Whistleblower leben gefährlich – Teil 2, Interview mit Brigitte Fuzellier

Fortsetzung des Interviews vom 06. Mai 2013 mit Frau Fuzellier. Frau Fuzellier bat damals aus gesundheitlichen Gründen das Interview abzubrechen. Sie erklärte sich jedoch bereit, das Interview zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen. Auf Grundlage des erst kürzlich erschienenen TAZ – Artikels „Kumpelei mit Stiftungschef in Paraguay“ hatten wir kurz Zeit nach dem letzten Interview mit Frau Fuzellier, zum allgemein besseren Verständnis, eine Zusammenfassung mit der Überschrift: „Kumpelei & Korruption – Olaf von Brandenstein, ein Thema für die TAZ“, in der Onlineausgabe veröffentlicht. Hierbei nahmen wir auf unterschiedliche Quellen Zugriff. Zum Interview,

Frau Fuzellier: Möchten Sie zu unserer Zusammenfassung der Geschehnisse noch etwas hinzufügen?

Ja, ein paar Worte schon. Ihre Frage, mit den Nagel auf den Kopf getroffen, gefällt mir. Denn dass haben Sie! Ihre Zusammenfassung entspricht weiß Gott den Tatsachen. Mein letztes Schreiben an den SEK wurde von denen weder bestätigt noch beantwortet. Krisenbewältigung scheint nicht deren Stärke zu sein. Die „nur nicht beantworten Politik“ scheint sich bei der neuen Geschäftsleitung des SEK fortzusetzen. Probleme im Gespräch zu lösen, da stößt man beim SEK auf taube Ohren. Leider, leider!

Ein Trost für mich sind die vielen, vielen Schreiben die ich von den Kolpinisten aus den unterschiedlichsten Ländern erhalte. Solche Solidaritätsbekundungen stärken doch schon. Sie sollten nicht Glauben dass ich etwas gegen das Kolpingwerk habe, ganz im Gegenteil. Die Kolping-Initiative ist eine sehr gute Sache, da haben junge und arme Menschen eine Chance auf eine bessere Zukunft. Nein, hier geht es alleinig um den SEK und um Herrn von Brandenstein. Ich frage mich wie lange noch soll der schon über Jahre sich hinziehende Rachefeldzug dauern?

Beim Kolpingwerk sollte eines Erachtens die Strukturen des SEK überdacht werden, da hat eine kleine Gruppe viel-zu-viel Macht, und vor allem enorme finanzielle Mittel.

Frau Fuzellier: Wie steht es um Ihren Prozess?

Der letzte Einspruch durch meinen Anwalt hatte für meinen Anwalt ein böses Nachspiel. Er erhielt einen richterlichen Verweis vom obersten Gerichtshof, nachdem er einen Befangenheitsantrag gegen die Richterin Sandra Farías gestellt hatte. Plötzlich hieß es, er würde den Prozess verschleppen, obwohl er nur meine Rechte wahrnahm. Ein erneuter Einspruch hätte ihm sicherlich die Anwaltslizenz gekostet. Aus dem Grund musste ich nun selbst eine Verfassungsbeschwerde beim obersten Gerichtshof einreichen. Können Sie sich vorstellen was da momentan hinter den Kulissen abläuft und mit welchen Bandagen agiert wird? Sicherlich nicht!

Sicherlich, Frau Fuzellier: Hat sich die Deutsche Regierung mittlerweile bei Ihnen gemeldet.

Ja, ich hatte heute Mittag von Herrn MdB Thilo Hoppe die Mitteilung erhalten dass die Deutsche Regierung ein Gespräch mit mir führen möchte, daraufhin hat sich ein Referatsleiter vom BMZ bei mir gemeldet. Wir haben für den Freitag einen Telefontermin vereinbart. Ich bin in der Angelegenheit in ständigen Kontakt mit Herrn Hoppe, er fungiert gegenüber dem BMZ als stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Frau Fuzellier: Was werden Sie als nächstes tun?

Ich habe gerade ein Schreiben an die OEA (Organisation Amerikanischer Staaten), wegen den Verfolgungen deren ich mich und meine Familie ausgesetzt sehe, verfasst. Wir haben als Whistleblower gerechter weise die Korruption angezeigt und werden nun verfolgt. Das ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte und damit eine Angelegenheit für die OEA.

Ich werde bis nach Den Haag gehen um meine Rechte zu wahren, falls man mir diese in diesem Land verwehrt bleiben. Für mich eine Frage des Prinzips. Ich denke jedoch, dass es soweit nicht kommen wird. Schwerlich vorzustellen dass der oberste Gerichtshof sich über die Artikel der paraguayischen Verfassung hinweg setzt.

In meiner Sache habe ich sehr viele Solidaritätsbekundungen im Land, auch verstärkt aus der Politik.

(Wochenblatt)

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5 Kommentare zu “Whistleblower leben gefährlich – Teil 2, Interview mit Brigitte Fuzellier

    1. Mach es nicht so spannend, schreib was Du mit deinem Beitrag meinst, lass die kleinen Leute vom Dorf nicht dumm sterben.

  1. Der Ruf des Herrn Baron war immer schon zweifelhaft, da brauchte es nicht der TAZ um dies festzustellen und auch nicht der Bemuehungen von Frau Fuzellier.

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