Asunción: Der paraguayische Außenminister Rubén Ramírez Lezcano bestätigte, dass die paraguayische Regierung zu einem gewissen Zeitpunkt den Dialog mit China suchte, um eventuelle diplomatische und konsularische Beziehungen aufzunehmen. Dies scheiterte jedoch an den „Auferlegungen“ Pekings. Er gab an, dass die Bedingung darin bestehe, dass Asunción die Verbindungen zu Taiwan abbricht. Der Minister sagte, dass es unter diesen Vorzeichen „keinen Sinn ergebe“, mit dem asiatischen Land zu diskutieren.
Letzte Woche, während Präsident Santiago Peña Taiwan besuchte, sprach Guo Jiakun, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, davon, dass die „Kumpanei mit den Behörden von Taiwan in Paraguay keinen Rückhalt in der Bevölkerung genießt“, basierend auf einer angeblichen Umfrage in Paraguay. Auf diese Weise setzte der chinesische Beamte die Regierung Peña unter Druck, die Volksrepublik China anzuerkennen.
Der geopolitische Kontext
Paraguay ist der einzige diplomatische Verbündete Taiwans in Südamerika und einer von nur 12 Staaten weltweit. China hingegen betrachtet die taiwanesische Nation als abtrünnige Insel. Zudem ist Taiwan kein Mitglied der Vereinten Nationen.
Am vergangenen Mittwoch beantwortete Außenminister Rubén Ramírez Lezcano bei einer Pressekonferenz in Mburuvicha Róga (dem Präsidentenpalast) eine Anfrage zum Verhältnis zu China – einem Zielort paraguayischer Exporte wie Soja, obwohl keine offiziellen Beziehungen bestehen. Zudem importiert Paraguay aus dem asiatischen Land unter anderem Fertigwaren, Elektronik, Fahrzeuge und Maschinen.
Klare Bedingungen
Der Außenminister erklärte, dass Paraguay „zu gegebener Zeit“ das Gespräch mit der Regierung der Volksrepublik China gesucht habe, um diplomatische und konsularische Beziehungen aufzubauen.
„Aber sie (China) akzeptieren nicht, dass wir Beziehungen zu Taiwan unterhalten, so wie wir keine Bedingungen für die Aufnahme solcher Beziehungen zu China akzeptieren. Daher hat es für uns keinen Sinn, darüber zu diskutieren“, betonte der Außenminister.
Ramírez Lezcano wies zudem darauf hin, dass die Beziehungen zwischen Taiwan und Paraguay heute auf „gemeinsamen Prinzipien und Werten“ basieren, wie Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten.
Treffen in den USA
Ein nicht unwichtiges Detail: Einen Tag vor Beginn der offiziellen Reise nach Taiwan traf sich Außenminister Ramírez Lezcano in Washington D.C. mit Joshua Young, dem China-Koordinator des US-Außenministeriums und stellvertretenden Staatssekretär für Ostasien und den Pazifik. Hauptthema war der wachsende Einfluss Pekings in der Region.
Das Treffen in der US-Hauptstadt verdeutlichte die geopolitische Positionierung Paraguays inmitten des geopolitischen und handelspolitischen Streits zwischen den USA und China.
Wochenblatt / Abc Color















