Das Drama um eine Sterbeurkunde

Asunción: Die Familie einer älteren Frau, die gestern um 16:30 Uhr verstarb, musste fünf Stunden im Krankenhaus Obrero auf einen Verantwortlichen warten, der eine Sterbeurkunde ausstellte. Schließlich tat es ein diensthabender Arzt, der jedoch 200.000 Guaranies berechnete.

Herminia Ramona López (92) starb am Sonntag gegen 16:30 Uhr. Ihre Familienangehörigen wissen nicht genau, was die Todesursache war, weil kein Gerichtsmediziner, durch den vor einigen Tagen von den Justizbehörden unternommenen Streik im Dienst war.

Zulma Cárdenas, die Tochter des Verstorbenen, berichtete, dass kein Staatsanwalt nach Hause gekommen sei, wo ihre Mutter starb. Ein Polizist ordnete an, die Leiche in das Hospital von Obrero zu überführen, wo man Cárdenas versicherte, dass eine Person die Sterbeurkunde ausstellen würde.

Sie verbrachte jedoch fünf Stunden in dem Krankenhaus, bis Juan Carlos Casanova, bezeichnet als medizinische Fachkraft und diensthabender Arzt, die Sterbeurkunde ausstellte. Er verlangte im Austausch 200.000 Guaranies, die die Angehörigen zahlen mussten, ohne jegliche Art von Autopsie oder einer Inaugenscheinnahme der Leiche.

Die Frau war vor einer Woche wegen einer Oberschenkelfraktur nach einem Sturz behandelt worden, es ging ihr jedoch, laut der Tochter, gut. Die 92-Jährige wohnte bei einer ihrer Töchter, als sie am Sonntag einen Herzinfarkt erlitt.

Wochenblatt / ABC Color

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4 Kommentare zu “Das Drama um eine Sterbeurkunde

  1. ja das ist doch norml … selbst in der COOP Carlos Pfannl muss man neuerdings für eine Bestätigung 50.000 Gs bezahlen – auchgleich diese gesetzlich vorgeschrieben ist und NICHTS kosten darf. aber es wird halt überall abgezockt, egal wo, da kommt hier in PY keiner durch, ohne mos nix los

  2. Hab mehrfach erlebt, dass schlicht keiner kommt, wenn jemand stirbt, weder für Klärung der Todesursache, noch Sterbeurkunde,
    …das ist ein Looserland, belebt von Oberloosern mit Smartphones:-)

  3. Als ich dies gestern las, machte ich mich doch gleich mal in das in meiner Nachbarschaft liegende Krankenhaus auf, um die Sache zu untersuchen.
    Der dortige Arzt zeigte mir eine neuere Anweisung, nach der dieser Schein nur nach Begutachtung der Leiche durch einen Fachmann ausgestellt werdeb darf. Bis dato war es so, dass man mal einen Enkel auf dem Moped schickte um das Dokument im Krankenhaus zu holen, wenn die Oma auf dem Tisch aufgebahrt war. Denn dieses braucht man fuer das Standesamt.
    Die Kosten fuer den Zettel sind: 0 Guranies

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