Chaco: Wo der Sozialismus noch gelebt wird

Loma Plata: Es muss nicht immer Kuba, Russland, Nicaragua oder Nordkorea sein. Manchmal findet man auch im näheren Umfeld einen Sozialismus, der vorbildlicher als eventuell andere funktioniert und gelebt wird.

Da die Unternehmen der Mennoniten meist genossenschaftlich organisiert sind und auch die Verwaltung und Infrastruktur der Kolonien finanzieren, könnte man sagen, dass die Mennoniten-Gemeinschaften die einzigen Orte weltweit sind, an denen die ursprüngliche Idee des Sozialismus wirklich funktioniert und gelebt wird – und zwar mit Privateigentum.

Rund 40.000 Mennoniten, die in Paraguay leben, sind eigentlich immer im gleichen Stil organisiert und kümmern sich, unter anderem weil es der Staat nicht tut, um den Erhalt und die Wartung der Kolonien sowie der Institutionen. Auch wenn dies eine zusätzliche Belastung für die Genossenschaftsmitglieder bedeutet, schafft es auch mehr Lebensqualität und Infrastruktur um die Aufgaben eines jeden Tages umsetzen zu können.

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6 Kommentare zu “Chaco: Wo der Sozialismus noch gelebt wird

  1. Eine perverse Ueberschrift, die den Horror des Sozialismus verherrlicht! Das Mennonitensystem verbietet kein Privateigentum, sondern erlaubt die Teilnahme an einer Kooperative auf freiwilliger Basis. Es erlaubt daneben auch Privateigentum, und zwar im grossen Stil.
    Kooperativen gibt es in freiheitlichen Systemen und bieten in bestimmten Faellen einen wirtschaftlichen Effizienzvorteil .

    Sozialismus bedeutet IMMER:
    1. Zwang in jeder Hinsicht, auch bzgl der Lebensfuehrung. Aus dem Zwangssystem kann man nicht ¨austreten¨ . Die Mennoniten haben strenge Lebensregeln, aber kann die Individuen nicht dazu zwingen.

    2. Kein wahres Eigentum der Menschen an Unternehmen. Meist nennen sich die Betriebe im Sozialismus auch nicht Kooperative (sondern VEB oder aehnlich), und es entscheiden nicht die Arbeiter, sondern die Parteibonzen. Im Kapitalismus ist der Arbeiter weisungsgebunden, aber er hat die Freiheit, den Arbeitgeber zu wechseln oder selbst Unternehmer zu werden.

    3. Kein Privateigentum an Produktionsmitteln und auch nicht an vielem anderen

    4. Ineffiziente Planwirtschaft: Ein linker systemkonformer Buerokrat entscheidet (statt dem Unternehmer). Ein Unternehmer entscheidet nur ueber Produktionsmittel, die er selbst geschaffen hat, was den Kapitalismus nicht nur wirtschaftlich, sondern auch moralisch zum ueberlegenen System macht. Hier liegt ein weiterer Unterschied zur Kooperative, diese ist ein Unternehmen und entscheidet nur ueber Dinge, die sie selbst geschaffen hat, in einem marktwirtschaftlichen Konkurrenzsystem gegen andere Unternehmen.

    5. Enteignungen (gibt es nicht bei Mennoniten)

    Das Individuum ist im Sozialismus ein Staatssklave. Dagegen muss man sich wehren, auch vorbeugend, und notfalls mit Gewalt!

    1. Aegir Edler von Schanderhasy

      Wie waers wenn du noch mehr Teilwahrheiten von dir gibst.
      Verlang mal dass die Kooperative dir deine Landurkunde herausrueckt wenn du rausgeschmissen wirst von der Kooperative. Versuch das mal. Denn die Landurkunden stellen das „Reichsterritorium“ dar welche als Kreditgarantien bei den Banken gelten.
      Die Kooperativen verlangen Steuerzahlungen aehnlich wie der US Staat auch von Privateinkommen die man anderwertig verdient hat. Arbeitest du fuer Record Electric, fuer den paraguayischen Staat, fuer die Deutsche Botschaft, etc so verlangt die Kooperative dass du auf dein Gehalt und anderwertige Einkommen 10% oder mehr an die Kooperative als „Gehaltssteuer“ abgibst. Sonst droht der Rausschmiss.
      Es stimmt schon dass die strengen moralische Regeln des offiziellen Mennonitentums von den volkstuemlichen Mennoniten (Landser) umgangen wird und absichtlich nicht mehr eingehalten wird (wie z.B. Kinder nicht zu missbrauchen, etc). Das ist das mennonitische Pendant der volkstuemlichkeit der „Reichsbuerger“. So ergibt sich eine langsame aber stetige Erosion der Werte und Moral sowie ein langsames systematisches Ersticken der Christentums oder die Bauern dichten das Christentum nur zu ihrer Version um (was meistens der Fall ist).
      Enteignungen werden nur im legalen Maentelchen anders benannt, sind aber weniger haeufig und weniger offensichtlich wie in der DDR, wie @Freiheit ueber alles richtig gesehen hat (meine Perspektive war etwas daneben aber im Grossen Ganzen richtig).
      Versuch mal was zu bestimmen in der Kooperative oder den Buergern „was zu sagen“: kein Schwein hoert auf dich. Das Ganze ist „von oben herab“ zentralisiert. Bist nicht im Kooperativssystem, wirst nicht mal eingeladen zu Waehlen. Wahlen sind ne direkte Farce und nur ein geringer Prozentsatz waehlt wirklich – die Wahlzettel der restlichen Buerger wird nur vom Wahlkomitee ausgefuellt.
      Daher versuchen immer mehr Leute „weg vom Koenig der Deutschen“ und „Reich“ zu gehen und hin zur „Bundesrepublik Deutschland“ (in die paraguayische Gesellschaft). Es gelingt den Systemen der Reichsbuerger (Kooperative) aber immer noch, unabhaengige Bestrebungen zu ersticken so dass es sich noch auszahlt in der Kooperative (Reichsbuergerei) zu bleiben. Z.B. es gibt keine kleinen Kooperativen im Einflussgebiet der 3 Chacokolonien weil die eben alle „Unabhaengigkeitsbestrebungen“ im Keime ersticken oder halten die Unternehmen klein.
      Immigranten werden allerdings schon massenweise als Kooperativsmitglieder ins System reingelassen aus Mangel an „Rentenzahlern“ eben. Dasselbe Problem der BRD nur in Miniatur.
      Aber ja, beim „Stuermer“ war ja alles in bester Butter innerhalb der NSDAP und im „Reich“ auch waehrend Roehm erschossen wurde.

  2. Sozialismus in der Mennoniten Kolonie, das ist eine Worthülse, nicht mehr und nicht weniger, denn mit Sozialismus hat das nun wirklich nichts, aber auch gar nichts zu tun….

  3. Saminathasarma Kanesharajakkurukkal

    Chaco: Wo der Sozialismus noch gelebt wird? Im ganzen Land Paragauy wird der Sozialismus gelebt: Für die Proletariersocken ein grati Gesundheitssystem, braucht man auch bei Streichholz, Müllabfackel und Biersauf, auf der anderen Seite die Colorado-Mafia, die sich herzlich aus dem Trog des Steuerzahlers bedient. Wo liegt jetzt der Unterschied zwischen dem UDSSR, Kongo, Äquatorialguinea, Südsudan, Somalia und Paragauy!

  4. Das ist richtig was @Edu (wahrscheinlich ein Lehrer aus den Mennonitenkolonien) da sagt. Die Mennoniten hassen nichts so sehr wie alles „soziale“ oder „sozialistische“, deswegen betreiben die ja auch gern den Sturz von „Sozialisten“ die schwups in „Kommunisten “ umgetauft werden wie Payo Cubas.
    Wie dieser @Joss als Kommentator schon oft preisgab, ist den Mennoniten die Soziale Marktwirtschaft der BRD wesensfremd und halten den Raubkapitalismus der Amerikaner als das „gelobte System“. Mennonit und Sozialismus waere so wie wenn Sarah Wagenknecht um die Hand Adolf Hitlers anhalten wuerde und Lafontaine steht dumm da im Regen.
    Der heutige Mennonit ist ein Mix von „Reichsbuerger“ und Orthodoxer Jude aus Mea Shearim.
    Ultraorthodoxe Juden – Wie schwer fällt der Ausstieg aus der Gemeinschaft in Jerusalem? https://youtu.be/ToMHPRleTGo
    Vor einigen Tagen wieder kam ein „Glaubensbericht“ ueber Radio ZP30 von einer Sybille (Mennonitin), glaube ich, aus Neuland, wie diese Vergewaltigt wurde und „durch Jesus zur Vergebung“ fand. Von jeglicher Reue oder zur Rechenschaft ziehen des Taeters keinerlei Spur. Das wird nur mit dem Pfaffen „geregelt“. Selbstmordgedanken gaebe es heute noch immer – eben wegen den Ordnungsaemtern, die von den Kirchen, Kooperativen und Kolonien bezahlt werden, aber eben um die Reichen zu schuetzen.
    Das „Deutsche Reich“ Koenig Fitzek’s I wuerde ueber kurz oder lang auch ein Mix aus Colonia Dignidad (Chile mit Schaefer & Co.), Mennonitenkoloniessystem, Ultraorthodoxes Judenghetto (Mea Shearim in Jerusalem) und eben Reichsbuergerszene werden. Wo die Willkuer zum Gesetz wird und ehemalige Huehnerzuechter (Heinrich Himmler) und Schildbuerger wie Mielke endlich auch mal an den Trog der Macht koennen. Die Rechte Szene hatte ihre Gelegenheit als NSDAP zwischen 1933 und 1945 wo die Linke Szene ihre Gelegenheit als SED und DDR von 1945 bis 1989 hatte. Beides sind gescheiterte Systeme.
    Alle diese Gesellschaftsstrukturen kennzeichnen die Willkuer, Zwangskollektivisierung (man zwingt die Leute im Kollektiv zu bleiben denn man gibt ja den Mennoniten nicht ihren Teil des Schlachthofes wenn sie aus der Kooperative austreten, etc.) und systemischer Zwang der selber von der Base (dem Volk) ausgeht.
    Der modus operandi ist derselbe wie die Negerkirchen in den USA die von Pfaffendynastien geleitet werden: man macht mit weil man hoffnung hat auch irgendwann an den Trog zu koennen und in saus und braus auf Kosten der anderen „Glaeubigen“ zu leben – das ist die Motivation (eine recht unedle).
    Es wird den Mennoniten freuen dass das Wochenblatt auch endlich „glaeubig“ geworden ist: und zwar als Positivist dem Mennonitischen System gegenueber – sowas sieht der Mennonit als „bekehrung“ an, man bekehrt sich zum System der eigenen Volksgruppe (von Jesus keine Spur).
    Eben wie die ultraorthodoxen Juden aus Mea Shearim die „streng“ glaeubig sind aber kein Problem haben ihre eigenen Kinder zu missbrauchen und eben die Strafen der Tora wegen Kindesmissbrauch geflissentlich zu uebergehen. Dasselbe ist wohl haeufig in den mennonitischen Doerfern, juedischen „Staedterl“ Osteuropas und Deutschlands unter den Juden, die „Arier“ von Nueva Germania, in der Colonia Dignidad (Musterkolonie der deutschen Geistlichkeit der BRD damals in Chile) in aller „herrgottsstille und -vertuschung“, der Reichsbuergerszene, etc fortwaehrend geschehen.
    Recht ist halt was die eigene Gruppe meint dass Recht sei. So haltens alle diese Gruppierungen.
    Aus dieser Zwangslagen sind die Mennoniten mal ausgebrochen und „oeffneten“ sich – nur raus aus den Doerfern. Es wurden unter den Mennoniten sogar ganze Sippen Moon’s um nur mal raus zu kommen aus solchen geschlossenen Doerfern wo sowieso niemals wahres Christentum zu finden war. In dem Lichte ist das ganze zu sehen wenn in Ostparaguay die ganzen Bergthaler am Wochenende „zu den Huren“ gehen.
    Wie im Video zu sehen sind Indikatoren solcher Zustaende immer das Maass an Alkoholismus in einer Gesellschaft, und dann irgendwann der Drogenkonsum, sowie die gesellschaftliche Zersplitterung wie Mischehen (zwischenrassischem Konkubinat) und Ehescheidungen. Alles Faktoren die rasant zunehmen unter den Mennoniten welches Indikatoren sind von Missstaenden (die orthodoxe Frau musste sich auf der Hochzeit besaufen um diese ueberstehen zu koennen).
    Einst war den Mennoniten das Amish Herrengutsystem bekannt und sie lebten gerne aehnlich so (auch wie die Hutterer) aber mit der zunehmenden Abnahme des Christentums stellten sich eben Missstaende ein wie Betruegereien und Vergewaltigungen so dass man zur Notloesung der Individualisierung ueberging.
    Heute zeigen die Mischehen der Mennoniten mit Paraguayern genau den Grad der Zersplitterung und Individualisierung, wo alles praktisch nur auf Geld und Besitz reduziert wurde. Der ostparaguayische Mennonit ist eher dem Ultraorthodoxen Juden nahe wo der Mennonit aus dem Chaco naeher an den Reichsbuerger ist mit Fitzek ihrem Koenig. Koenig Gustav I von Menno, Koenig Wilfried I in Fernheim und Koenig Heinz I von Neuland. Da die Fernheimer eine Reichsspaltung hinter sich haben (Frieslaender spalteten sich ab) so ist Wilfried I nicht mehr Koenig „von“ Fernheim sondern nur mehr Koenig „in“ Fernheim. Wie der Alte Fritz auch Koenig in Preussen war, Titulierung was man dann im 7-jaehrigen Krieg klaerte, wo Federicus Rex hernach dann Koenig von Preussen war (nach Bergen von Leichen und beide Seiten nur noch Alte, Verwundete, Kranke, Krueppel und Siechende im Herr vorweisen konnten).
    Peter der Erste will nur das kopieren was die Orthodoxen Juden in Mea Shearim und die Mennoniten des Chaco auch nur tun – warum sollte man ihm das verweigern?!
    Wie waers wenn Fitzek I jetzt von den Buergern der harbiner Ecke anfaengt Steuern zu kassieren!? Da duerfen die ehrenwerten Neulaender aus Harbin dann Steuern an Koenig Heinz I zahlen, an den paraguayischen Staat und an Koenig Fitzek I von Deutschland auch. Er annektiert dann irgendwann die Harbiner Ecke und klotzt da einen Schlachthof auf. Fitzek I will dann auch „seinen Mann“ ins MOPC setzen um sein Reichsstrassennetzt auf auslaendische Staatskosten auszubauen – ditto fuer die Hoheit ueber ANDE. Und so geht es weiter, was man dann wohl unter dem Deckmantel des „Kooperativismus“ stellt und des „Privatsektors“.
    Die Mennoniten Ostparaguays bauen lokale Krankenhaeuser die dem Staat gehoeren, die Mennoniten des Chaco nicht. Weil diese eben selber Konkurrenzkrankenhaeuser betreiben so dass dem Staat immer das Wasser abgegraben wird. Das ist der Grund warum die Mennoniten aus Ostparaguay den Bau eines Krankenhauses des Staates unterstuetzen.
    Die Volkstuemlichkeit des Reichsbuergers hat ihr Pendant im Bauerntum des mennonitischen Doerflers.
    Das Ganze schaukelt sich dann irgenwann zu Situationen wie hier beschrieben: Mit Gott gegen Hitler: Bonhoeffer und der christliche Widerstand https://www.youtube.com/watch?v=lO89lLHeDmc
    Wo die „Nobilitaet“ sich gegen die volkstuemlichen Irregeleiteten unter den Mennoniten (vergebens) stellen muessen um noch was zu retten was zu retten ist. Dasselbe Mitschwimmen und Schildbuergertum wie im Dritten Reich findet man unter den Mennoniten, Colonia Dignidad (religioese deutsche Musterkolonie), dem „Deutschen Reich“ unter Fitzek I, den Orthodoxen Juden, damals in Nueva Germania, den Reichsbuergern und fand man in der DDR.
    In allen Faellen galt: Die Pfaffen werden das Kind schon „schaukeln“.

  5. Wer die Kooperativen im Chaco als sozialistisches System bezeichnet, hat entweder Sozialismus oder Kooperativismus nie verstanden. Es ist wohl der Clickbait, um den es geht. Aber egal. Jedoch sind Kooperativen kein Synonym zu Sozialismus, da sie in die privaten Besitzverhältnisse der Mitglieder nur limitiert eingreifen (Abgaben). Deshalb darf man sie auch nie gleichstellen.

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