Chaco: Was treibt einen zu unterlassener Hilfeleistung?

Loma Plata: Im Süden der Stadt fand man am vergangen Sonntag ein ausgebranntes Fahrzeug, welches zuvor einen Unfall verursachte. Der Fahrer zog es vor zu fliehen anstatt zu helfen.

Der abgefackelte Toyota Corolla Runx, der Sonntagmorgen auf km 438 der Ruta Transchaco vorgefunden wurde, gehört Judy Melissa Wiebe Froese. In der fraglichen Nacht saß jedoch Mario Ozuna Areco am Steuer. Minuten zuvor kollidierte er mit einem Motorrad der Marke Kenton in Kleefeld, wobei Russel Zacarías Hildebrandt und Griselda Vera González verletzt wurden. Während diese sich im Krankenhaus von ihren Läsionen erholen, konnte die Polizei Ozuna auf offener Straße verhaften. Er wurde bereits wegen Körperverletzung, Fahrerflucht und unterlassener Hilfeleistung angeklagt.

Doch was treibt einen Menschen, der mitten zwischen Mennoniten lebt, mit ihnen Umgang hat und sich in der Gesellschaft aufhält, dazu sich ohne zu helfen von einem Unfallort zu entfernen? Selbst wenn er alkoholisiert gewesen sein sollte, geht doch das Wohl der Unfallopfer vor, bevor man für das eigene Verhalten eine eher geringe Strafe abbekommt, ganz besonders wenn man Ersthilfe geleistet hat.

Wochenblatt / Abc Color

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5 Kommentare zu “Chaco: Was treibt einen zu unterlassener Hilfeleistung?

  1. Was die Leute dazu treibt?? Nun, da gibt es viele Dinge. Die Presse berichtete z.B. vor wenigen Tagen, daß in Paraguay zwei Helfer bei einem Unfall von einer gerade vorbeikommenden Polilzistin je eine Radkralle eingehandelt haben, weil sie mit ihren Fahrzeugen im Halteverbot standen. Weiteren Hilfswilligen, die hinterher noch anhielten, um zu helfen, erging es nicht anders, und die Beamtin wurde derart bedrängt, daß sie Verstärkung anforderte und augenblicklich von den Hilfswilligen sogar zwei Personen festgenommen wurden. Nur um den Unfall und die verunglückte Person kümmerte sich von den Polizisten keiner. Unter diesen Umständen kann man auch verstehen, wenn niemand mehr helfen will.

  2. Abgesehen davon, ist es hier sehr gefährlich den Verletzten anzufassen und zu bewegen. Er kann dann den extranjero später als Verursacher seiner Verletzungen verklagen. Als gut ausgebildeter Ersthelfer würde ich nach etlichen Gesprächen mit einheimischen Ärtzten und Ausländern denen gerade dies passiert ist, nicht mehr eingreifen und eine Erstversorgung machen. Dankbarkeit ist in diesem Lande leider oft ein Fremdwort.

  3. @Thomas,Sie haben Recht,denn schon vor vielen Jahren da ich hier lebe,ergab sich ein Gespräch in den damaligen
    Bayernstuben.Der Chef hatte einen Bekannten,der ein auf der Strasse liegendes Unfallopfer barg,ins Auto nahm,und ins Spital bachte.
    Als die Polizei danach dazu kam,und diesen befragte,sagte dieses Urat frech,-der da hat mich überfahren!!.
    Die Probleme die der dann bekam,erschütterten in mir,Hilfeleistungen dieser Art zu leisten.
    Da ich vor vielen jahren selbst mit Rettungsaktionen zu tun hatte,kann ich trotz allem mich nicht überwinden
    allererste hilfe zu leisten,und diese durchzuführen.
    Diese möglichen Probleme nehme ich auf mich,denn es gibt auch noch Menschen hier die mich in solch einem Fall
    vor möglichen Repressalien beschützen würden.
    Hoffentlich geschieht mir so ein Vorfall nicht.
    Mit besten Grüßen
    Penicillin

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