher zu stellen. Nun stellt Cartes die Weichen für eine sichere Mehrheit im Senat, die im Parlament hat er ja ohnehin. Da Frente Guasu 5 Sitze (4 werden gebraucht) hat, bietet es sich doch an diese Zahl zu nutzen, um bequem regieren zu können. Ob es denn so kommt bleibt ja immer noch abzuwarten. Dafür muss der Beweis erst einmal erbracht werden. Auf jeden Fall hat die letzte Wahlperiode den Colorados gezeigt, dass sie die Macht nicht von Natur aus haben und der Staat nicht ihr Eigentum ist. Ein solcher Fall kann, bei geschickter Politik der jetzigen Opposition, immer wieder eintreten. Man darf sich aber den Ast auf dem man sitzt, nicht selber abschneiden.

          1. da koennte ich ihnen einiges antworten,aber ich will
            leser,die sich nicht fuer paraguayische politik
            interessieren, nicht langweilen. nur noch eines.
            wollen sie wirklich nicht zugeben, dass lugo die PLRA
            als notwendiges uebel betrachtet hat und bei der
            verteilung der posten die „pseudolinken“ um das mehrfache
            ihres stimmenanteiles bevorzugt hat.damit will ich es
            lassen.

          2. Lieber Herr Bayer, Sie weichen dem eigentlichen Thema mit vollmundigen Sätzen und Begründungen aus. Die einzige Tatsache sollten Sie nun endlich einmal zur Kenntnis nehmen: Herr Franco hat die PLRA für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, aus der Regierungsarbeit geschmissen und ihr so schwersten Schaden zugefügt. DAs, weil er machtgeil war und unbedingt Präsident werden sollte. Er wusste so gu, wie jeder andere, dass er im direkten Vergleich mit einem Gegenkandidaten keine Chance gehabt hätte. Ohne das Vehikel Lugo wäre er niemals Vizepräsident geworden.
            Ob und wie die Pöstchen seinerzeit verteilt wurden, spielt doch absolut keine Rolle mehr. Die Gegenwart zählt und die sieht die PLRA in einer miesen Position und ich sehe niemanden, der in der Lage wäre einen neuen Anlauf aufs Regierungspräsidium zu starten.

  2. ……Penicillin@, zum Wohle des Vaterlandes sollten doch alle politischen Differenzen hintanstehen, oder frei nach dem Ausruf Kaiser Wilhelm’s II bei Ausbruch des 1. Weltkrieges: ‚Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch ***Paraguayer****!‘.

  3. Erstmal „Unterschlupf“! beim reichsten Mann in Paraguay,dann mit den geschärften Waffen des Geistes,geschult durch die Kirche,die sich ohnehin jeglicher Staatsmacht anglich,so wird der Weg beschritten!.
    Das Kriegsgeheul ist verstummt,die Umarmungen sind eingeleitet,und die Kriegsbeile vergraben.
    Ja, und nun wird dann fünf Jahre ein frohes „Zechen“!anheben,das ohnehin das Volk bezahlen muß.
    Der „Sautrog“!ist gefüllt,das festliche „Halali“möge beginnen!.
    Die das bekritteln,werden nun ausgelacht!
    Ja! der Hut brennt wirklich!
    Schönen Tag noch
    Penicillin

  4. wolfgang sukowsky

    Antworten

    Am Besten mit einem riesigen Pflug die verfilzte politische Landschaft umpflügen, sogleich mit einer
    kolossalen Scheibenegge alles zerkleinern……und dann ab und zu mit einem Grubber rübergehen bis alles vertrocknet ist.
    Dann kann sich etwas Neues bilden, wie auch immer!

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