CSI: Paraguay

Asunción: Die heutige Technologie bietet fortschrittliche Werkzeuge um Kriminalfälle in aller Welt zu lösen. Jetzt erreicht auch die paraguayische Staatsanwaltschaft ein internationales Niveau. Schauen Sie was sich getan hat.

Es ist nicht Mac Taylor aus CSI New York sondern Carmen Bogado aus CSI Asuncion. Es ist kein Science Fiction sondern Realität. Früher als Staatanwältin tätig, beaufsichtigt sie heute technische Experten, die wissenschaftlich Beweise untersuchen und diese auswerten, um Kriminalfälle zu lösen.

“Die Menschen fragen mich immer ob unsere Arbeit wie in den Fernsehserien ist. Und ja, es ist vergleichbar“, versicherte die Anwältin.

Im Jahr 2008 wurde das forensische Labor der Staatsanwaltschaft gegründet. Es handelt sich hierbei um eine wissenschaftlich-technische Einheit, die im ganzen nationalen Territorium eingesetzt werden kann.

Seit dem Wechsel des Strafsystems im Jahr 1998 muss der Kläger die Beweise finden, um die Schuld oder Unschuld des Angeklagten zu untermauern.

“Um einen neuen internationalen Standard zu erreichen wurde im November des vergangenen Jahres eine Serie von Verbesserungen eingeleitet. Es wurde ein großer Umbau vorgenommen, neue Technologie angeschafft und weiteres Fachpersonal angestellt. Mit dem Kauf neuer und größerer Generatoren kann nun bei Stromausfall die Erhaltung von biologischen Beweisen in Kühlfächern auf lange Sicht garantiert werden. Des Weiteren verfügen wir über ein IT Bereich, der mit den neuesten Geräten ausgerüstet ist und eine Abteilung für ballistische Untersuchungen, in der mit Gerätschaften gearbeitet wird, wie in Europa“, so Bogado.

Sie Institution verfügt über zwei mobile Labore und Fahrzeuge, um an Tatorten Beweise sicherzustellen. Außerdem wird die Kette der Überwachung aller Beweise kontrolliert, die bis zum Prozess aufbewahrt werden müssen.

“Im Genlabor der Staatsanwaltschaft, welches seit 2015 aktiv ist, können als einziges im Land DNA Proben gemacht werden. Durch eine Vielzahl von Vergewaltigungsfällen braucht es dieses um den Vater und Vergewaltiger ausfindig zu machen. Dank unserer Arbeit wurden schon mehr als 40 Fälle aufgeklärt und die Verantwortlichen bestraft“, fügt Bogado hinzu.

Der weiter oben angesprochene Umbau des Labors kostete die Staatsanwaltschaft rund 500.000 US-Dollar, die im Jahreshaushalt dafür vorgesehen waren. Zwischen Januar und Dezember 2016 wurde an 973 Tatorten Beweise sichergestellt. Im gleichen Zeitraum wurden 2008 technische Untersuchungen in verschiedenen Teilbereichen angefordert und ausgeführt.

Wochenblatt / Última Hora

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5 Kommentare zu “CSI: Paraguay

  1. wurde neues Fachpersonal angestellt??? woher?
    wurden neue Generatoren angeschafft um im Falle von Stromausfall…ist ja fast an der Tagesordnung..PS: welcher albanil wartet denn diese Genertoren?
    Ok, immerhin ein Versuch um im 21. Jahrhundert anzukommen

  2. “Die Menschen fragen mich immer ob unsere Arbeit wie in den Fernsehserien ist. Und ja, es ist vergleichbar“, versicherte die Anwältin.
    Ist ja schon lustig, die Forensiker der Rest der Welt sagen: „Nein, unsere Arbeit hat wenig mit CSI zu tun, that’s Hollywood“. Aber sie ist ja Anwältin, also entschuldigt, da muss man es nicht so genau nehmen wie Dr. House.
    Mit 500.000 US-Dollar ist der „große Umbau“ eigentlich recht günstig verlaufen, wenn man bedenkt, dass die neue Polizeistation, deren Dach eingestürzt ist, eine Million US-Dollar gekostet hat.
    Immerhin, in der Abteilung für ballistische Untersuchungen, in der mit Gerätschaften gearbeitet wird, wie in Europa, wird auf Gelatine geschossen. Top! Und nach den Generatoren zur Sicherstellung der nun ununterbrechbaren Spannung der Kühlschranke muss man auch nie mehr Angst haben, dass der Terere warm wird.
    Hoffentlich war in der Lieferung auch ein dreifach Elektroadapter, damit man das Labor auch neben der Aufladung des Smartphones in Betrieb nehmen kann und noch eine Bedienungsanleitung beigelegt: „Euklid bis Pythagoras in 14 Tagen“. Das ist wichtig wegen der Goniometrie, nicht das der Unschuldige mit Aufenthaltsort Gegenwinkel verhaftet wird.
    Na, dann hoffen wir, dass nichts kaputt geht an den Gerätschaften, ich weiß nicht wie man das repariert, mein Nachbar müsste es aber zu reparieren wissen.

  3. “ Zwischen Januar und Dezember 2016 wurde an 973 Tatorten Beweise sichergestellt.“
    Wenn man sich einmal ansieht, wie diese Beweise gesichert werden, kommt man vor Lachen nicht mehr in den Schlaf.
    Erst kommt die Polizei an den Tatort. Trampelt durch die ganze Szene. Danach kommt die Spurensicherung. Ausgestattet ohne jedwede Schutzkleidung, Schutzhandschuhen. Pinselt alles whallos mit ihrem Fingerabruckpulver ab, dass man meint die wollen den Tatort schwarz anstreichen. Und dann haben sie meist noch nicht einmal genügend Klebesteifen dabei, um die Fingerabdrücke abzunehmen. Das beste kommt dann zum Schluss, wenn sie sich nicht einmal die Mühe machen von den Anwesenden Fingerabdrücke zu nehmen.
    Es ist einfach nur lächerlich. Da hilft auch keine gute Ausrüstung im Labor, wenn am Tatort im höchsten Maße geschludert wird.

  4. WAS WOLLEN SIE MIT DIESER tECHNIK IN DIESEM LAND HAT KEIN MENSCH INTERESSE DARAN RECHT UND ORDNUNG ZU SPRECHEN DIE ANGEKLAGTEN LAUFEN DRAUSSEN RUM UND DIE OPFER GEHEN IN DEN KNAST WEIL SIE SICH VERTEIDIGT HABEN : MAN KANN SICH DAS GELD SPAREN ODER ?

  5. Nachtrag zu W. Neudorf:
    Vor einem halben Jahr wurde im Gesundheitsposten in meiner Nachbarschaft der Motor vom Motorkarren gestohlen. Dieses Gefaehrt wurde von unfaehigen Politikern in der Verwaltung angeschafft und ist hier voellig unbrauchbar und stand im „Wartesaal“ und die Leute mit Stuehlen drumherum. Als dieses Fahrzeug in einer Halle in der Nachbarschaft „entgelagert“ werden sollte, fehlte der Motor. Tatzeitpunkt war nicht so genau zu lokalisieren und erst kamen mal alle Dorfbewohner und die Polizei um die Sache zu begutachten. 2Tage danach, kam dann ein Pickup mit Beschriftung „Kriminalpolizei“ und 4 Herrschaften, 2 Damen und 2 vollgefressene Herren. Bevor ueberhaupt etwas ging, kam die Doktora zu mir und meiner Frau und sagte, sie brauche mal ein Fruehstueck fuer die Herrschaften, das haetten diese angefordert. Nachdem Kaffee, Empanadas und Plaetzchen vertilgt waren, ging man lustlos an die Arbeit und fertigte Fotos, nahm Fingerabdruecke und hielt Vortraege. Nach 2 Stunden war der Spuk vorbei, man naeherte sich der Mittagszeit und es gab einen neuen Tatort. Wahrscheinlich mit Verkoestigung. Der Motor tauchte Wochen spaeter bei einem Motocrosswettbewerb in 50 Km Entfernung wieder auf, weil einem Polizisten der neue blitzsaubere Motor auffiel.
    Was dann folgte (ein Taeter der Sohn von einer oertlichen Lehrerin) war wieder so ein Theaterstueck mit Korruption……

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